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Plön Kampf für Ziele im Ostseepark
Lokales Plön Kampf für Ziele im Ostseepark
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16:43 18.11.2014
Von Andrea Seliger
Das Land hat von Schwentinental erneut eine Einschränkung der Bauleitplanung für den Ostseepark gefordert. Quelle: Andrea Seliger
Schwentinental

Kann Schwentinental sein Vorhaben nicht weiter verfolgen, stünde auch die Veränderungssperre auf der Kippe – und der Ostseepark wäre weiter ohne Regulierung.

Zur Vorgeschichte: Seit sechs Jahren ist Schwentinental dabei, das Gebiet neu zu strukturieren, das seit Jahrzehnten insbesondere in der Landeshauptstadt Kiel für Missfallen sorgt und für das es keinen gültigen Bebauungsplan gibt – den letzten erklärte das Oberverwaltungsgericht Schleswig in den 90er-Jahren für nichtig. Anlass für die Kritik am jüngsten Entwurf war, dass Schwentinental auf der Brachfläche am Erdbeerberg ein neues Einkaufszentrum vorsah. An anderer Stelle im Ostseepark wurde dafür der Einzelhandel mit typischen Innenstadt-Waren wie Kleidung und Schuhe eingeschränkt oder komplett gestrichen. Die Nachbarkommunen fürchteten dennoch Verluste für ihre eigenen Ortszentren. Der im Sommer zum zweiten Mal ausgelegte Entwurf setzt weiter auf ein – wenn auch noch stärker durch Vorgaben reguliertes – neues Einkaufzentrum. Die Landesplanung hat deshalb erneut ein Anpassungsverlangen an die Stadt geschickt, in dem nicht nur die Streichung des kompletten Centers gefordert wird, sondern auch dem bestehenden Einzelhandel weniger Erweiterungsmöglichkeiten zugestanden wird als in der Planung der Stadt.

 Schwentinental will dennoch für die Umsetzung seiner Ziele kämpfen. Die langwierige Abstimmung belaste „Eigentümer, Unternehmen und die Entwicklung insgesamt“, stellte der Stadtentwicklungsausschuss am Montagabend in seinem nichtöffentlich gefassten Beschluss fest. Die Forderungen des Anpassungsverlangens seien „weder zielführend noch akzeptabel“, auch vor dem Hintergrund möglicher rechtlicher Auseinandersetzungen. Der Ausschuss beauftragte Bürgermeister Michael Stremlau, erneut das Gespräch mit der Landesplanung und der Stadt Kiel zu suchen. Doch allzu lange will man nicht mehr auf Ergebnisse warten. Aktuell gilt im Ostseepark noch eine Veränderungssperre bis 2015. Dadurch werden Vorhaben, die nicht in die Planung passen, verhindert. Sollte die Umsetzung dieser Planung aber ohnehin nicht möglich sein, „ist eine Aufhebung der Veränderungssperre im Ostseepark nunmehr erneut zu prüfen und ernsthaft in Betracht zu ziehen“, heißt es in dem Beschluss des Ausschusses. Der Vorsitzende Norbert Scholtis nannte als möglichen Zeitpunkt für weitere Beratungen den Januar. Zur Fristwahrung – das Land verlangt eine abgeschlossene Bauleitplanung bis Ende Mai 2015 – soll rechtzeitig Klage gegen die Forderungen des Landes eingereicht werden.

 „Wir wollen noch einmal versuchen, einen Kompromiss zu erreichen“, betonte Bürgermeister Michael Stremlau. Würde die Veränderungssperre aufgehoben, gäbe es wie früher nur noch wenige Beschränkungen für Vorhaben im Ostseepark.

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