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Plön Leserbrief-Schwindel: Streit bei Grünen
Lokales Plön Leserbrief-Schwindel: Streit bei Grünen
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20:44 29.08.2019
Von Robert Michalla
Dennis Mihlan (li.) und Ulrich Markmann-Mulisch hatten einst zusammengearbeitet. Der Leserbrief-Schwindel der Grünen in Schwentintental hat die beiden entzweit.  Quelle: Merle Schaack (Archiv)
Schwentienental

Markmann-Mulisch reagierte damit auf die Ankündigung seiner Parteikollegen Dennis Mihlan und Andreas Müller, zwar ihre politischen Ämter abzugeben, aber ihre beiden Mandate in der Stadtvertretung und im Kreistag zu behalten.

Für Markmann-Mulisch sei es "selbstverständlich", dass beide auch ihre Mandate zurückgeben müssten. Mihlan und Müller hatten unter falschem Namen Leserbriefe an die Kieler Nachrichten zur Stadtpolitik in Schwentinental geschickt.

Grüne ernten Spott und Kritik für Umgang mit Müller und Mihlan

André Jagusch, Kreisgeschäftsführer der CDU, spottete über die Grünen und darüber, dass Mihlan und Müller ihre Mandate behalten wollen. Er schrieb bei Facebook: "Na herzlichen Glückwunsch zu solchen Leistungsträgern." Zuvor hatten sich die Grünen erleichtert darüber gezeigt, dass Mihlan und Müller ihre Fehler eingestanden und angekündigt hatten, ihre Posten als Bürgervorsteher beziehungsweise Fraktionschef räumen zu wollen. Arne Heinold, Grünen-Chef in Schwentinental, sagte: "Wir wissen, dass wir mit Dennis Mihlan und Andreas Müller zwei grüne Leistungsträger in unseren Reihen haben und unterstützen die weitere gemeinsame Arbeit für unsere Stadt."

Die beiden Politiker hatten über Monate hinweg Leserbriefe unter falschem Namen geschrieben.

Gepostet von Kieler Nachrichten am Mittwoch, 28. August 2019

SPD, CDU, SWG und FDP in Schwentinental forderten am Donnerstag, dass Müller und Mihlan sofort zurücktreten und ihre Mandate abgeben. Das teilten die Parteien in einer gemeinsamen Erklärung mit. "Eine Zusammenarbeit mit ihnen ist – gleich in welcher Funktion – nicht mehr möglich." Weiter hieß es: "Die Grünen-Fraktion und der Schwentinentaler Ortsverband müssen sich entscheiden, was ihnen wichtiger ist: Grüne Politik im echten Sinne durch Gewinnung von Mehrheiten oder Nibelungentreue zu grandios gescheiterten Parteifreunden."

Nach Leserbrief-Schwindel: Parteien in Schwentinental fordern kompletten Rückzug

SPD, CDU, SWG und FDP warfen Müller und Mihlan Dreistigkeit vor, weil sie "das Verfahren für die nächsten Sitzungen des Hauptausschusses und der Stadtvertretung weiterhin zu steuern und ihren Rücktritt zu einem ihnen genehmen, späteren Zeitpunkt zu erklären" versuchten. Für die Fraktionen sei das inakzeptabel. "Entweder Mihlan und Müller treten wegen ihres skandalösen Verhaltens sofort zurück oder sie wollen Presse und Öffentlichkeit weiterhin hinters Licht führen", hieß es.

Müller sagte auf Anfrage, dass er seinen Posten als Fraktionsvorsitzender am Dienstag abgegeben habe. "Den Vorsitz des Hauptausschusses werde ich in der nächsten Sitzung des Hauptausschusses am 9. September zu Beginn abgeben", fügt er hinzu. "Nach der Sitzungseröffnung und nachdem ich mich vom Ausschuss verabschiedet habe, werde ich meinen vorbereiteten Rücktritt einreichen." Inhaltlich werde er die Sitzung nicht vorbereiten, sagte Müller weiter.

Mihlan sagte, er habe Bürgermeister Michael  Stremlau und Kreispräsident Stefan Leyk darüber informiert, dass er seine Ämter niederlege.

"Maßlos enttäuscht" von Müller und Mihlan

Beide stellten sich am Donnerstagabend in Schwentinental Bürgern. In der Räucherkate gestanden sie erneut ihr "Fehlverhalten". "Maßlos enttäuscht" zeigten sich einige Schwentinentaler von den Kommunalpolitikern und forderten einen sofortigen Rücktritt auch von ihren Mandaten im Kreistag und der Schwentinentaler Stadtvertretung.

Mihlan betonte zwar, dass dieser Weg für ihn noch offen sei. Aber er sagte auch: "Ich wünsche mir, dass ich eine zweite Chance bekomme." Auch Müller hielt vorerst an seinem Mandat fest: "Meine Wünsche und Ideen für diese Stadt haben sich nicht verändert."

Mihlan und Müller hatten unter falschem Namen Leserbriefe an die Kieler Nachrichten zur Stadtpolitik in Schwentinental geschickt, die zum Teil auch abgedruckt worden sind.

Chronologie: Der Leserbrief-Schwindel

Mehrere Politiker forderten daraufhin den Rücktritt der Grünen Andreas Müller und Dennis Mihlan aus Schwentinental. Auch der Grünen-Kreisverband übte deutliche Kritik an Müller und Mihlan. Mihlan war Bürgervorsteher in Schwentinental, Müller Fraktionschef.

Lesen Sie auch: Kommentar zu den falschen Leserbriefen

Neue Fraktionsvorsitzende soll Sarah Lossau. Lossau ist Mihlans Schwester und war bislang stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen in Schwentinental. Ihr neuer Stellvertreter wird Stefan Wiese; er ist zugleich stellvertretender Bürgermeister in Schwentinental.

Das sagen Leser über Dennis Mihlan und Andreas Müller

Ulrich Markmann-Mulisch ist mit seiner Meinung nicht allein: Auch Leser der Kieler Nachrichten fordern Andreas Müller und Dennis Mihlan auf, sich aus Stadtvertretung und Kreistag zurückzuziehen. Christina Keller schreibt bei Facebook: "He Dennis Mihlan und Andreas Müller, gebt euch einen Ruck und verzichtetet auf eure Sitze im Kreistag! Für die Sache kann man auch ohne Mandat arbeiten. So schadet ihr der Arbeit eurer Partei."

Cornelia Schlotfeldt meint: "War auch erstaunt zu lesen, dass sie die Kreistagsmandate noch behalten. Wenn Rücktritt, dann auch bitte konsequent. Alles andere wirkt unglaubwürdig."

Özlem Umay fügt hinzu: "Beide behalten ihre Kreistagsmandate [...] - Das ist nicht wirklich konsequent, um es mal vorsichtig zu formulieren. Das motiviert natürlich ungemein, sich für diese Partei zu engagieren oder sie zu wählen..."

Björn-Ole Söth sagt: "Sorry... bitte weder als Volksvertreter - noch als Parteimitglied - hier hilft nur noch konsequenter und vollständiger Rücktritt - zwei Jahre schämen und dann vielleicht mit neuer Kraft zurück."

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