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Plön Facebook-Fotos enttarnen Diebe
Lokales Plön Facebook-Fotos enttarnen Diebe
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08:26 23.09.2014
Von Jessica Bunjes
Das wohl bekannteste Auto Schleswig-Holsteins. Quelle: privat
Schwentinental

Die Männer, die Sonnabend, gegen 10.45 Uhr, einen zu einem Wohnmobil umgebauten Mercedes Sprinter im Wert von rund 60.000 Euro vom Hof der Raisdorfer Mühle in Schwentinental stahlen, wurden nach einer Jagd über das Internet Sonntagnachmittag gegen 16.30 Uhr von einer Polizeistreife in Schafflund nahe der dänischen Grenze gefasst.

Und das kam so: Kaum hatten die Männer Schwentinental verlassen, posteten die Autobesitzer ein Foto vom Sprinter auf Facebook und informierten auch unsere Zeitung über den Diebstahl. „Der KN-Online-Post und der über Facebook geteilte Link verbreiteten sich zigtausende Male, überall halfen Menschen mit, das Auto wurde an verschiedenen Orten im Land entdeckt, beispielsweise in Todesfelde und  - mit inzwischen falschem Kennzeichen – in Neumünster“, berichtet Julia Schmidt.

Ständig wurde die Polizei auf dem Laufenden gehalten, doch die Autodiebe waren immer einen heißen Reifen voraus. Im ganzen Land wurde, unterstützt von regelmäßigen Facebook-Posts, nach dem auffälligen Fahrzeug gesucht. „Es war unglaublich, wie viele Menschen geholfen haben“, wundert sich Julia Schmidt, Tochter der Autobesitzer. Sonntagmittag tauchte der KN-Post wieder in einem Forum auf: „Der Bus wurde auf dem Weg nach Flensburg entdeckt“, so Julia Schmidt. „Wir waren daueronline, ständig gingen Hinweise ein, es war spannender als der Tatort.“

Schließlich wurde das Wohnmobil in Handewitt von einem Autoschrauber entdeckt und verfolgt. Er alarmierte die örtliche Polizei, die das Fahrzeug auf der B 199 stoppte. Der 26 Jahre alte Fahrer besitzt keinen Führerschein, stand nach Polizeiangaben unter Drogeneinfluss, zudem hatten er und sein Kumpan Betäubungsmittel sowie eine Luftpistole plus verschiedene gestohlene Auto-Kennzeichen an Bord. Wie die Polizei mitteilte, werden sich die Autodiebe jetzt unter anderem wegen Diebstahls, Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz, Fahren unter Drogeneinfluss und Fahren ohne Fahrerlaubnis zu verantworten haben.

„Wir sind einfach nur glücklich, das Auto scheint soweit ok zu sein“, erzählt Julia Schmidt. Lediglich die Kühltruhe sei ausgefallen, in der frisch gefangener Fisch aufbewahrt worden war…Eine begeisterte Familie Schmidt zahlt dem Schrauber, der das Auto bis zum unfreiwilligen Ende seiner Reise verfolgte, einen Finderlohn von 1000 Euro.