Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Plön Treibsel gehört dazu
Lokales Plön Treibsel gehört dazu
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:13 04.12.2015
Von Thomas Christiansen
Brachte unterschiedlich getrocknete Proben mit: Seegrashändler Jörn Hartje, der daraus Dämmstoff macht. Quelle: Christiansen
Schönberg

Zu Beginn hatte Schönbergs Bürgermeister Dirk Osbahr auf die Probleme hingewiesen: „Wir haben sechs Kilometer Strand, also viel Fläche für Treibsel.“ Um die 300 bis 1000 Tonnen pro Jahr zum Lagerplatz zu bringen, wurde extra ein Radlader angeschafft. Es gebe schönere Begriffe als Treibsel, meinte Horst Sterr, Projektleiter vom Klimabündnis: „Es ist nicht nur Abfall.“

 Die beste Verwendung von Treibsel sei, ihn als Küstenschutz liegen zu lassen, waren sich viele der rund 60 Teilnehmer der Veranstaltung im Naturfreundehaus Kalifornien in Schönberg einig. Um den Geruch zu vermeiden, könnte man das pflanzliche Material mit Sand abdecken, meinte Sandra Enderwitz, Koordinatorin des Klimabündnisses. Viele Gemeinden würden das Treibsel gern an andere Stellen am Strand umlagern. Die dafür notwendigen Genehmigungen hält Wolfgang Jensen vom Landesbetrieb für Küstenschutz (LKN) für möglich.

 Aus Sicht des Natur- und Küstenschutzes würden die Probleme mit Treibsel erst anfangen, wenn man es wegräume, meinte Michael Packschies (Naturschutzabteilung der Stadt Eckernförde). Überlasse man es sich selbst, bilde es zusammen mit Sand einen natürlichen Erdwall, der allmählich besiedelt wird: „Das ist ein wunderbarer natürlicher Küstenschutz.“ Er berichtete von einem Pilotversuch einer mit Seegras aufgefüllten Düne. Jensen beklagte, dass der LKN nicht einbezogen wurde, sprach aber von einer guten Idee: „Wir modellieren einen natürlichen Zustand.“

 Vorgestellt wurden auch vielfältige Möglichkeiten, die im Treibsel enthaltenen Rohstoffe zu verwerten. Jörn Hartje, der in Westerau bei Bad Oldesloe einen Seegrashandel betreibt, sprach von einem „tollen und wertvollen Rohstoff“, der in Dänemark in großen Mengen von Landwirten geerntet und zum Beispiel als Naturdämmstoff genutzt werde.

 Florian Weinberger vom Geomar kündigte ein Forschungsprojekt in der Badesaison 2016 zur Befragung von Strandnutzern an. Ziel seien Strandreinigungskonzepte, die sich an der jeweiligen Treibsel-Zusammensetzung und den örtlichen Problemen orientieren. Nach seinen Daten ist in der Probstei der Anteil an Rotalgen besonders hoch.

 Viel kritisiert wurde der von 2001 stammende Treibsel-Erlass des Landes, demzufolge Seegras zu entsorgender Abfall sei, sobald er abgeräumt wird. Regina Kleinhans vom Umweltministerium versprach für Ende 2015 die Aufhebung des Erlasses.

 Sterr regte gemeinsame Projekte für die geplante Pilotregion Seegras in der Kieler Bucht an. Dazu gehöre aber auch, an naturbelassenen Strandabschnitten Verständnis zu schaffen, wenn Seegras und Algen liegen bleiben. Packschies hatte das Foto eines Schildes auf Rügen gezeigt, das unter der Überschrift Naturstrand erklärt, dass die Anspülung ein natürlicher Prozess ist. Weiter heißt es dort: „Er gehört zum Leben an der Küste wie das Rauschen der Wellen und die Schreie der Möwen.“

 „Das könnte ich mir auch gut in unserer Region vorstellen“, sagte Enderwitz. Zumindest entlang des Klimaerlebnispfades, auf dem das Klimabündnis zwischen Laboe und Schönberg an zwölf Standorten Schildern aufstellen möchte, wird Treibsel ein Thema sein.

Plön Weltkriegspanzer aus Heikendorf Ermittlungen gegen Bundeswehr-Mitarbeiter

Die Staatsanwaltschaft Kiel hat ihre Ermittlungen im Fall des beschlagnahmten Weltkriegspanzers aus Heikendorf ausgeweitet: Im Fokus steht nicht mehr allein der 78-jährige Sammler Klaus-Dieter F, sondern auch ein Bundeswehr-Mitarbeiter.

Bastian Modrow 04.12.2015

Der Plöner Kreistag begann am Donnerstagnachmittag mit einem Paukenschlag. Nachdem die CDU ihren Abgeordneten Klaus Blöcker aus dem Jugendhilfeausschuss abberufen hatte, erklärte dieser seinen Austritt aus der CDU-Fraktion. „Mich seid ihr endlich los“, sagte er erregt zu seinen früheren Fraktionskollegen.

Hans-Jürgen Schekahn 03.12.2015

Die ersten Flüchtlinge treffen am Montag in der früheren Schill-Kaserne in Lütjenburg ein. Das bestätigte Magdalena Drywa vom Landesamt für Ausländerangelegenheiten. In einer ersten Phase sollen in der neuen Erstaufnahmeeinrichtung des Landes 600 Menschen untergebracht werden.

Hans-Jürgen Schekahn 03.12.2015