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Plön Buchholz sichert Gemeinden Hilfe zu
Lokales Plön Buchholz sichert Gemeinden Hilfe zu
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15:02 25.01.2019
Sturmschäden liegen offen: Im hinteren Bereich des Laboer Strandes gibt es kaum noch Sand, dafür freiliegendes Deckwerk bis an die Promenade heran. Quelle: Astrid Schmidt
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Kiel

Schleswig-Holsteins Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP) hat den von Sturmschäden betroffenen Ostsee-Gemeinden Hilfe zugesichert. Die gemeldeten Schäden seit den beiden Sturmfluten Anfang Januar lägen in der Größenordnung von fünf Millionen Euro, sagte Buchholz am Freitag im Kieler Landtag bei der Vorlage einer vorläufigen Zwischenbilanz der Schäden. Insgesamt seien 35 Schadensorte gemeldet worden, in 16 Orten sei der Schaden gering.

Im Doppelinterview mit den Kieler Nachrichten hatten die beiden Bürgermeister der Gemeinden Schönberg und Laboe mehr Unterstützung vom Land bei der Schadensbeseitigung gefordert. Nach den Schäden, die die Sturmtiefs Zeetje und Benjamin an der Ostseeküste angerichtet hat, beschrieben sie die Lage als „katastrophal“.

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Neben Laboe und Schönberg sind laut Buchholz besonders betroffen Sierksdorf, Fehmarn, Heiligenhafen, Wangels, Heikendorf, Damp, Schönhagen und Niesgrau/Gelting. Sierksdorf, Heiligenhafen, Fehmarn und Laboe hätten die höchsten Schadenssummen gemeldet. Ausschlaggebend hierfür sind offensichtlich die hohen Sandverluste und die damit verbundenen Kosten für Sandaufspülungen an den Stränden.

Sturmsaison an der Ostsee ist noch nicht vorbei

Bernd Buchholz nannte keine Summen, mit denen das Land den Gemeinden an der Ostsee helfen will. Die Sturmsaison sei noch nicht vorbei, oft würden auch zunächst zu hohe Schadenssummen gemeldet. Er verspreche den Kommunen aber eine schnelle Bearbeitung von Anträgen. Von der nächsten Woche an sollten bereits Genehmigungen - auch naturschutzrechtlich mögliche - für Sandaufspülungen erteilt werden. Die Ostersaison sei absehbar, niemand wolle ein Hotel an einem Strand ohne Sand.

Zugleich forderte der Minister ein grundsätzliches Umdenken. Das Land Schleswig-Holstein könne nicht jedes Jahr wie 2017 einen Sonderfonds für Sturmflutschäden wie Sandabspülungen auflegen - und dann werde im Jahr darauf der neue Sand von der Ostsee wieder weggespült. Damals seien zwölf Millionen Euro Schäden gemeldet worden, vom Fonds in Höhe von zwei Millionen Euro seien bisher 1,4 Millionen Euro ausgegeben.

Notwendig sind laut Buchholz dauerhafte, nachhaltige Lösungen mit Küstenschutzmaßnahmen. Zugleich wies er auf den Zielkonflikt hin, dass die Tourismusorte sich gegen Sandabspülungen oder Steilabbrüche der Küste schützen wollen, die Ostseeküste aber ökologisch eine Ausgleichsküste sei - und da gehörten Abbrüche einfach dazu.

Rasche Hilfen für Ostsee-Gemeinden gefordert

Die SPD-Abgeordnete Regina Poersch forderte rasche finanzielle Hilfen für die betroffenen Ostsee-Orte und nicht erst aufgrund einer nach Ende des Winters noch zu erstellenden Schadensbilanz. Das Land solle wie 2017 einen Fonds auflegen und die Hälfte der Schäden übernehmen. Auch der SSW-Abgeordnete Flemming Meyer empfahl einen neuen Fonds. Notwendig sei aber vor allem mehr Küstenschutz an der Ostsee.

Bei den im Januar entstandenen Schäden handelt es sich um Abbrüche und Unterspülungen touristischer Wege, Promenaden und Uferbefestigungen, um Schäden an öffentlicher Strandinfrastruktur sowie als finanziell wohl größtes Problem um massive Sandverluste an den Stränden.

Von KN/dpa

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