Schwentinental: Laienspieler verraten was das Theaterspielen ihnen bringt
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Plön Textlernen für die grauen Zellen
Lokales Plön Textlernen für die grauen Zellen
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15:56 26.01.2020
Von Sibylle Haberstumpf
Sie spielen Theater für Schwentinental: Das „Theater unterm Dach“. Quelle: Sibylle Haberstumpf
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Schwentinental

Bei der Gründung vor 28 Jahren bestand das Ensemble fast nur aus Lehrern, erinnert sich Gründungsmitglied Regina Scholtis (ja, auch sie ist Lehrerin). Doch die Zeiten sind vorbei. Unter den 13 Mitgliedern sind mittlerweile ein Diplom-Ingenieur, eine IT-Beraterin, zwei Erzieherinnen, eine Innenarchitektin, eine Disponentin und, und, und.

Alle verbindet die Leidenschaft, gerne in andere Rollen zu schlüpfen. Theater ist ihr Hobby. Und sie machen es gut. „Unsere Aufführungen sind ein Orts-Event“, sagt die Regisseurin selbstbewusst. Jedes Jahr ein neues Stück, diesmal die Boulevard-Klamotte „Die Stepphühner“ von Bernd Spehling. Acht Vorstellungen. „Wir machen alles selbst: Licht, Geräusche, Bühnenbild“, erklärt Scholtis. Man munkelt von einem leichten Hang zum Perfektionismus, sie nennt das aber „detailverliebt“. Und stellt klar: „Wir sind eine Hobbygruppe und es soll Spaß machen.“

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Theaterspielen ist ein "irres Glücksgefühl"

Besonders das „Rund-um-kreativ-sein“ macht für Susanne Schmidt den Reiz ihres Hobbys aus. Etwa ein halbes Jahr wird jedes Stück geprobt, Text gelernt, viel Freizeit investiert. „Wenn man es dann zusammen vor Leuten spielt, ist das ein irres Glücksgefühl“, sagt Schmidt. „Man hat als Gruppe ein gemeinsames Ziel“, spricht Scholtis den sozialen Aspekt des Theaterspielens an. „Und es ist eine Herausforderung. Das Lernen von Text schult die Konzentration, hält die grauen Zellen fit. Es geht darum, sich selber zu fordern“, sagt Scholtis.

„Gerade das Textlernen entführt mich aus dem Alltag, sogar besser als Sport“, findet die 29-jährige Annika Utech. Aber auch die Disziplin ist wichtig. „Man muss kontinuierlich verlässlich sein“, meint Scholtis. Die Gruppe ist in der Volkshochschule Förde-VHS angesiedelt. Spielort ist der Dachboden des Jugendhauses in der Dorfstraße 101.

Bloß nicht den Einsatz verpassen

Dass es auf der Bühne auch mal Hänger gibt, sieht die Gruppe sportlich. „Wir haben schon ganze Seiten an Text ausgelassen“, sagt Schmidt lachend. Marion Scheffler, die neu dabei ist, erzählt: „Man muss sich besonders konzentrieren, dass man seinen Einsatz nicht verpasst. Das ist gar nicht so leicht.“ Da heißt es, ruhig zu bleiben.

Hinter der Bühne gibt es für die Mitspieler übrigens keine Toilette – wer zwischendurch mal muss, muss bis zur Pause warten. „Das ist ganz schön schlimm, wenn man aufgeregt ist“, sagt Doris Pahlke. Jeden Donnerstag ist ihr Tag, zwei Stunden oder länger wird dann abends geprobt – aber auch viel erzählt. „Wir verstehen uns alle sehr gut, hier sind auch viele Freundschaften entstanden“, sagt Schmidt. Auf der Bühne gibt es daher auch mal ein paar Gags. „Bei einer Rolle hatte ich sonst immer Cola im Glas, bei der letzten Vorstellung war es aber echter Rum“, erinnert sich Jürgen Kaeding, der seit 15 Jahren dabei ist. Und statt mit Handtuch bekleidet lief Mitspieler Maik auch schon mal im String-Tanga quer über die Bühne.

Neue Mitspieler immer willkommen

Warum die leichte Boulevard-Komödien-Kost? „Die Leute, die abends hierher kommen, wollen sich amüsieren. Sie wollen leichte Unterhaltung, keine philosophischen Fragen diskutieren“, meint Scholtis. Neue Mitspieler sind übrigens immer willkommen, besonders gesucht werden: Männer. Kontakt: juergen.kaeding@web.de

Die Premiere von „Die Stepphühner“ ist am Freitag, 21. Februar, um 20 Uhr im Jugendhaus Klausdorf, Dorfstraße 101, Schwentinental. Karten unter Tel. 0431/791869

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