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Plön Überholmanöver: Radler fordert mehr Abstand
Lokales Plön Überholmanöver: Radler fordert mehr Abstand
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12:34 25.09.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Frank Lindemann will zeigen: In der Hermann-Löns-Straße und anderen Straßen in Schwentinental ist es sehr eng - als Radfahrer wird er hier oft mit deutlich weniger als dem Mindestabstand 1,50 Meter überholt. Quelle: Sibylle Haberstumpf
Schwentinental

Radfahrer und Autofahrer - kein ganz unbelastetes Verhältnis. Oft wird es eng auf den Straßen zwischen Raisdorf und Klausdorf. Kritik kommt jetzt von einem Schwentinentaler, der täglich mit dem Rad unterwegs ist. Frank Lindemann wohnt in der Hermann-Löns-Straße, radelt jeden Tag zur Arbeit und bemängelt die Situation in seiner Nachbarschaft. Ihm fällt täglich auf: "Oft halten Autofahrer den Mindestabstand von 1,50 Meter beim Überholen nicht ein." Er möchte dazu beitragen, sagt der 51-Jährige, dass Auto- und Radfahrer sicherer miteinander umgehen. Insbesondere um Schulkinder mache er sich Sorgen, die hier mit dem Rad die nahe Grundschule am Schwentinepark ansteuern oder die Albert-Schweitzer-Schule. "Es geht mir um mehr Rücksicht", so Lindemann.

Selbstversuch mit Holzlatte auf dem Gepäckträger

Die Polizei Schwentinental weiß um die Enge in der Hermann-Löns-Straße, insbesondere wegen der am Rand parkenden Autos, doch einen Unfallschwerpunkt gebe es hier nicht. Die Straße ist ein verkehrsberuhigter Bereich. Es gilt Tempo 30. Morgens sei es schlimm, findet Lindemann. Viele Autofahrer seien zu schnell unterwegs, drängelten sich ungeduldig an ihm vorbei. "Ich werde oft nur mit 20, 30 Zentimetern Abstand extrem eng überholt", klagt er. Er sei selber auch Autofahrer und wolle die Gruppe gar nicht pauschal angreifen. Sondern ein Gespür, ein Bewusstsein für die Radfahrer in den vielen engen Anwohnerstraßen in Schwentinental wecken. Mit einer festen Holzlatte auf dem Gepäckträger, genau abgemessen, ist er jetzt seine Straße einmal abgefahren, um zu demonstrieren: 150 Zentimeter sind ganz schön viel. Fazit: Überholende Autos kamen kaum vorbei, mussten an den engsten Stellen hinter ihm bleiben.

So ist die Rechtslage in Sachen Abstand

Wie ist die Rechtslage in Sachen Abstand? Ein Sprecher des Verkehrsministeriums antwortet: Ein Mindestabstand in Zentimeter-Angabe sei in Schleswig-Holstein derzeit nicht gesetzlich festgeschrieben - werde aber vermutlich in der neuen Straßenverkehrsordnungs-Novelle enthalten sein, die noch nicht vorliege. Nach Artikel 5, Absatz 4 der StVO sei aber beim Überholen "ein ausreichender Sicherheitsabstand" zu Radfahrern einzuhalten. Nach der Rechtsprechung betrage der Mindestabstand ein bis zwei Meter. "In der Regel werden 1,50 Meter angenommen", so der Sprecher.



Und wenn es sehr eng ist? Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club hat dazu eine klare Meinung: "Wenn der Mindestabstand zum Radverkehr nicht eingehalten werden kann, darf nicht überholt werden. Erst recht nicht bei Gegenverkehr." Frank Lindemann rät: Wenn Autofahrer während eines Überholmanövers merkten, dass es mit dem Abstand knapp wird, sollten sie "lieber anhalten und abwarten", statt Radfahrer zu gefährden.

Es kommt ein Radwegekonzept für Schwentinental

In Schwentinental hat sich bereits eine Arbeitsgruppe um den Fahrradexperten Herbert Steenbock von der Wählergemeinschaft SWG gebildet. Die Gruppe, die aus aktiven Radfahrern aus allen sechs Fraktionen der Stadtvertretung besteht, ist seit August aktiv. Erarbeiten will sie ein Radwegekonzept für Schwentinental. "Gute und vernetzte Radwege tragen zu einer Verkehrswende und damit zum Klimaschutz bei. Ziel ist es, den Radverkehr auch für den Nahverkehr innerhalb Schwentinentals attraktiv zu machen", so Steenbock.

Karte: Unfälle mit Toten und Verletzten in Schwentinental



Einen wichtigen Punkt hebt der SWG-Mann heraus: Die Kiel-Region plant einen Radweg von Kiel nach Plön, Premiumroute genannt, die auch durch Schwentinental führt. "Die Arbeitsgruppe hat sich mit dem Trassenverlauf durch Schwentinental befasst und Vorschläge erarbeitet, die mit der Kiel-Region abgesprochen werden sollen und müssen", erklärt Steenbock. Im Blick habe man neben der schnellen Verbindung zwischen Kiel und Preetz/Plön vor allem auch die Orsteilverbindung zwischen Klausdorf und Raisdorf. "Daneben sind die Anschlüsse an die Radwege in Kiel und Preetz zu beachten", sagt Steenbock. Bis Ende des Jahres 2019 soll der Verlauf der Premiumroute vorliegen.

Wann kommt das Radwegekonzept? Eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Radwege in Schwentinental hat die Arbeitsgruppe bereits durchgeführt. Dieser Problemstellenbericht enthält Vorschläge für Radwege. Steenbock: "Wir haben Ideen zu Papier gebracht und müssen nun diskutieren. Wir erwarten, bis Mitte des nächsten Jahres der Stadtvertretung das Konzept zur Genehmigung vorzulegen."

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