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Plön Nach der Wahl: Endet die Einigkeit?
Lokales Plön Nach der Wahl: Endet die Einigkeit?
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13:26 08.05.2018
Von Merle Schaack
Die Grünen feierten am Wahlabend mit Unterstützung einiger WIR-Vertreter ausgelassen ihren unerwarteten Wahlsieg. Quelle: Merle Schaack
Schwentinental

Als an der Wand im Schwentinentaler Ratssaal das vorläufige Endergebnis der Kommunalwahl prangte, leerte sich der Raum schnell. Nur einer stand noch kopfschüttelnd vor der Grafik, die eine Sensation abbildete: Acht von zwölf Direktmandaten für die Grünen, die zuvor nur viertstärkste Kraft waren.

„Das kann ich mir gar nicht lange genug ansehen“, sagte der Fraktionsvorsitzende Andreas Müller, dessen Partei nun stärkste Kraft in der Stadtvertretung mit 29 Sitzen ist.

Eine Mehrheit haben aber nach wie vor SPD (6 Sitze), CDU (6) und SWG (5), die in vielen Fragen dicht beieinander liegen. FDP und WIR kommen jeweils auf zwei Sitze – je einer mehr als zuvor.

Grüne wollen konstruktive Zusammenarbeit

Der Grünen-Vorsitzende Dennis Mihlan, der im Wahlkreis 1 gegen SWG-Chef Uwe Bartscher gewonnen hatte, sah den Grund für den Erfolg in „transparenter, bürgernaher Politik“. Müller sagte: „Ich habe das Gefühl, viele Menschen haben in den letzten fünf Jahren gespürt, dass viele Probleme weiter gegärt haben. Deshalb haben sie sich entschieden, ihre Kreuze anders zu setzen.“ Beide kündigten an, mit den anderen Fraktionen konstruktiv zusammenarbeiten zu wollen.

SPD-Erdrutsch nach 23 Jahren an der Spitze

Schockstarre herrschte vor allem bei der SPD, die zuvor 23 Jahre lang stärkste Kraft zuerst in Raisdorf, dann in Schwentinental gewesen war. Sie rutschte um 7,4 Prozentpunkte ab, holte erstmals seit 1994 kein Direktmandat.

„So funktioniert Demokratie“, sagte der Fraktionschef Volker Sindt. „Offensichtlich waren die Grünen mit ihrer Programmatik und Vorgehensweise besser aufgestellt.“

Die Grünen hatten im Vorfeld der Wahl Veranstaltungen zu den Themen Stadtentwicklung und Jugendbeteiligung organisiert und ein eigenes Magazin an die Bürger verteilt.

Wählergemeinschaften verlieren

Auch SWG und WIR suchten nach Erklärungen für ihre Verluste. „Dass die Wählergemeinschaften verlieren, scheint ein Landestrend zu sein“, konstatierte Uwe Bartscher (SWG), der kein Hehl aus seiner Enttäuschung angesichts 3,8 Prozentpunkte Verlust machte. Weiterhin stehe die Sacharbeit im Vordergrund – unabhängig davon, welche Partei die Vorschläge mache.

Auch Joachim Harting (WIR) hatte sich mehr erhofft, bemühte sich aber um Optimismus. „Wir freuen uns, wieder Fraktionsstärke zu haben“, sagte er. Eine Freude, die er mit der FDP teilte. Ihr Fraktionsvorsitzender Jan Voigt mahnte: „CDU, SPD und SWG sollten das Ergebnis zum Anlass nehmen, über ihre bisherige Praxis nachzudenken.“

Eine Einschätzung, die Norbert Scholtis (CDU) nicht teilte. „Wir sehen das nicht als Weckruf“, sagte er, dessen Partei mit einem Plus von 1,4 Prozent ebenfalls zu den Gewinnern gehört.

Angesichts des Grünen-Ergebnisses kam bei ihm aber keine Freude auf. „Zwei Sitze weniger als die Grünen zu haben, kann der CDU nicht gefallen“, sagte er und kündigte an, weiter mit SPD und SWG kooperieren zu wollen. „Das war ein Stück Verlässlichkeit. Bei existenziellen Fragen für die Stadt führen wir diese Zusammenarbeit gerne weiter.“

Diese Kandidaten haben ein Mandat für die Künftige Stadtvertretung.
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