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Plön Schüler ernten eigenen Honig
Lokales Plön Schüler ernten eigenen Honig
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14:02 10.06.2019
Von Silke Rönnau
Konrad Olexik nimmt vorsichtig einen Bienenkasten mit. Quelle: Silke Rönnau
Preetz

Wolfgang Boppel reicht Bürgermeister Björn Demmin, der die Honigernte neugierig verfolgen möchte, einen Imkerhut mit Netz und eine Schutzjacke. Dann stapfen sie den Pfad entlang zu der Stelle, wo die Bienenkästen stehen. Neben dem Vogelgezwitscher ist deutlich das Summen und Brummen zu hören, während die fleißigen Insekten ein- und ausfliegen. Rund 30000 bis 50000 Bienen lebten in einem Stock, informiert Boppel.

Bienen reagieren auf Hektik

„Immer langsam bewegen, sie reagieren auf Hektik“, warnt er. Wenn eine Biene gestochen habe, attackierten auch die anderen gerne. Wasser beruhige die Bienen zwar genau wie ein Smoker, doch beides könne diesmal nicht verwendet werden: Der Honig würde den Geruch von Rauch und auch die Feuchtigkeit sofort aufnehmen, wodurch der Wassergehalt dann zu hoch sei. Der müsse unter 18 Prozent liegen.

Boppel deutet auf die Kästen: „Jedes Volk hat zwei Zargen mit einem Brut- und einem Honigraum“, erläutert er. Die Königin produziere im Brutraum ständig neue Eier, da die Honigbienen nur bis zu 35 Tage alt werden. Jedes Volk produziere zwischen 20 und 30 Kilogramm Honig, sodass man in diesem Jahr mit einer Ernte von 250 bis 300 Kilogramm rechnen könne. Im vergangenen Jahr seien mit vier Bienenvölkern 120 Kilo Honig geerntet worden, berichtet Olexik.

Scheibenhonig soll verkauft werden

„Wir wollen erstmals auch den sogenannten Scheibenhonig anbieten als zusätzliche Einnahmequelle, um unsere Kosten für das Projekt Schulwald zu finanzieren“, fügt Boppel hinzu. Beim Scheibenhonig erzeugten die Bienen den Wabenbau vollständig selbst und lagerten darin den gesammelten Nektar ein. Die Wabe werde geschnitten und portionsweise verkauft. Dafür könne man einen höheren Preis verlangen.

Für den Schulgarten müssten immer wieder Pflanzen und Bäume gekauft werden, erklärt Boppel. Die Imkerei selbst werde überwiegend durch die Bingo-Umweltlotterie finanziert.

Plötzlich bildet sich ein Schwarm

Plötzlich wird das Summen deutlich lauter, an einem Bienenkasten bildet sich ein Pulk. Boppel ist begeistert: „Gleich fangen sie an zu schwärmen.“ Er habe zwar schon Schwärme eingefangen, aber noch nie gesehen, wie es direkt losgehe.

Ein Schwarm bilde sich dann, wenn es zu eng werde oder die Arbeiterinnen nicht mehr zufrieden mit der Leistung der Königin seien und für eine neue Königin sorgten, erklärt Olexik. Dann teile sich das Volk. Der Schwarm müsse eingefangen werden, da die Honigbienen domestiziert seien und im Freien nicht überleben würden. Sie wollen ihn später einsammeln.

Olexik greift sich einen Kasten und bringt ihn mit der Schubkarre einige Meter weiter. Vor der Ernte baue man eine Bienenflucht zwischen Honigraum und unterer Zarge ein, um die Bienen möglichst herauszukriegen, erläutert er. Trotzdem sind immer noch einige da, die vorsichtig mit einem Besen von den Waben gewischt werden. Danach werden die Kisten in einen Raum im Schulgebäude transportiert.

Waben werden entdeckelt

In der Schule gibt es verschiedene Stationen. Mehrere Schüler entdeckeln die Waben, um an den Honig zu gelangen. Das abgeschabte Wachs kann übrigens ausgelutscht werden – eine süße Schleckerei, die sich einige nicht entgehen lassen.

Danach kommen jeweils vier Waben gleichzeitig in die Honigschleuder, aus der der Honig durch das erste von insgesamt drei Sieben in den Eimer rinnt. Danach wird die goldene Ernte in die Gläser abgefüllt.

Der Honig ist in der Schule und im Blumengeschäft Thone erhältlich. Am Sonnabend, 22. Juni, von 9 Uhr bis 13 Uhr ist außerdem eine Verkaufsaktion der Schüler auf dem Marktplatz geplant.

Die Geschichte von Theos Wiese

1983 übernahm die damalige Theodor-Heuss-Realschule in Preetz die Verantwortung für eine 10,5 Hektar große Fläche für Maßnahmen im Rahmen des Naturschutzes. Besonders der ehemalige Lehrer Jörg Fister engagiert sich stark, legte eine Streuobstwiese an, kümmerte sich um den Schulwald und hielt mit den Schülern ab 1985 Galloways auf der Weidefläche.

Auf Theos Wiese, wie das Projekt genannt wird, grasen heute Schafe und zwei Koniks. Das Biotop wird weiterhin von den Schülern auch in den Ferien betreut. Im vergangenen Jahr sorgte Lamm Theo für Schlagzeilen. Er war mit einem gebrochenen Vorderlauf zur Welt gekommen und wurde von Lehrerin Kristina Jürgensen aufgepäppelt und sogar mit in den Unterricht genommen. Als der Gips abgenommen werden konnte, kehrte er auf die Wiese zurück.

Im Schulwald und im Schulgarten werden neue Pflanzen eingesetzt sowie Obst, Gemüse und Kräuter angepflanzt und geerntet. Die Kinder und Jugendlichen helfen auch bei der Honigernte aus den schuleigenen Bienenstöcken.

An der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule in Preetz wird Honig geerntet.

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