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Plön Was soll der neue Bürgermeister können?
Lokales Plön Was soll der neue Bürgermeister können?
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14:00 12.10.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Am 8. März 2020 wählt Schwentinental einen neuen Bürgermeister. Wer tritt an, was soll er können, welche Themen sollten im Wahlkampf eine Rolle spielen? Diese Fragen werden in den kommenden Monaten eine Rolle spielen. Quelle: Peter Endig
Schwentinental

Der parteilose Michael Stremlau tritt nächstes Jahr – wie berichtet – nicht wieder an, andere Bewerber gibt es noch nicht. Wer nicht antritt, ist auch sonst relativ klar. Dazu genügt ein Blick in die jetzt veröffentlichte Liste der Mitglieder des Gemeindewahlausschusses: Die 16 Beisitzer und Stellvertreter dürfen sich nämlich schon rein rechtlich nicht bewerben. „Sie könnten allerdings aus dem Wahlausschuss zurücktreten“, gibt Wahlamtsleiter Michael Stubbmann zu bedenken, doch das sei bei einer Bürgermeisterwahl in Schwentinental noch nicht vorgekommen und wäre höchst selten.

Wer scheidet als Bewerber aus?

Auf der Liste stehen etwa die Fraktionsvorsitzenden der CDU und SPD, Norbert Scholtis und Volker Sindt. Außerdem findet sich dort von den Grünen als stärkster Fraktion in der Stadtvertretung der 31-jährige Arne Heinold, Sohn der schleswig-holsteinischen Finanzministerin Monika Heinold, oder auch Stefan Wiese, stellvertretender Grünen-Fraktionschef. Der von vielen Stadtvertretern im Vorfeld hoch gehandelte frühere Bürgervorsteher Dennis Mihlan, der im September wegen der Leserbrief-Affäre von seinem Amt zurücktrat, scheidet wohl aus.

Im Wahlkampf kein parteipolitisches Gerangel

Noch nicht festlegen will sich Malte Schwarten – der Großhandelskaufmann war bei der letzten Wahl im März 2014 als Einzelbewerber angetreten, bekam 9,8 Prozent der Stimmen und sagte den Kieler Nachrichten damals, er sei noch jung und werde es später noch einmal probieren. „Ich weiß es noch nicht“, sagt Schwarten jetzt auf Nachfrage. Ausschließen wolle er eine erneute Kandidatur aber nicht.

Welche Fähigkeiten sollte das neue Verwaltungsoberhaupt mitbringen? Jan Voigt von der FDP sagt: „Im Wahlkampf sollte deutlich werden, dass es bei der Bürgermeisterwahl weniger um parteipolitisches Gerangel geht, sondern vielmehr darum, mit der zukünftigen Verwaltungsspitze zu einer sachorientierten Politik zurückzukehren und eine Arbeitsatmosphäre zu schaffen, die es ermöglicht, gemeinsame Entscheidungen zu treffen, die von allen getragen werden.“ Natürlich sollte auch das eine oder andere Sachthema angesprochen werden – wichtig sei insbesondere das Riesenthema Stadtentwicklung.

Bewerber braucht "Persönlichkeit"

Aber vor allem authentisch müsse der Kandidat sein, für Klarheit und Transparenz stehen und Menschen zusammenführen können, unterstreicht Voigt. Das gelte auch im Hinblick auf die Ortsteile Raisdorf und Klausdorf. In der Tat sei die Zusammenführung der beiden Ortsteile, die 2008 zur Stadt Schwentinental mit aktuell rund 14000 Einwohner fusionierten, „eine große Aufgabe, die noch nicht erfüllt ist“, sagt auch Norbert Scholtis von der CDU. Er würde sich freuen, mehrere Kandidaten zu sehen und wolle niemanden im Vorfeld mit Forderungen abschrecken – nur eines wünsche er sich: „Er oder sie muss eine Persönlichkeit sein.“

Herbert Steenbock (SWG) stellt dagegen schon mal einige Fragen an den zukünftigen Bürgermeister: „Was ist mit der Straßensanierung? Wie kann sie finanziert werden? Wie werden die Schulen gefördert, zum Beispiel die Astrid-Lindgren-Schule? Was ist mit der Schülerbetreuung?“ Ebenso wie die WIR-Fraktion um Joachim Harting wünscht sich die SWG einen Bewerber mit Verwaltungserfahrung im Kommunalbereich.

"Die Kommunikation muss stimmen"

Volker Sindt (SPD) sieht es ähnlich: Gut in der Personalführung sollte der Neue sein, sich durchsetzen können, aber auch nicht im Kommando-Ton regieren und sich schnell in komplexe Sachverhalte einarbeiten können. „Er muss den Menschen zugewandt sein. Die Kommunikation muss stimmen.“ Wichtig sei, „die Chancen für eine wirtschaftliche Fortentwicklung zu nutzen, auch indem man Schwentinental als Bindeglied zwischen Kiel und dem Kreis Plön begreift“, sagt Sindt. Beschäftigen würden den neuen Verwaltungschef natürlich auch Kostenfragen, etwa bei der Sicherung des Angebots von Schulen, Kitas oder anderen sozialen Einrichtungen. Sindt: „Die Aufgaben werden größer.“

Anerkennung für den Sport

Das gilt auch für den Sport. Der Vorsitzende des größten Sportvereins der Stadt, Dietmar Luckau vom TSV Klausdorf, sagt: „Der neue Bürgermeister sollte ein Initiator für Gespräche sein, um die Sportstätten optimal nutzen zu können.“ Wichtig sei etwa der Förderantrag für eine neue Leichtathletik-Laufbahn. Der TSV Klausdorf und der Raisdorfer TSV haben zusammen knapp 4000 Mitglieder. „Wir wünschen uns Anerkennung des gesellschaftlichen Wertes der Sportvereine im Hinblick auf den sozialen Nutzen für die Stadt“, betont Luckau.

HGV-Chef erhofft sich "neue Impulse"

Erwartungen formuliert auch die Wirtschaft: Der Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins (HGV), Tillmann Frank, erhofft sich „neue Impulse“ vom neuen Rathauschef. „Er sollte mehr Kontakt halten zur Wirtschaft vor Ort, also mehr Besuche machen, um Wünsche und Nöte zu erfahren.“ Zudem wünscht sich der HGV in mancherlei Hinsicht ein „zügigeres Vorankommen“, etwa beim Erstellen von Bebauungsplänen, eine höhere Transparenz bei Planungen oder auch mehr Möglichkeiten der lokalen Wirtschaft, sich einzubringen – etwa bei Gewerbegebietsplanungen.

Das sagt die jüngere Generation

Vincent Schlotfeldt, 18, der die Schwentinentaler Fridays for Future-Gruppe gegründet hat, findet, dass "eine stärkere Jugendbeteiligung in der Stadtgestaltung und Politik Ziel sein" sollten. Für ihn auch die Frage auf der Agenda, wann Schwentinental klimaneutral sein soll und wie ein Weg dazu aussähe. "Auch unsere Stadt muss einen Beitrag dazu leisten, um die Klimakrise zu bewältigen", sagt Schlotfeldt. Und er fragt: "Würde sich das neue Stadtoberhaupt auch dafür einsetzen, dass das 1-Euro-ÖPNV Ticket, was in Kiel eventuell kommt, auch auf Schwentinental ausgeweitet wird?" Bei den Themen Verkehr und Fahrradfreundlichkeit habe die Stadt in seinen Augen "Aufholbedarf".

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