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Plön Retter aus Lippe können nicht helfen
Lokales Plön Retter aus Lippe können nicht helfen
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06:00 03.05.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Heftiger Wind brachte  eine Segeljacht vor dem Sportboothafen Lippe in Seenot. Quelle: Brigitte Fuhrmann
Behrensdorf/Hohwacht

Der Vorfall ereignete sich bereits am 23. April 2019. Die 13 Meter lange Jacht mit drei Menschen an Bord steuerte bei starken Winden den Sportboothafen Lippe an. Der Skipper wollte sich in den Schutz des Hafens begeben, weil ein Kind akut mit Seekrankheit zu kämpfen hatte. Doch die Jacht lief auf Grund.

Um 15.40 Uhr ließ die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffsbrüchiger (DGzRS) die „Berlin“ aus Laboe zur Hilfe eilen. Das Schiff traf um 16.30 Uhr vor Lippe ein. Vermutlich zu spät, wenn Menschenleben in Gefahr gewesen wären. Das Tochterboot „Steppke“ nahm den havarierten Segler ins Schlepptau und zog ihn wieder ins tiefere Wasser.

Augenzeugin: Man hörte das Kind weinen

Auf eigenen Wunsch und gegen den Rat der DGzRS-Männer habe der Skipper trotz des heftigen Windes von vorn seine Fahrt in Richtung Heiligenhafen fortgesetzt, so ein DGzRS-Sprecher. Verletzt worden sei niemand. Auch das Boot habe keinen Wassereinbruch zu beklagen gehabt. Unmittelbare Lebensgefahr habe nicht bestanden. Aber angesichts des starken Wellengangs habe man eingreifen müssen. „Irgendwann wird es auch in so einer Situation gefährlich.“

Brigitte Fuhrmann aus Lütjenburg war Augenzeuge des Geschehens. Sie und ihr Mann besitzen ein Boot in Lippe. „Man hörte das Weinen eines Kindes“, beschreibt sie die Szene. Das Boot habe in den Hafen einlaufen wollen, sei auf die Sandbank aufgelaufen und schlug dann quer. Es sei als Havarist an den Strand bei Lippe getrieben worden.

"Woltera"-Besatzung musste zuschauen

Die Rettungskräfte der „Woltera“, die nicht auslaufen konnte, kamen in ihrem Container zusammen. Fuhrmann fotografierte eine denkwürdige Szene. Während die „Woltera“ im Hafen lag, fuhren die Seenotretter aus Laboe mit ihrem Schiff direkt an der Hafeneinfahrt vorbei. Zwei Rettungsboote auf einem Bild. Eines kann helfen, das andere nicht. Fuhrmann: „Die Angst der Besatzung mit Kind an Bord, in dem Zeitraum bis die Hilfe kam, ist nicht auszudenken“, sagt die gelernte Krankenschwester. Sie fordert ein Ende des Gerangels um das Ausbaggern der Rinne in der Sandbank. „Hier ist es zu einem Seenotfall gekommen.“

Fotostrecke: Lipper Retter können nicht helfen

Hintergrund ist der Verzicht des Eigentümers des Sportboothafens, die Fahrrinne in der Ostsee in diesem Jahr ausbaggern zu lassen. Das Gesetz verlangt dafür Bodenanalysen des Baggerguts und eine Ingenieurberechnung der Fahrrinne. In der Vergangenheit hatte das Land darauf ausnahmsweise verzichtet. Die Duldung ging jedoch zu Ende. Aus Kostengründen lehnte der Eigentümer die Baggerarbeiten nun ab. Er will den Hafen verkaufen.

Innenministerium übernimmt einmalig die Kosten

Die gute Nachricht kam schon am vergangenen Donnerstag. Aus Gründen der Gefahrenabwehr verkündete das Kieler Innenministerium, wie berichtet, einmalig die Fahrrinne auf eigene Kosten freimachen zu wollen. Die „Woltera“ wäre wieder von Lippe aus einsatzfähig. Hilfe müsste nicht mehr aus dem entfernt liegenden Laboe oder Heiligenhafen anrücken. Einen inhaltlichen Zusammenhang mit dem verunglückten Segelboot gebe es nicht, so Pressesprecher Dirk Hundertmark. Innenstaatssekretär Torsten Geerdts habe sich bereits vor Monaten für eine freie Fahrrinne stark gemacht.

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