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Plön Strichweise biblische Geschichten
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17:10 14.08.2013
Von Andreas Jacobs
Pinselstrich für Pinselstrich restauriert Katharina Martinelli die ersten neun der insgesamt 139 Gemälde der Bilderbibel im Preetzer Kloster. Quelle: jac
Preetz

Über den Wert der im Laufe der Zeit stark verblassten Bilderbibel von 1490, die Malereien des 17. Jahrhunderts zeigt, gibt es in Preetz keinen Zweifel: „So etwas finden Sie in Deutschland in dieser Form nicht noch einmal“, sagt Otfried Kohl, der Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde des Klosters Preetz, die für die Eintreibung der Restaurierungsgelder verantwortlich zeichnet.

Die 139 Bilder mit Szenen aus Altem und Neuem Testament, die durch Schriftzüge ergänzt sind, befinden sich an den beiden Längsseiten des Chorraumes in zwei übereinander angeordneten Ebenen. Für Kohl ist es die aktuell „letzte große Baustelle“ im Kloster – allerdings eine sehr kostspielige: Mehr als 250000 Euro müssten für die komplette Restaurierung aufgebracht werden.

Die erste Etappe ist nun aber geschafft. Katharina Martinelli ist in den letzten Wochen immer wieder für mehrere Tage nach Preetz gekommen und hat sich ans Werk gemacht. Dazu gehört in erster Linie das Entfernen des Firnisses, also der schützenden Schicht, die im Laufe der Zeit vergilbt ist, sowie die Befestigung und Erneuerung von Malschichten.

„Wenn die Bilder durch Abrieb und Gebrauchsspuren beschädigt sind, müssen die Fehlstellen komplett retuschiert werden“, erklärt Martinelli. Dafür benutze sie wasserlösliche Farben. Mit dem Pinsel ziehe sie dann kleine, feine Striche, die nur aus der Nähe zu sehen seien. Für die Mischung des richtigen Farbtons gebe es kein besonderes Rezept, da helfe ihr am meisten „die Erfahrung“, erzählt sie – zumal das Original ja auch nicht bekannt sei. Am Ende wird jeweils ein neuer Firnis aufgetragen. Alles in allem eine aufwendige Arbeit: Jedes Bild nehme im Schnitt rund 40 Stunden in Anspruch.

Priörin Viktoria von Flemming und Klosterprobst Eckhard Graf von Hahn zeigten sich hoch erfreut über die Restaurierung. Bevor sie beginnen konnte, habe das Denkmalamt das Vorhaben begutachtet und befürwortet, erklärte Kohl. Nun hoffen alle Beteiligten auf weitere großzügige Spenden, damit auch die anderen 130 Bilder in Angriff genommen werden können. Einnahmequellen sind darüber hinaus Benefizkonzerte wie das des PTSV-Blasorchesters im September, der Verkauf des Klosterhonigs und Artikeln aus dem Klostershop sowie Veranstaltungen. Bereits am kommenden Sonntag wird beim Oldtimertreff auf dem Klostergelände die Spendenbüchse wieder unterwegs sein.

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