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Plön Erste DLRG-Wasserretter schon auf Posten
Lokales Plön Erste DLRG-Wasserretter schon auf Posten
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17:46 16.05.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Die DLRG-Wasserretter Andre Gartmann (links) und Sascha Otto wachen am Sehlendorfer Strand. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
Blekendorf

Die Ansprüche der Touristen haben sich aus Sicht der DLRG-Kräfte gewaltig verändert. Sascha Otto (42) leistet seit genau 20 Jahren Wachdienste am Sehlendorfer Strand. Manche Gäste würden nicht verstehen, dass man sich in einem Naturraum bewege. Nach Stürmen komme es vor, dass Seetang an den Strand gespült werde. Tatsächlich verlangten Urlauber einmal von den ehrenamtlichen DLRG-Rettern, sie mögen doch bitte die Harke nehmen und den Tang vom Strand entfernen. Otto, von Beruf Notfallsanitäter beim Roten Kreuz, schmunzelt auch über die Gäste, die ihren Strandkorb einmal 200 Meter weit geschleppt haben wollten. Oder Familien, die darum baten, man möge ihnen doch die schweren Taschen einmal abnehmen. „Wir helfen ja gerne, aber dafür sind wir eigentlich nicht da.“

Verirrte Kinder fast ein Alltagsgeschäft

Die häufigsten Einsätze haben die DLRG-Kräfte aber bei „Familienzusammenführungen“, wie es Andre Gartmann (31) nennt. Ein Kind ist den Eltern abhanden gekommen oder umgekehrt. In der Hochsaison bevölkern Hunderte Sonnenhungrige den Strand. Ein Labyrinth aus Strandkörben. Einmal fehlte von einem wohl Fünfjährigen jede Spur. Die Helfer waren kurz davor, über Polizei und Feuerwehr eine großangelegte Suchaktion zu starten. Schließlich fand sich der Steppke an der Steilküste in Richtung Weißenhäuser Strand, fast zwei Kilometer entfernt. Er sei einfach tief versunken ins Sammeln von Muscheln gewesen, sagt Otto. Ungern denkt er an einen weinenden Jungen zurück, der an der DLRG-Station abgegeben wurde. Vier Stunden meldeten sich die Eltern nicht, obwohl sie ihr Kind bei der DLRG sahen, wie sich später herausstellte. Sie wollten nur einmal ihre Ruhe haben und nutzten die Wasserretter als Babysitter. Sascha Otto: „Mir ist fast die Hutschnur geplatzt.“

Vier Mal im Einsatz um Menschenleben

Vier Mal startete Otto in seinen 20 Jahren am Sehlendorfer Strand zu einer Menschenrettung. Einmal verlor ein Mann beim Schwimmen einfach sein Bewusstsein und ging unter. Andere Badegäste alarmierten die DLRG, die den Ertrinkenden aus dem Wasser zogen. Nach kurzer Atemspende kam der wieder zu Bewusstsein. Die Wasserretter hatten es geschafft.

Erste Badegäste hüpfen in die Ostsee

Bisher ist es ruhig am Sehlendorfer Strand. Vereinzelt gehen die ersten Badenden ins Wasser. Bei zwölf Grad Wassertemperatur bleiben sie nur auf einen kurzen Sprung in der Ostsee. Der Wind lockt Kitesurfer nach Sehlendorf. Auch auf sie hat die DLRG ein Auge.

Im Juni kehren Otto und Gaertmann noch einmal mit einer größeren Gruppe aus ihrem Ortsverein Georgsmarienhütte bei Osnabrück zurück. Dann sind sogar Polizisten und hauptamtliche Feuerwehrleute auf Wache am Sehlendorfer Strand.

Die Liebe beim Wachdienst kennengelernt

Und was denken die Lebenspartner über die Urlaube, die die DLRG-Kräfte für die Dienste hergeben? Im Falle von Otto ist das einfach. Er lernte seine Frau, die aus Lütjenburg stammt, während seines Aufenthalts an der Ostsee kennen und lieben. Und wenn er in Sehlendorf auf Badende aufpasst, besucht die Gattin ihre Eltern in Lütjenburg. Eine perfekte Kombination.

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