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Plön Schuldach verfault von innen
Lokales Plön Schuldach verfault von innen
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13:25 17.07.2019
Von Silke Rönnau
Dachdeckermeister Bernd Kodel (rechts) und Lehrling Marlon Lange zeigen das verrottete Holz unter der Dachplane. Unter der weißen Folie befinden sich bereits die Deckenverschalung der Klassenräume. Quelle: Signe Hoppe
Preetz

Bürgermeister Björn Demmin hatte die – inzwischen vom zuständigen Ausschuss bestätigte – Eilentscheidung getroffen, das Dach noch in den Sommerferien reparieren zu lassen. Das reißt ein Loch von rund 235000 bis 240000 Euro in den Haushalt.

In der vergangenen Woche war das Gerüst aufgebaut worden. „Wenn das Wetter mitspielt, sind wir zum Ende der Ferien fertig“, kündigt Kodel an. Wie marode das Dach ist, war, wie berichtet, erst bekannt geworden, als ein Jugendlicher bei einem nächtlichen Kletterausflug durch die Balken gebrochen und in einem Klassenzimmer gelandet war. Das Obergeschoss musste gesperrt werden.

Holz hatte sich völlig aufgelöst

Wie konnte es auf dem Anbau, der erst 2009 errichtet worden war, zu diesen Schäden kommen? Kodel erklärt bei einem Besuch auf der Baustelle die Konstruktion: „Auf den Deckenbalken liegen Gefällekeile aus Holz, die völlig verrottet sind, und darauf eine Rauspundschalung. Auch dort ist das Holz völlig aufgelöst.“

Der Holzaufbau sei komplett bis zu einer Höhe von 48 Zentimetern mit einer mineralischen Wärmedämmung ausgefüllt worden. Dann folge die Dachabdichtung mit Kunststoffbahnen. Es sei ein sogenannter einschaliger unbelüfteter Dachaufbau. Auf der Unterseite befinde sich eine Dampfbremse.

Wärmedämmung sog Wasser wie ein Schwamm auf

Die eingedrungene Feuchtigkeit sei nicht durch eine undichte Kunststoffbahn von oben gekommen, sondern von unten, so Kodel. Jeder Schüler in den vier Klassenräumen unter dem Dach stoße pro Tag etwa eineinhalb bis zwei Liter Wasserdampf aus. Die Dampfbremse sollte eigentlich verhindern, dass diese Feuchtigkeit in die Wärmedämmung gelange. Das habe aber nicht funktioniert. Die Wärmedämmung habe deshalb das Wasser wie ein Schwamm aufgenommen.

Durch die ständige Feuchtigkeit habe sich das Holz förmlich aufgelöst. „Das Dach wäre irgendwann runtergekommen, die Eilentscheidung des Bürgermeisters war absolut richtig“, so seine Beurteilung.

Die Dachdecker nehmen nun alles komplett herunter. Die alten Dachkonstruktionsbalken würden an den beschädigten Stellen „abgebeilt“, also mit dem Beil abgeschält. An ihnen hänge die Deckenkonstruktion, das sei statisch mehr als ausreichend, betont Kodel.

Neue Balken, neue Dampfsperre

Dazwischen würden nun neue Deckenbalken gesetzt, die ein Stückchen höher seien, sodass sich alte und neue Konstruktion nicht berührten. Statt einer Dampfbremse werde eine Dampfsperre mit Alu-Einlagen eingebaut. Darauf folge erst die Wärmedämmung. Statt Kunststoff verwende man für die Dachabdeckung nun Bitumenbahnen.

Ein Bauchsachverständiger habe sich das Holz angesehen. „Zum Glück gibt es keinen Schimmel oder Schwamm“, freut sich Kodel. „So gesehen ist man noch mal mit einem blauen Auge davon gekommen.“

Schon Mitte der 2000er-Jahre habe es Hinweise in Fachpublikationen gegeben, dass es mit dieser Art der Konstruktion zu Problemen komme und sie nicht mehr dem Stand der Technik entspreche. Im Jahr 2014 sei sie aus den Fachregeln für das Dachdecker-/Zimmererhandwerk herausgenommen worden.

Weitere Schulen in Schleswig-Holstein betroffen

Die Schule in Preetz sei kein Einzelfall in Schleswig-Holstein, betont der Dachdeckermeister. Das bestätigt Klaus-Peter Jürgens aus Neumünster. Der offiziell bestellte und vereidigte Sachverständige der Handwerkskammer Lübeck für das Dachdeckerhandwerk hat allein in diesem Jahr fünf Schulen aus den Baujahren 1998 bis 2010 besichtigt: „Mit der gleichen Konstruktion und den gleichen Mängeln“.

Gerade in Schulen falle viel Nutzungswärme an, in den Wintermonaten werde viel geheizt. Die Konstruktion schaffe es nicht, die entstehende Feuchte nach außen abzugeben. „Wir sprechen schon von selbstkompostierbaren Dächern“, erklärt er. „Die verfaulen von selbst.“

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