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Plön Schlägerei auf dem Marktplatz in Preetz
Lokales Plön Schlägerei auf dem Marktplatz in Preetz
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11:21 21.05.2019
Von Silke Rönnau
Mehrere Streifenwagen mussten am Freitagabend zu einer Schlägerei auf dem Marktplatz in Preetz ausrücken. Quelle: Silke Rönnau/Symbolfoto
Preetz

Zeugen hatten laut Mitteilung der Polizei gegen 21 Uhr eine größere Schlägerei in Preetz gemeldet. Die Einsatzleitstelle alarmierte daraufhin mehrere Streifenwagen auch aus dem Kieler Stadtgebiet. Am Einsatzort trafen die Beamten auf eine größere Menschenmenge.

Die Schlägerei in Preetz war zu diesem Zeitpunkt bereits beendet. Laut Angaben von zwei vor Ort angetroffenen 14- und 19-jährigen Geschädigten waren die ihnen bekannten Tatverdächtigen geflüchtet.

Sechs vorläufige Festnahmen nach Schlägerei in Preetz

Im Rahmen der Fahndung konnten fünf polizeibekannte Tatverdächtige im Alter zwischen 16 und 19 Jahren vorläufig festgenommen werden. Der sechste erschien gegen Mitternacht auf der Polizeistation in Preetz. Der 19-Jährige wurde ebenfalls vorläufig festgenommen.

Untersuchungshaftbefehl gegen einen 19-Jährigen nach Schlägerei in Preetz

Gegen einen 19-jährigen Tatverdächtigen erließ ein Haftrichter am Amtsgericht Kiel auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kiel Untersuchungshaftbefehl. Der Mann war erst vor Kurzem am Amtsgericht Plön wegen eines ähnlichen Delikts zu einer Jugendfreiheitsstrafe verurteilt worden, die zur Bewährung ausgesetzt worden war. Das Urteil war erst am Freitag rechtskräftig geworden.

Vier von den mutmaßlichen Mittätern der Schlägerei in Preetz verblieben auf richterliche Anordnung bis einschließlich Sonntag, 22 Uhr (bis zum Ende des Jahrmarkts in Preetz), im Polizeigewahrsam.

Nur leichte Verletzungen nach Schlägerei in Preetz

Die beiden bislang bekannten Geschädigten der Schlägerei in Preetz erlitten nur leichte Verletzungen. Warum es zu der Auseinandersetzung kam, müssen die weiteren Ermittlungen ergeben, teilte die Polizei mit.

Es ist nicht das erste Mal, dasss ein Streit eskaliert in Preetz

Im vorigen Jahr flamme in Preetz die Gewalt von Jugendlichen immer wieder neu auf. Dabei wurde eine neue Dimension der Gewalt erreicht: Jugendliche hatten die Polizeistation in Preetz angegriffen. Die Identität der jungen Männer ist der Polizei bekannt.

Ein Polizist, der einen flüchtenden Steinewerfer verfolgte, gab einen sogenannten Signalschuss in die Luft ab - aber nur, um seinen Kollegen seinen Standort mitzuteilen, weil sein Funkgerät defekt gewesen sei, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Kiel. Dies gelte dienstrechtlich nicht als Schusswaffengebrauch.

Innenministerium fordert angemessene Strafe

Der Angriff von Jugendlichen auf die Polizeistation in Preetz und die Steinwürfe auf zwei Polizeibeamte hatte landesweit für Aufsehen gesorgt. Im Innenministerium sagte Staatssekretär Torsten Geerdts  (CDU) KN-online: „Wir sind nicht bereit, solche Ereignisse zu akzeptieren.“ Als Reaktion auf den Vorfall wurden die Streifen personell verstärkt.

GdP verurteilt Angriff aufs Schärfste

Deutliche Worte kamen damals von der Gewerkschaft der Polizei (GdP): „Wir verurteilen den Angriff auf das Schärfste. Leider zeigt sich weiter eine Verrohung der Sitten“, sagte Sven Neumann, Vorsitzender der GdP-Regionalgruppe Kiel-Plön. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Angriffes habe Neumann Kontakt zur Plöner Revierleitung aufgenommen und sich direkt ein Bild von den Geschehnissen verschafft. Von dort seien noch in der Nacht der Vorfälle alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen worden, um den schlimmen Angriffen konsequent zu begegnen. Gemeinsam mit der Polizei Preetz und der Staatsanwaltschaft gehe es nun um eine schnelle Aufklärung der Taten.

Preetz war 2017 ein "gefährlicher Ort"

Wegen Beleidigungen, Bedrohungen und Körperverletzungen von offensichtlich immer denselben Jugendlichen hatte die Polizei die Innenstadt von Preetz im Mai 2017 zum „gefährlichen Ort“ erklärt. Damit durfte die Polizei ohne Anfangsverdacht einer Straftat oder einer konkreten Gefahrenlage Menschen anhalten, durchsuchen und Personalien feststellen. Erst Anfang April, also nach elf Monaten, hatte die Polizei diese Einstufung aufgehoben.

Zu den Gewalttaten gehörten im September 2017 ein Angriff auf einen Polizisten und im Oktober ein Angriff auf eine 19-Jährige. Beide erlitten durch Schläge schwere Gesichtsverletzungen, wie der Polizeisprecher am Donnerstag sagte.

Bis zu 30 Beamte seien pro Nacht in Preetz um den Marktplatz im Einsatz gewesen. Im Dezember seien bei Hausdurchsuchungen Schreckschuss- und Softairwaffen, Schlagringe und Einhandmesser gefunden worden, sagte der Plöner Polizeirevierleiter Michael Martins.

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