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Plön "Wähler wollen kein Jammern hören"
Lokales Plön "Wähler wollen kein Jammern hören"
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16:35 01.11.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
SPD, was nun? Sie versuchten Antworten zu finden (von links): Landtags-Fraktionschef Ralf Stegner, Juso-Landesvorsitzender Simon Bull, Moderator René Hendricks und Ortsvereinsvorsitzender Jürgen Panitzki. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
Lütjenburg

Der Abend ist ein Sinnbild für die Krise der Partei. Der Lütjenburger SPD-Ortsverein zählte in guten Zeiten über 100 Mitglieder. Derzeit sind es noch 28. Ein Trend, der für die Sozialdemokraten bundesweit gilt. Eine andere Entwicklung der Partei spiegelt sich ebenfalls in Lütjenburg wieder. Die allermeisten Genossen, die Stegner und dem Juso-Landesvorsitzenden Simon Bull zuhörten, waren weit jenseits der 60. Jüngere Gesichter sucht man in den Zuhörerreihen man fast vergebens.

SPD setzte Mindestlohn durch

Die SPD sei ein Stückchen selber schuld an der Situation. Stegner: „Wir glauben alles Schlechte, was über uns geschrieben wird.“ Die Wähler wollten von der SPD kein Jammern hören, wie schlecht es der Partei doch gehe. Beispiel Mindestlohn. Die SPD habe gegen den Widerstand der CDU den Mindestlohn von zunächst 8,50 Euro durchgesetzt. Schelte habe es gegeben, weil die Summe zu niedrig gewesen sei. Stegner sah das zwar genauso, aber es sei der Einstieg in den Mindestlohn gewesen. Ein kleiner Schritt, aber in die richtige Richtung. Gemecker habe das nicht verdient. Ähnlich sieht es Stegner bei der SPD-Haltung zum Klimaschutz (nicht die Umsetzung der reinen wissenschaftlichen Lehre zulasten der Menschen) und der Grundrente. 

"Neoliberalismus hat Schäden in den Köpfen angerichtet"

Das schlechte Abschneiden der SPD in Thüringen (acht Prozent) erklärt er mit verschiedenen Punkten. Viele hätten für die Linken gestimmt, um Bodo Ramelow als Ministerpräsidenten gegen die AfD zu unterstützen. Stegner machte weiter aus, dass sich der Egoismus in der Gesellschaft ausgebreitet habe. „Der Neoliberalismus hat mehr Schäden in den Köpfen angerichtet als gedacht.“ Die SPD, die für das Gemeinwohl eintrete, habe es da schwer. Auch die früheren Milieus, in denen klar war, was gewählt wird, hätten sich aufgelöst. Den Wählern rät er: „Schimpft nicht auf die SPD. Wählt sie wieder.“

Seitenhieb gegen Sigmar Gabriel

Stichwort Gemeinwohl: Stegner konnte sich einen Seitenhieb auf den früheren Außenminister Sigmar Gabriel nicht verkneifen, der als Cheflobbyist beim Automobilverband im Gespräch ist. Heide Simonis habe sich in der Nach-Politik-Zeit für Unicef engagiert.

Hoher Verschleiß beim Bundesvorsitz

Angesprochen auf seine Niederlage bei der Vorausscheidung zur Wahl eines neuen Bundesvorsitzen gab sich Stegner abgeklärt. „Man muss den Mut haben anzutreten und die Kraft, das Ergebnis zu akzeptieren.“ Er riet seinen Parteigenossen, sich nach der Entscheidung solidarisch hinter das neue Führungsduo zu stellen. Damit blickte er auf den Führungsstreit und die Rücktritte der Vergangenheit. Das sah auch Juso-Chef Bull so. „Der Verschleiß bei den Vorsitzenden hätte so nicht sein müssen.“

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