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Plön Raser und Parksünder im Visier
Lokales Plön Raser und Parksünder im Visier
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13:01 18.06.2019
Von Astrid Schmidt
Das Tempo ist auf der Kreisstraße in der Durchfahrt Ellernbrook auf Tempo 70 begrenzt. Die Anwohner wünschen sich weniger Geschwindigkeit und ein Überholverbot auf der gesamten Strecke. Die Fahrbahn hat keine Markierung und ist sehr schmal. Quelle: Astrid Schmidt
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Stein

Der Verkehr in der Gemeinde Stein ist seit Jahrzehnten immer wieder ein Thema. Die rund 750 Einwohner zählende Gemeinde ist ein Tourismusort, und das hat zur Folge, dass sich in den Sommermonaten das Verkehrsaufkommen im Ort, aber auch in der Ortsdurchfahrt (Kreisstraße 30) deutlich erhöht. Nun sorge auch das neue Ferienhausgebiet in Marina Wendtorf für mehr Fahrzeuge und erhöhten Lieferverkehr, berichtete Uwe Sturm. Er wohnt direkt an der K 30 und schilderte seine Beobachtungen von Begegnungsverkehr, vor allem von Bussen und Lkw. In Teilen hatte der Kreis Plön ein Tempolimit von 70 Stundenkilometern festgelegt. „Das ist zu schnell, die Straße ist viel zu schmal“, so Sturm. Wunsch der Anlieger sei es, dort ein Überholverbot und Tempo 60 auf der gesamten Strecke einzurichten.

Zu hohes Tempo - dem Gefühl nach

Doch auch im Ort ist das Tempo dem Gefühl vieler Anlieger nach zu hoch. „Die Gäste pendeln nicht, sie rasen. Ich lasse meine siebenjährige Tochter nicht aus den Augen, weil ich Angst um sie habe“, sagte Lars Lange aus dem Heisterbusch. Monika Hamann appellierte aber auch an die Einheimischen, die „oftmals zu viel Gas geben“. „Ich kann sie alle mit Namen nennen. Jeder sollte mal selbst auf seinen Tacho gucken“, so die Anliegerin im Dorfring.

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Grund zur Klage war auch die Parksituation. Bürger, die in den strandnahen Straßen wie Strandstraße, Fischerweg, Seesternweg oder auch im Dorfring und im Heisterbusch wohnen, beklagen das Parkverhalten der Tagesgäste. „Rücksichtslos werden die Ausfahrten zugeparkt, wir kommen nicht von unseren Grundstücken herunter, haben den Müll auf der Straße. Da geht es auch um die Sicherheit“, beklagt Anne Braband. Sie hatte bereits zu Jahresbeginn Unterschriften gesammelt, um auf das Problem hinzuweisen.

Doch es kam nicht nur Kritik, die Anwohner hatten reichlich Vorschläge: Anwohnerparkzonen oder Bedarfsampeln einrichten, Parkuhren aufstellen, weitere Tempo-Messtafeln und die sogenannten Baumtore abschaffen, die das Überqueren der Kreisstraße erschwerten, wie ein Anwohner sagte. Angeregt wurde auch ein Verkehrskonzept für die Gemeinde. Gaby Lockwald betonte allerdings: „Wir sollten nicht so rumjammern und vergessen, was wir für ein Ort sind – ein Tourismusort, und wir haben die Gäste gerne hier“, sagte sie. 

Keine Probleme für die Feuerwehr in Stein

Von der Feuerwehr wurde bestätigt, es habe bisher keine Probleme mit Zufahrten gegeben, so Wehrführer Frank Schütt. „Wir haben bisher aus Stein keine Meldungen“, sagte Oliver Hirsch von der Polizei in Heikendorf. Er wies auf den Unterschied zwischen der gefühlten und der tatsächlichen Situation hin, den er in seinem Aufgabenbereich immer wieder feststelle. Hirsch appellierte an alle, ein wenig gelassener zu bleiben. „Wenn Sie wegfahren wollen, aber nicht aus der eigenen Ausfahrt herauskommen, rufen Sie 110 an“, so sein Rat. Im Falle des rechtswidrigen Parkens sei das Ordnungsamt in Schönberg die richtige Ansprechstelle. Das betonte auch Amtsdirektor Sönke Körber. „Sie können jederzeit anrufen“, versicherte er.

Bürgermeister Peter Dieterich erinnerte an die zahlreichen Bemühungen der Gemeinde, beim Kreis Plön entsprechende Tempo-Reduzierungen zu erreichen. „Die letzten Ablehnungen sind von 2017“, so Dieterich. Er bedauerte, dass die zuständige Kreisbehörde nicht vor Ort war und das Kommen mit dem Hinweise abgelehnt habe, es stehe alles im Gesetz. „Wir als Gemeinde werden uns weiter für das Tempolimit einsetzen“, versprach er.

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