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Plön Einwände gegen die Lärmschutz-Pläne
Lokales Plön Einwände gegen die Lärmschutz-Pläne
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07:02 20.04.2018
Von Anja Rüstmann
An der B76 sollen Lärmschutzwände gebaut werden, auch im Teilstück zwischen Einmündung Ihlpohl (rechts) und dem Ende der Eutiner Straße. Der Stadtentwicklungsausschuss diskutierte, wie die Stadt dazu Stellung nehmen soll. Quelle: Anja Rüstman
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Plön

Die Bitte um Fristverlängerung ist abgeschmettert worden. Fast 40 Jahre nach dem Bau der Ortsumgehung quer durch die Stadt sorgt der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr (LBV) für diese Hektik mit dem Start des Planfeststellungsverfahrens. Für die Anwohner, die seit Jahrzehnten auf Ruhe warten, kann es nicht schnell genug gehen. Das Problem: Die bis zu 4,50 Meter hohen Lärmschutzwände lösen nicht bei allen Plönern Begeisterung aus.

Der Ruf nach Alternativen wird lauter. „Die Maßnahme ist nicht mehr zeitgemäß“, sagte Ingo Buth (parteilos), „wir sollten zu einer gänzlich anderen Lösung kommen!“ Klaus Stänner (SPD) stieß während der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am Mittwoch ins gleiche Horn: „Das ist nicht das Beste für die Stadt.“ Sabine Kauf (Grüne) empfindet einen Rückbau der Straße generell für in Ordnung. Schmalere Fahrbahnen, Kreisverkehre statt Ampeln, Flüsterasphalt – „das Beste wäre Tempo 30 und einspurig“, sagte sie. Denn dann wäre vielleicht sogar Platz für einen Fahrrad-Schnellweg nebenan.

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Umweltbeauftragter Achim Kuhnt sieht das Recht der Anwohner auf Lärmschutz. Deshalb plädiert er für Lärmschutzwände, aber nur flankierend mit einem Rückbau. „Nur das kann die Lösung sein“, erklärte er. Auch Bürgervorsteher Dirk Krüger (CDU) versteht die berechtigten Interessen und Rechtsansprüche der Anlieger. „Aber im Interesse der Stadt sollten wir Lösungen mit hohen Wänden vermeiden.“

Eine Wortmeldung gab während der Ausschusssitzung die andere, die Verwaltung wusste immer noch nicht, wie die Stellungnahme der Stadt aussehen soll. Dass die Pläne fehlerhaft sind (Aldi-Gebäude), wird von der Stadt moniert. Dass in den Unterlagen eine Seite fehlt und damit offenbar ein Anlieger übergangen wird, ist auch als Einwand notiert. In Anbetracht des Zeitdrucks wurde für Donnerstagmorgen ein Arbeitskreis gebildet, um für die Stellungnahme weitere Nägel mit Köpfen zu machen. Der Ausschuss regte dafür an: Die Stadt stellt einen Antrag auf Fristverlängerung, es werden Verkehrslärmminderungsmaßnahmen wie beispielsweise ein Umbau der Umgehung gefordert.

Merle Schaack 19.04.2018
Hans-Jürgen Schekahn 19.04.2018
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