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Plön Skepsis über Kostenschätzungen
Lokales Plön Skepsis über Kostenschätzungen
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20:30 19.01.2017
Von Peter Thoms
Links der Fahrbahn geht’s steil nach oben, rechts noch steiler bergab in Richtung Schöhsee. Der Steinbergweg ist das „Sorgenkind“ der Fachleute und soll im Laufe des Jahres einen breiteren Bürgersteig und neue Parkplätze erhalten. Die Fahrbahn wird grundlegend saniert und nach links an die Böschung verlegt. Quelle: Peter Thoms
Plön

130 Besucher waren zu einer Informationsveranstaltung der Stadt Plön gekommen. Der Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt, Bernd Möller (SPD), schob unnötigen Fragen gleich zu Beginn der Veranstaltung den Riegel vor: „Es geht heute nicht darum, ob die Straßen ausgebaut werden, sondern wie! Auch der Sinn von Ausbaubeiträgen steht heute nicht zur Debatte.“ So blieb in zweieinhalb Stunden genug Zeit, um letzte Details der ortskundigen Anlieger einzusammeln, die die etwas weniger ortskundigen Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt in ihrer Sitzung am Mittwoch, 1. Februar, ab 18 Uhr im Rathaus in die Pläne einarbeiten, damit Ende März mit dem Ausbau des Steinbergweges begonnen werden kann. Die Sanierung der Ulmenstraße wird 2018 in Angriff genommen.

 Wie berichtet, soll der Bürgersteig zwei Meter breit werden, direkt daneben die Parkplätze entstehen und der fließende Verkehr wird ganz nach links auf eine dann 3,50 Meter breite Fahrbahn verlegt, um den steilen Abhang zum Schöhsee hinab vor allem vom Schwerlastverkehr zu entlasten. Stefan Keller vom Kieler Planungsbüro versprach, dass alle Privatparkplätze erreichbar bleiben, indem die Bordsteine an den entsprechenden Stellen abgesenkt würden.

 Während der Steinbergweg eine grundlegende Änderung erfahre, handele es sich im zweiten Bauabschnitt in der Ulmenstraße im kommenden Jahr eigentlich nur um eine grundlegende Erneuerung. Da sei angesichts der Fahrbahnbreite, Bürgersteige auf beiden Seiten und notwendigem Parkraum kaum Gelegenheit zur Optimierung.

 Bernd Möller räumte ein, dass es für die Kommunalpolitiker eigentlich einfacher sei, eine Ausgabe von fünf Millionen Euro für ein Schwimmbad zu beschließen, als den Ausbau einer Straße, der zum größeren Teil von den Anliegern finanziert werden müsse. Das Schwimmbad zahle „der Steuerzahler“, beim Straßenausbau „sitzen uns die Plöner gegenüber, die wir zur Kasse bitten müssen, aber finanziell ja auch nicht überfordern wollen“.

 Ein wenig Skepsis unter den Zuhörern, dass es sich bei den Gesamtkosten von 2,312 Millionen Euro (für die gemeinsam veranschlagten Steinbergweg und Ulmenstraße) lediglich um Schätzungen handele, wie Eckhard Frahm, Leiter des Fachbereichs Bauen und Liegenschaften in der Plöner Verwaltung, auf Nachfrage einräumte.

 Genauere Zahlen gebe es erst nach den Ergebnissen der Ausschreibung, ganz genaue Zahlen erst mit der Schlussrechnung, die jedoch erst im Jahr 2019 vorliegen werde.

 Zum Schluss bekamen die Anlieger endlich den konkreten Hinweis darauf, wie teuer das Ganze für sie wird: Steinbergweg und Ulmenstraße werden als „Haupterschließungsstraßen“ veranlagt, bei denen die Anlieger zwischen 60 (Kosten für die Fahrbahn) über 70 (Beleuchtung und Entwässerung) bis hin zu 75 Prozent (Gehwege und Parkflächen) an den Kosten beteiligt werden. Auf Grundlage der bisherigen Schätzung können die Anlieger „Pi mal Daumen“ mit 14 Euro pro Quadratmeter Grundstück rechnen. Die Rechnung wird den Grundeigentümern schon Mitte des Jahres ins Haus flattern und muss innerhalb von drei Monaten beglichen werden. Die Summe könne, so Frahm, nach Absprache mit der Stadt gestundet, in zu verhandelnden Raten gezahlt oder auf zehn Jahresraten verteilt „verrentet“ werden.

 Und dann gab es ungewollte Lacher: Stundungen oder Ratenzahlungen sind natürlich nicht zinsfrei, und da hinkt der Gesetzgeber (in Berlin, den Plönern sind da die Hände gebunden) der Realität gewaltig hinterher: Sechs Prozent Zinsen seien der derzeitige Satz, gab Frahm zögernd zu.

 Möller und Frahm rechneten vor, dass die Beiträge zum Ausbau der Straße quasi ein „Sonderangebot“ seien, wenn man sie mit den Kosten anderer Straßen vergleiche: Die Anlieger der Hipperstraße seien mit 37,40 Euro pro Quadratmeter Grundstück zur Kasse gebeten worden. In der Klosterstraße (27,26 Euro), Lübecker Straße (22,78 Euro) und in der Krabbe (26,14 Euro) seien die Anlieger ebenfalls stärker belastet worden.

 Eine weitere Informationsveranstaltung zur Verkehrsführung folgt wahrscheinlich noch, denn wenn der Steinbergweg bis Ende des Jahres Baustelle ist, dürften die Anlieger Schwierigkeiten haben, ihre Grundstücke mit dem Fahrzeug zu erreichen, Busse müssen umgeleitet werden, und das gesamte Ölmühlenviertel kann mit dem Auto nur über die Schillener Straße verlassen werden.

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