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Plön Mit Roman persönliche Krise verarbeitet
Lokales Plön Mit Roman persönliche Krise verarbeitet
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12:00 22.05.2019
Von Astrid Schmidt
Er ist Regisseur, Autor und bekannt aus dem Jungen Theater spectaculum - Gunter Hagelberg: Der Stakendorfer legt nun einen autobiografischen Roman vor. Quelle: Astrid Schmidt
Stakendorf

Ole ist 50 Jahre mit Hella verheiratet, doch dann verändert ihre Erkrankung an Alzheimer alles. Nach sieben Jahren mit der Krankheit führt sie Hella schließlich in die Isolation eines Pflegeheimes, ihn in die Einsamkeit. Ole zweifelt am Sinn seines Lebens, glaubt, nicht stark genug gewesen zu sein, fühlt so etwas wie Verrat an seiner geliebten Hella. Er stellt sich die Sinnfrage, immer wieder, doch dann holt ihn die Liebe zu seinen Kindern zurück aus seiner Verzweiflung, die Enkelkinder brauchen ihren Opa und – eine neue Frau tritt in sein Leben. Soll und kann er eine neue, innige Beziehung zulassen? Er ficht innere Kämpfe aus, ist emotional verwirrt, Selbstzweifel nagen an Ole. Doch schließlich spürt er, er kann sich fallen lassen, findet Wärme, Trost und neue Kraft.

Gunter Hagelberg wollte seine Krise aufarbeiten

Nein, er habe keine Autobiografie geschrieben, sondern einen autobiografischen Roman, stellt Gunter Hagelberg gleich zu Beginn klar. Als er vor drei Jahren mit diesem Roman begann, wollte der pensionierte Gymnasiallehrer, Autor und Regisseur vor allem eines: „Meine Krise aufarbeiten, in die ich nach der Erkrankung meiner Frau an Alzheimer geraten war“, berichtet Hagelberg. Auf rund 250 Seiten schildert er seine (Oles) Ängste, Sorgen, Selbstzweifel und schließlich seinen Weg, den er gewählt hatte, um mit dieser Krankheit umzugehen.

Nach sieben Jahren Pflege seiner Frau war er überfordert

In erdachten Dialogen beleuchtet er auch den Blick auf die Beziehung von außen, den der Nachbarn am Stammtisch. „Ich wurde mit Literatur und guten Ratschlägen überhäuft und ich hatte mich entschieden, meinen eigenen Weg zu suchen“, so Hagelberg. Bücher und Fachleute brauchte er dafür nicht: „Ich bin alt genug, ich weiß, wie Leben geht. Ich habe aus jedem Tag ein Erlebnis gemacht, etwas besonderes gekocht, Touren mit dem Rad, dem Paddelboot, Reisen nach Griechenland“, erinnerte sich Hagelberg. Sieben Jahre pflegte er seine Helga, betreute, verwöhnte, behütete sie – bis es nicht mehr ging. „Ich war dann einfach überfordert“, gesteht er sich ein. Dann habe er in Jevenstedt ein besonderes Heim für seine Helga gefunden, die er bis heute zweimal in der Woche besucht. Ein Jahr lang habe er sich mit dem Gedanken getragen, nicht weiterleben zu wollen, doch dann habe er eine Frau kennen- und lieben gelernt, mit der er eine neue innige Beziehung eingehen konnte, wie Hagelberg schilderte.

Zuerst hatte Gunter Hagelberg ein Theaterstück schreiben wollen

Vor dem Buch hatte er ein Theaterstück über das Thema Alzheimer schreiben wollen, doch dann sei der Film „Honig im Kopf“ erschienen. „Da habe ich das Vorhaben sofort abgebrochen“, erzählt der Autor. Heute will er mit seinem Buch nicht nur seine Krise verarbeiten, sondern auch eine Botschaft senden, will Mut machen, all den Betroffenen, die mit dieser Krankheit umgehen müssen. „Das Thema ist überall präsent, es kann jeden treffen“.

Das Buch ist im Eigenverlag über Books on demand erschienen, im Buchhandel und über Amazon erhältlich.

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