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Plön Ladenbetreiber verbannen Plastikgeschirr
Lokales Plön Ladenbetreiber verbannen Plastikgeschirr
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16:25 19.04.2019
Von Frida Kammerer
Bürgermeister Andreas Köppke (von links) begrüßt den Entschluss von Daniel Gieseler-Heinrich, Bella Budde, Torsten Friedrichsen, Corinna Ziegert, Toni Möller und Birgit Möller, nur noch Verpackungen aus umweltfreundlichen Materialien zu verkaufen. Quelle: Frida Kammerer
Blekendorf

Torsten Friedrichsen, Inhaber von Dat Dühnenhaus, zeigt stolz, in welchen Behältern demnächst die Gäste das Essen an den Strand mitnehmen können. Die kleinen Container sind aus Bagasse, einem Abfallprodukt der Zuckerherstellung. Diese haben sich nach sechs bis neun Monaten zersetzt. Die ehemaligen Pappschalen für Pommes sind jetzt aus einer recycelten Pappe – die eine zusätzliche Besonderheit aufweist: Sie hat ein Extra-Fach für Soßen. „Viele Gäste wollen ja Ketchup und Majo lieber neben die Pommes statt drauf“, erklärt Friedrichsen über die Neuerung. Hinzu kommen Papiertüten und Strohhalme, die den Plastik-Varianten zum Verwechseln ähnlich sehen, aber sie bestehen aus abbaubaren Materialien. Daniel Gieseler-Heinrich von der Fischbar, die neu an der Promenade eröffnet, gibt nur noch Glasstrohhalme gegen Pfand aus: „Im vergangenen Jahr haben wir mehr als 520.000 Strohhalme ausgegeben", sagt er.

Die neuen Alternativen sind ausgereifter

Seit sieben Jahren versucht er in seinem Geschäft, das er vorher an der Kiellinie betrieben hat, auf Plastik weitestgehend zu verzichten. Die ersten Versuche mit plastikfreien Behältern waren jedoch nicht von Erfolg gekrönt: „Die ersten Varianten waren unhandlich und sehr teuer.“ Jetzt seien die Produkte ausgereifter. „Es wird viel aus Maismehl gemacht.“ Vorbei sind die Zeiten mit Palmblattschiffchen als Teller – die übrigens keineswegs umweltfreundlich waren, sondern nur den Anschein erweckten. Alternativen aus Kokosfaser und Holzlöffeln, an denen das Essen klebte, und die man nur ungern ableckte.

20 bis 30 Cent kommen auf den Essenspreis oben drauf

Auch die Inhaberin des Café Fleck, Corinna Ziegert, ist mit der Neuerung nicht unglücklich: „Seit drei Jahren kämpfe ich für einen plastikfreien Strand.“ Aber auch sie fand die Produktalternativen zu unpraktisch und teuer. Kostenfrei ist die Umrüstung auf alternative Materialien auch heute nicht. Zwar sind die neuen Verpackungen nicht mehr so exotisch und daher nicht mehr ganz so teuer im Einkauf, aber sie kosten den Verbraucher mehr. Bei Dat Dünenhaus hängt über dem Tresen deshalb eine Preisliste. 20 bis 30 Cent kommen auf den normalen Essenspreis oben drauf. „Wir sind zwar nur ein kleiner Strand und können nicht die Welt retten, aber wir sind Vorreiter“, verteidigt Friedrichsen die neue Preispolitik. Fast alle Kunden hätten Verständnis für die neuen Behälter und den Mehrpreis. Doch damit ist das Müllproblem keineswegs völlig gelöst. 

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Einweg-Grills und Zigarettenkippen bereiten weiter Probleme

„Die Gäste, die schon Verständnis haben, werfen ihren Abfall auch in den Mülleimer“, sagt Bürgermeister Andreas Köpke, der die neuen Verpackungen begrüßt. Die 50 Müllbehälter am Strand werden morgens als erstes von den Strandmitarbeitern geleert – und sie sind immer randvoll. Trotzdem liegt noch viel Müll am Strand. Gerade die Einweg-Grills, wie man sie im Supermarkt oder an der Tankstelle kaufen kann, seien ein großes Problem. Plastiktüten ließen sich zwar besser aus dem Sand sammeln, aber auch die würden von Möwen zerhackt. Zigarettenstummel, die im Sand ausgedrückt wurden, seien fast unmöglich aus dem Strand zu sammeln. „Zwar sind die neuen Verpackungen biologisch abbaubar, aber das ist kein Freibrief, seinen Müll nicht zu entsorgen“, mahnt Köpke

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