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Plön Der Panzer ist geborgen
Lokales Plön Der Panzer ist geborgen
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21:49 02.07.2015
Von Christoph Kuhl
Ermittler sind mit einem Bergepanzer in Heikendorf angerückt, um schweres Kriegsgerät zu beschlagnahmen. Quelle: Frank Peter
Heikendorf
Bürgermeister Orth trat am Donnerstag vor die Presse und erklärte, der Einsatz sei "angemessen". Foto: Frank Peter

Dazu sind insgesamt 70 Kurz- und Langwaffen bereits am Dienstagabend von Mitarbeitern der Waffenbehörde des Kreises Plön mit Einverständnis des 78-jährigen Sammlers mitgenommen worden. Die zum Teil älteren Revolver, Pistolen, Flinten und Gewehre seien nach Auskunft der Plöner Kreisverwaltung alle registriert. Hinsichtlich ihrer Aufbewahrung seien aber Verstöße festgestellt worden. Deshalb stünde nun eine langwierige Zuverlässigkeitsprüfung an. Im Klartext: Es wird überprüft, ob der Waffenbesitzer seine Sammlung weiter komplett behalten darf. Laut Oberstaatsanwältin Birgit Heß würde nun ein Ermittlungsverfahren mit eventueller Zeugenanhörung anstehen. Von einem externen Waffen-Sachverständigen, der am ersten Tag der Durchsuchung beratend im Einsatz gewesen sei, könne das sichergestellte Waffen- und Kriegsgerät nun in aller Ruhe untersucht werden. Der Sachverständige habe den sichergestellten Torpedo und den Panzer laut Heß als Kriegswaffe eingestuft. Insofern sei der Abtransport zwingend notwendig gewesen, betonte die Kieler Oberstaatsanwältin.

Der etwa 45 Tonnen schwere Panzer V „Panther“ stand nicht mehr fahrbereit auf  Laufrollen in einer Tiefgarage. Ob die Kanone am Panzerturm noch funktionsfähig sei, konnte Bundeswehr-Pressesprecher Ullrich Burchardi nicht sagen. „Wir sind hier wie ein beauftragtes Logistikunternehmen nur für den Abtransport zuständig“, betonte Burchardi.

Der Panzer Baujahr 1943/44 wurde seinen Angaben zufolge auf einem Tieflader in die Kaserne nach Todendorf gebracht werden. Zuvor wurde das tonnenschwere Gefährt in einer aufwändigen Aktion von Pioniersoldaten aus Husum mit Hilfe von Umlenkrollen aus dem verwinkelten Kellerbereich gezogen. Das sei laut Burchardi zum Teil Millimeterarbeit gewesen. Zwei Bergungspanzer standen für die über Stunden andauernde Aktion zum Einsatz bereit. Neben zahlreichen Medienvertretern verfolgten auch einige Schaulustige das Spektakel in dem idyllisch gelegenen Villenviertel von Kitzeberg.

In Heikendorf wurde ein Panzer und diverse Militaria aus einem Privathaus beschlagnahmt.

Die Kommentare von Anwohnern und Spaziergängern reichten von „Das ist doch völlig überzogen“ bis zu „Beunruhigend ist das schon“. Kristin Schröder, die nur wenige Häuser weiter wohnt, kann sich noch sehr gut an den Einsatz des Panzers erinnern, der im Schneewinter 1978/79 die Nachbargrundstücke freiräumte. „Zumindest den älteren Kitzebergern war ja bekannt, dass er einen Panzer hat.“ Ein Urlaubspaar aus Thüringen war schon ein wenig beunruhigt bei dem Gedanken, dass „in direkter Nähe zum Strand Waffen in einem Keller schlummern.“ Der Heikendorfer Andreas Barra hielt die Aktion hingegen für „völlig überzogen. Ist dieses Großaufgebot an Einsatzkräften tatsächlich angemessen?“

Am Donnerstag positionierten sich erneut Bergungspanzer vor dem Haus in Heikendorf. Foto: Frank Peter

Die jetzige Durchsuchung hatte die Staatsanwaltschaft Kiel wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz veranlasst. Der 78-jährige Grundstückseigentümer ist in Heikendorf als Sammler von teilweise in seinem Garten stehenden Großskulpturen aus der NS-Zeit bekannt. In dessen Besitz waren vor vielen Jahren unter anderem auch Hitlers Bronzepferde. Der 78-Jährige Kitzeberger, gegen den nun in anderer Angelegenheit erneut ermittelt wird, hatte deshalb schon Ende Mai im Fokus einer bundesweiten Kunst-Razzia gestanden.

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