Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Plön Stadtvertretung lehnt Klimanotstand ab
Lokales Plön Stadtvertretung lehnt Klimanotstand ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:27 14.06.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Bevor die Stadtvertretung tagte, fand sich ein Demonstrant vor dem Rathaus ein: Der 17-jährige Klima-Aktivist Vincent Schlotfeldt aus Schwentinental hat eine Fridays-for-Future-Ortsgruppe gegründet. Quelle: Sibylle Haberstumpf
Schwentinental

Die "Erklärung des Klimanotstandes" für Schwentinental hatte sich die Grünen-Fraktion in der Stadtvertretung gewünscht. "Die Klimaproblematik stellt uns vor große Herausforderungen", führte Fraktionschef Andreas Müller aus. Im Kern seines Antrags gehe es für Schwentinental darum, alle künftigen Entscheidungen „zunächst einmal unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit zu überprüfen und zu beschließen“ – wie etwa Bauvorhaben. Solche Einschätzungen sollten auch in Beschlussvorlagen künftig  künftig abgegeben werden. Außerdem sollte der Bürgermeister jährlich einen Bericht über Fortschritte und Probleme beim Klimaschutz vor Ort erstatten - so die Forderung der Grünen.

Weder notwendig, noch zielführend

Doch dieser Antrag wurde mit 20 zu 6 Stimmen von allen anderen Fraktionen abgelehnt. Als gemeinschaftliche Antwort der CDU, SPD, SWG, FDP und WIR brachten sie allerdings einen Alternativantrag ins Spiel, der ebenfalls den "Schutz der Umwelt und des Klimas" für Schwentinental aufgreift, aber allgemeiner formuliert. "Das bloße Ausrufen eines 'Klimanotstandes' ist aus Sicht der Stadtvertretung weder notwendig, noch überhaupt zielführend", hieß es zur Begründung. Trotzdem sei klar: Klimaschutz sei bei kommunalen Vorhaben und Entscheidungen "als ein wichtiger Bestandteil zu berücksichtigen".

"Niemand bestreitet heute noch ernsthaft, dass sich das Klima verändert. Und ich denke, dass sich in dieser Stadtvertretung auch alle Fraktionen darüber einig sind, dass etwas geschehen muss, um dieses globale Problem in den Griff zu bekommen und diese Erde auch noch für künftige Generationen zu erhalten", erklärte FDP-Fraktionschef Jan Voigt in der Sitzung. "Die entscheidende Frage ist jedoch, wie wir dem Klimawandel ohne den derzeitig verbreiteten Alarmismus begegnen. Was wir benötigen, liebe Freunde von den Grünen, sind doch eher wirksame Maßnahmen, statt bloße Lippenbekenntnisse. Ja, wir möchten Klimaschutz. Aber eine Apokalypse herbeizureden, hilft uns nicht weiter." Sarah Lossau von den Grünen befand den Alternativantrag dagegen als viel zu vage. "Das, was Sie hier formuliert haben, ist Wischiwaschi", motzte die Stadtvertreterin. Dennoch ging der Gegenantrag klar durch, nur die Grünen-Fraktion stimmte dagegen.

Keine Solidarität mit Fridays for Future

Abgelehnt wurde aber auch ein Teil des Grünen-Antrages, über den Fraktionschef Müller gesondert abstimmen ließ: die Erklärung der Solidarität mit der Jugendbewegung Fridays for Future. Sich solidarisch zeigen mit den Zielen und Bemühungen der von Greta Thunberg inspirierten Bewegung, das strebte den Grünen für Schwentinental vor. Die Freitags-Demos hätten "das Bewusstsein für die Klimaproblematik in der Wahrnehmung der Bevölkerung einen entscheidenden Schritt vorangebracht", hieß es im Antrag. Doch das überzeugte alle anderen Fraktionen nicht. Auch in dieser Teil-Abstimmung gab es 20 zu 6 Stimmen dagegen. 

Auf einen anderen Ausgang der Abstimmung gehofft hatte der 17-jährige Klima-Aktivist Vincent Schlotfeldt aus Schwentinental, der vorab vor dem Rathaus demonstriert hatte. Er macht eine Ausbildung zum Geomatiker. "Seit den ersten Minuten von Fridays For Future hier in Deutschland bin ich bei der Organisation der Streiks in Kiel dabei und habe jetzt auch für Schwentinental eine Ortsgruppe gegründet", erzählte er.

Weitere Nachrichten aus Plön lesen Sie hier.

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

An der A21-Anschlussstelle Nettelsee sind Absicherungsarbeiten an der Böschung nötig. Deshalb wird die Auffahrt in Richtung Kiel vom 17. bis voraussichtlich 21. Juni gesperrt. Die A21 ist währenddessen in Höhe der Anschlussstelle nur einspurig.

14.06.2019

In der Nacht vom 5. auf den 6. Juni 2019 wurden im Moorweg in Preetz mehrere Gartenzäune durch eine unbekannte Person beschädigt. Die Anwohner konnten einen Mann mit nacktem Oberkörper erkennen. Die Polizei sucht jetzt nach weiteren Zeugen.

14.06.2019

Der Startschuss für ein Mobilitätskonzept in Preetz ist gefallen. Im Haupt- und Finanzausschuss wurden verschiedene Themenbereiche den einzelnen Fachausschüssen zugeordnet. Auch erste Ideen wie beispielsweise eine autofreie Innenstadt wurden genannt. Diskussionen gab es um ein Leitbild.

Silke Rönnau 14.06.2019