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Plön Timo Boss ist der Klima-Boss im Rathaus
Lokales Plön Timo Boss ist der Klima-Boss im Rathaus
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08:39 29.09.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Timo Boss kümmert sich als Klimaschutzmanager ab sofort um ein Konzept, wie die Stadt Schwentinental möglichst viel CO2 einsparen kann. Quelle: Sibylle Haberstumpf
Schwentinental

Die Hauptaufgabe für Timo Boss: ein tragfähiges Klimaschutzkonzept erarbeiten. Am 1. September 2020 muss eine Rohfassung stehen, sechs Monate später das ausgearbeitete Konzept – danach sollen konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Wenn alles klappt, wird das Projekt um weitere drei Jahre verlängert.

Bachelor in Offshore-Technik, Master in Windenergie

Schwentinentals Bürgermeister Michael Stremlau ist optimistisch. Hellauf begeistert von seinem neuen Mann fürs Klima ist er sowieso: „Einen besseren Bewerber konnten wir uns gar nicht wünschen.“ Denn Boss hat nicht nur einen Bachelor-Abschluss in Offshore-Technik und einen Master in Windenergie, er ist auch gelernter Verwaltungsfachmann. Und kennt sich als ehrenamtlicher Bürgermeister der 500-Einwohner-Gemeinde Rodenbek (Kreis Rendsburg-Eckernförde) auch noch bestens in Sachen Kommunalpolitik aus. Was ihm sicher helfen wird, muss er doch auch die verschiedenen Akteure zusammenbringen – unter anderem aus der Stadtpolitik. Und natürlich aus der Bürgerschaft.

Um seine Ideen durchzusetzen, muss sich Boss ein Netzwerk aufbauen. Öffentliche Vorträge plant er dazu ebenso wie Projekte mit interessierten Schulklassen in Schwentinental. Apropos, wie findet er eigentlich Greta Thunberg und die Fridays-for-Future-Bewegung? Der Vater eines kleinen Sohnes sagt: „Ganz ehrlich, ich finde es gut, dass die Jugend losgeht. Klimaschutz ist eine Sache, die nicht nur auf wenige verteilt werden kann.“ Für Stremlau steht fest: „Wir brauchen jemanden, der sich hauptamtlich um den Klimaschutz kümmert. Das ist eine sehr intensive Arbeit.“ Aber eine, die gefördert wird: Die Stadt hat die Stelle des Klimaschutzmanagers über eine Kommunalrichtlinie beantragt. 65 Prozent seines Gehaltes werden so finanziert.

Klimaschutzmanager im Kreis

Der Kreis Plön beschäftigt zurzeit zwei Klimaschutzmanager, zum einen Ina Steude, die für die Liegenschaften des Kreises zuständig ist, zum anderen David-Willem Poggemann, der kreisweit koordinierend tätig ist und die kreisangehörigen Kommunen berät. Im Vordergrund steht das Einsparen von CO2.

Auf Stadtebene sind derzeit Marret Bähr in Preetz und Timo Boss in Schwentinental als Klimaschutzmanager tätig. In der Stadt Plön soll ebenfalls in Kürze ein Klimaschutzmanager die Arbeit aufnehmen.

Seit dem 1. Januar 2018 werden alle Kreisliegenschaften mit grünem Strom versorgt.

In vier Schulen wurde mit Unterstützung von Fördermitteln aus der Nationalen Klimaschutz-Initiative (NKI) die Beleuchtung komplett auf LED umgestellt.

In der Kreisverwaltung wurden alte Heizungspumpen durch selbstregulierende Stromsparmodelle ersetzt. Eine Lüftung wurde erneuert und ein Wärmetauscher nachgerüstet.

Bürger zu anderen Energieformen bringen

Konkret geht es für Boss darum, die Attraktivität der E-Mobilität zu steigern, um neue Radwege, um erneuerbare Energien bei Neubauprojekten oder um die Frage: Welche Energiequellen bietet die Stadt ihren Bürgern an? Ansatzpunkte gibt es genug. Auch Stremlau weiß: „Wir haben hier sehr viele Häuser aus den siebziger Jahren, die noch mit Ölheizung laufen.“ Wie kriegt man die Bürger weg zu anderen Energieformen? Klar sei, sagt Boss: „Es muss wirtschaftlich interessant sein für den einzelnen Bürger.“ Die Stadt müsse bei sich selbst anfangen – beispielsweise bei ihrem Rathaus, das dringend energetisch saniert werden muss. Und bei ihrem Fuhrpark, der Stück für Stück auf E-Fahrzeuge umgerüstet werden könnte. Vorher sollen allerdings mehr E-Ladesäulen kommen.

CO2 einsparen als oberstes Ziel

Klimaschutz brauche aber auch Augenmaß, findet Stremlau. Von einem „Klimanotstand“, wie ihn die Grünen im Juni in der Stadtvertretung beantragt hatten und der abgelehnt wurde, hält er nichts. „Wir machen alles, was geht. Aber alles muss finanzierbar sein.“

Einen Klimaschädling hat Timo Boss im Rathaus übrigens schon identifiziert: In der Küche hatte Tag und Nacht das Licht gebrannt. „Wir haben dort jetzt einen Bewegungsmelder installiert.“ Der aber wohl nochmal justiert werden muss – denn Chefsekretärin Claudia Neubauer stand neulich beim Kaffeekochen zeitweise im Dunkeln... Wichtig, findet der Klimaschutzmanager, ist nun aber vor allem eine Frage: „Wo haben wir die Möglichkeit, CO2 einzusparen? Das ist das oberste Ziel.“

Grüne sind gespannt auf das Konzept

Und die Grünen-Fraktion in der Stadtvertretung? Die hatte bereits im September 2018 ein Klimamanagement für Schwentinental ins Gespräch gebracht. Fraktionschefin Sarah Lossau ist schon "gespannt" auf das Klimaschutzkonzept und zählt einige Erwartungen auf: "Impulse für die Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs etwa durch Verbesserungen in der Radverkehrsinfrastruktur, Potentiale zur Steigerung der Erzeugung regenerativer Energie durch die Stadtwerke, Einfließen der Klimaziele in die Stadtentwicklungsplanung." Nicht zuletzt erhoffe sie sich auch das Erschließen von Fördermöglichkeiten für Stadt, Gewerbe und Privathaushalte für die Umsetzung von Maßnahmen zum Klimaschutz.

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