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13:04 09.03.2020
Von Nadine Schättler
Flüchtlingsfrauen in Schwentinental lernen die deutsche Sprache, während ihre Kinder im Nebenraum betreut werden. Quelle: Nadine Schättler
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Schwentinental

Jeden Vormittag verwandelt sich die offene Ganztagsschule (OGTS) der Grundschule am Schwentinepark im Ortsteil Raisdorf in eine Lernstube mit Kindergarten. Auf einem Gruppentisch mit schwarz-weiß karierter Decke liegen aufgeklappte Bücher, Schreibhefte, Stifte. Bis zu zwölf Frauen arbeiten hier in großer Runde, manchmal auch in kleinen Teams, um Deutsch zu lernen.

Agsa (30) aus dem Irak zückt während einer Pause ihr Handy und macht ein Selfie mit den Dozentinnen von der Kreisvolkshochschule Plön. „Ich komme sehr gerne hierher“, sagt sie und strahlt. Und man sieht es ihr an. Agsa ist schon eine Weile im Land und spricht Deutsch. Irgendwie. Bisher, so erklärt Agsa, habe sie die Sprache beim Einkaufen, bei Arztbesuchen oder bei Gesprächen in Kindergärten gelernt. Jetzt aber müsse sie an der Grammatik feilen.

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Keine Scheu, deutsch zusprechen

Auch Randa (23) aus Palästina hat keine Scheu, deutsch zu sprechen. „Ich war acht Jahre lang in Norwegen und bin dort zur Schule gegangen“, sagt sie. Das lateinische Alphabet habe sie daher gut gekannt, als sie nach Schwentinental kam. Wie alle Frauen hier ist Agsa glücklich, dass sie ihre acht Monate alte Tochter jeden Tag mit zum Sprachkursus bringen kann. In einem großen Nebenraum werden die Kleinen betreut, können spielen und malen. Mit dieser Hilfe haben die Frauen Perspektiven. „Ich möchte eine Ausbildung zur Erzieherin machen“, erzählt Agsa. Ihre Tischnachbarin Imanshtit (31) aus Syrien würde gerne im Krankenhaus helfen. „Die Sprache ist sehr schwer. Aber es macht viel Spaß, sie zu lernen“, sagt sie.

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Das besondere Problem der Flüchtlingsmütter hat Giuliana Runge, Ehrenamtskoordinatorin der Stadt Schwentinental und Kooperationspartnerin für die Kurse vor Ort, früh erkannt. Als mit der großen Flüchtlingswelle 2015 die ersten Sprachkurse vom Land Schleswig-Holstein auch in Schwentinental subventioniert wurden, fiel ihr auf, dass die Frauen sehr unregelmäßig oder gar nicht kamen, obwohl sie viel Lernfreude zeigten. „Da haben wir uns überlegt, die Frauen dort abzuholen, wo sie sind“, erklärt Giuliana Runge. Nämlich mit ihren Kindern, von denen viele auf einen Kita-Platz warten, und ohne Männer.

Es fehlen Räume für ein weiteres Angebot

Seitdem ist die Begeisterung für die Deutschkurse im Rahmen des STAFF-Projektes (Starterpaket für Flüchtlinge in Schleswig-Holstein) vom Landesverband der Volkshochschulen in Schwentinental kaum zu bremsen. „Es gibt nicht viele Angebote mit solch optimalen Bedingungen“, sagt Heike Zura von der Kreisvolkshochschule Plön. Dabei merke sie, dass die Flüchtlingsfrauen einen Kursus mit Kinderbetreuung, in dem sie unter sich sein können, brauchen. Auch Giuliana Runge erfährt das regelmäßig, wenn neue Anmeldungen kommen. „Wir haben seitdem so viel Bedarf. Wir könnten ein weiteres Angebot starten, aber uns fehlen die Räume.“

Die Flüchtlingsfrauen aus dem aktuellen Kursus haben bereits ihre erste Deutschprüfung abgelegt und lernen fleißig weiter. Ihre Hausaufgaben erledigen manche von ihnen sogar noch in der Nacht. „Wenn die Kinder schlafen“, sagt Imanshtit und strahlt. Alle wollen unbedingt lernen. „Hier können wir frei sprechen und andere Frauen treffen“, sagt Randa (23) aus Palästina. Agsa erzählt, dass ihr Kind abends vor dem Zubettgehen immer fragt: „Gehen wir morgen wieder zum Sprachkursus?“ Und Agsa nickt. Dann ist auch ihr Kind glücklich.

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