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Plön Grüne teilen bei Rücktritt kräftig aus
Lokales Plön Grüne teilen bei Rücktritt kräftig aus
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13:12 13.09.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Dennis Mihlan ist als Bürgervorsteher zurückgetreten. Quelle: Sibylle Haberstumpf
Schwentinental

Müller hatte schon am Montag seinen Posten als Vorsitzender des Hauptausschusses offiziell räumen wollen - doch weil die vier anderen Fraktionen aus Protest der Sitzung ferngeblieben waren, entschied er sich anders. Nun der Rücktritt vor versammelter Stadtvertretung und rund 100 interessierten Besuchern. Auch der 38-jährige Bürgervorsteher Dennis Mihlan, der unter dem ausgedachten Namen "Walter Stängel" insgesamt viermal einen Leserbrief an die Redaktion der Kieler Nachrichten geschickt hatte und genauso wie Müller (der als "Bernd Seiler" einen falschen Brief verfasst hatte) aufgeflogen war, legte sein Amt nieder. Die beiden galten als grünes Spitzenduo ihrer Fraktion in Schwentinental.

Mihlan: Belastung für meine Familie

Mihlan, vor 15 Monaten ins Amt des Bürgervorstehers gewählt, entschuldigte sich bei allen Bürgern und Stadtvertreter in persönlichen Worten gleich zu Beginn der Sitzung. Er bat aber auch darum, „den Menschen Dennis Mihlan“ und sein Engagement für die Stadt zu sehen - und gab Einblick in seine Gefühlswelt. Der Skandal belaste ihn und seine Familie. Den Medien warf er vor, das Thema „extrem skandalisiert“ zu haben. „Meine gesamte Privatsphäre wurde mehrmals umgekrempelt“, klagte er. 

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Müller geht in die Offensive

Direkt im Anschluss sprach Andreas Müller seinen Rücktritt als grüner Fraktionschef - Sarah Lossau hat bereits den Fraktionsvorsitz übernommen - und als Hauptausschussvorsitzender aus und entschuldigte sich ebenfalls öffentlich. Die Kritik an ihm sei berechtigt. Er habe einen großen Fehler gemacht. Auch er beklagte das aus seiner Sicht unangemessene Ausmaß der medialen Berichterstattung. Mihlan und er seien nach der Berichterstattung im Internet als „Maden“ und „Abschaum“ beschimpft worden. „Ich möchte wieder unbelastet durch Schwentinental gehen können“, so Müller. Er ging aber auch in die Offensive. Anderen Stadtvertretern warf er vor, sich „mithilfe der KN“ zu inszenieren und bezeichnete die Pressemitteilungen der Fraktionen aus den vergangenen Tagen und Wochen als eine „fein abgestimmte, gnadenlose Choreografie“, um ihn und Mihlan loszuwerden und aus der Stadtvertretung zu drängen. Bezeichnend allerdings eine Reaktion aus den eigenen Reihen: Stefan Wiese, neuer stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen, betonte nach Müllers Statement: Er, Müller, habe die Rede nicht in seiner Position als Fraktionsmitglied gehalten, sondern als Privatperson - er habe nicht im Namen der Fraktion gesprochen.

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Vertrauen beschädigt

Wie die sachliche Zusammenarbeit in der Stadtvertretung in Zukunft aussieht, bleibt abzuwarten. Als Stadtvertreter behalten beide ihre Mandate. Die anderen Fraktionen - bis auf die WIR - missbilligen das. „Erwartet hätten wir einen sofortigen Rücktritt“, sagte Herbert Steenbock stellvertretend für die vier Fraktionen. Die Fraktionen fordern einen Mandatsverzicht beider als „notwendige Konsequenz“. Das „unverzichtbare Vertrauen“ der Bürger in die politische Arbeit sei vorsätzlich und nachhaltig beschädigt worden - Mihlan und Müller hätten für sich als Grünen-Politiker durch die gefälschten Leserbriefe Kapital schlagen wollen. „Es wird lange dauern, bis hier wieder Vertrauen einziehen kann“, so Steenbock

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