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Plön Kay Stade setzt auf die Nichtwähler
Lokales Plön Kay Stade setzt auf die Nichtwähler
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11:12 30.11.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Bürgermeister-Kandidat für Schwentinental: Kay Stade (56) traut sich‘s zu. Quelle: Sibylle Haberstumpf
Schwentinental

Damit ist Kay Stade offizieller Bürgermeister-Kandidat. Er ist der bislang dritte parteilose Bewerber, der ins Rennen um den Chefposten im Rathaus geht - nach dem freiberuflichen Coach Martin Wischmann und dem Schulleiter Thomas Haß, der gleich von vier Fraktionen der Stadtvertretung unterstützt wird.

Stade ist Klausdorfer von Geburt an, fest im Ort verwurzelt und bekannt, wohnt seit über 30 Jahren mit seiner Ehefrau Birgit in der Schulstraße – doch beruflich war er jahrzehntelang kreuz und quer im Ausland und in ganz Deutschland unterwegs. In Birma, Syrien, Schweden, Polen, in Zwickau, Kaiserslautern, Kiel. Als Elektroniker, als Industriemeister, als Werkleiter und zuletzt bis September als Geschäftsführer des Automobilzulieferers GKN Driveline, der weltweit nach Stades Angaben 4000 Mitarbeiter und 900 Millionen Jahresumsatz hatte.

Stade: Stadt ist im Stillstand, eine Kehrtwendung nötig

Doch sein Arbeitgeber wurde von einem Investor übernommen. Beide Seiten kamen dann nicht mehr zusammen – die neue Konzernausrichtung, sagt Stade, „passte nicht mehr mit meiner Philosophie und mit meinen gelebten Idealen zusammen“. Mitarbeitereinbindung und soziale Verantwortung seien ihm wichtig, betont er. Seit Oktober also der Ruhestand. Aber mit Energie und Ideen. Die will er ins Rathaus bringen. Der Klausdorfer will was anpacken, sagt er. Warum? „Ich bin hier aufgewachsen und meine gesamte Familie lebt in Schwentinental. Ich möchte mit den Bürgern, dem Stadtrat, Vereinen und allen anderen Institutionen zukünftig die richtigen Weichen stellen.“ Er spricht auch von einer „Kehrtwendung“, die nötig sei. Die Stadt sieht er im Stillstand, die Situation verschlechtere sich.

Kein reiner Verwalter oder Rhetoriker

Kritik übt er an den aktuellen Entscheidungsträgern: „Um keine klare Entscheidung treffen zu müssen, werden Projekte, Probleme, Investitionen im Haushalt Jahr für Jahr verschoben“, ärgert er sich. „Ich kenne das sehr genau aus schlecht laufenden Konzernen in der Industrie. Investitionen werden geschoben und geschoben, es wird notdürftig repariert oder sein gelassen.“ Damit, so Stade, gingen viele Unternehmen aber kaputt, verlören ihre Wettbewerbsfähigkeit. Dass Schwentinental verliert, würde er gerne vermeiden. „Ich bin kein reiner Verwalter, Rhetoriker und Politiker“, räumt er ein. Aber er sei „ein Schwentinentaler für Schwentinental.“ Er setzt auch auf die bisherigen Nichtwähler. „Bei denen sehe ich mein Potenzial an Stimmen.“ 2014, als der parteilose Michael Stremlau siegte, lag die Wahlbeteiligung bei 52,5 Prozent. Stade hofft, dass von denen, die damals nicht wählen gingen, jetzt am 8. März 2020 möglichst viele auf ihn setzen.

Spaß am Arbeiten

Der 56-jährige Stade tritt als parteiloser Bewerber an. Auf die Herausforderung als Bürgermeister ist er beim Diskutieren mit Freunden und durch die Artikel in den Kieler Nachrichten gekommen. Von einem Lokalpolitiker bekam er neulich zu hören: Ohne die Unterstützung einer Partei werde es schwer für ihn, praktisch unmöglich. „Das werden wir ja sehen“, sagt er kämpferisch. Aber er bleibt realistisch: „Wenn ich in die Stichwahl käme, wäre ich glücklich.“ Den Vollzeitjob im Rathaus traut er sich hundertprozentig zu. Die Fähigkeiten, die er über Jahrzehnte in einem Industrieunternehmen bewiesen habe, würden in Schwentinental benötigt. Und, versichert er: „Ich habe Spaß am Arbeiten.“

Steckbrief

Steckbrief

Name: Kay Stade

Geburtsdatum: 30. Dezember 1962

Geburts- und Wohnort: Klausdorf

Familienstand: verheiratet

Kinder: Tochter und Sohn (32 und 34 Jahre), sechs Enkel

Berufserfahrung: Energieanlagenelektroniker, Industriemeister, Geschäftsführer beim Automobilzulieferer GKN Driveline, jetzt Privatier

Hobbys: Familie, Haus, Garten, Cocker Spaniel Amy, Reisen, Mitglied im Sozialverband, Fußballfan

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Kay Stade hat eine eigene Homepage.

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