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Plön Ticks als ständige Begleiter
Lokales Plön Ticks als ständige Begleiter
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18:16 11.06.2018
Von Merle Schaack
Der 16-jährige Aymen Iben Lahouel findet, dass die Menschen zu wenig über das Tourette-Syndrom wissen und möchte einen Teil dazu beitragen, dass sich das ändert. Quelle: Merle Schaack
Schwentinental

Wer sich mit Aymen verabreden will und nach einer Wegbeschreibung fragt, bekommt die Nummer der Wohngruppe im DRK Schul- und Therapiezentrum Raisdorf und ein fröhliches: „Ich bin kaum zu überhören“ als Info.

Es stimmt. Aymen begrüßt einen mit einem freundlichen Lächeln, hält zuvorkommend die Tür auf und schlägt sich dann fest mit der Faust aufs Bein, wirft dabei den Kopf zurück und stößt einen kurzen aber lauten Schrei aus.

Mehr als Schimpfwörter

Das ist einer seiner Ticks, in denen sich das Tourette äußert. „Die meisten denken, jeder mit Tourette schimpft ununterbrochen. Dabei ist das ein Tick, den vergleichsweise wenige Betroffene haben“, erklärt er. 

Wenn er über seine Krankheit spricht, sagt er „mein Tourette“. Denn das Syndrom ist ebenso individuell wie wandelbar. Aymen hat seine Diagnose erst seit zwei Jahren. 

Aymen kennt sein Tourette ganz genau. Bis zu einem gewissen Grad kann er es steuern. So kam es auch, dass er sich immer aufs eigene Bein schlägt. „Dieser Drang, auf etwas zu schlagen ist einfach in mir.“, sagt er. Es könnte auch ein Tisch sein. Oder ein Stuhl. Es gehe dabei nicht darum, etwas kaputt zu machen, sondern darum, den Druck zu spüren. „Das Bein nehme ich nur, weil ich es immer bei mir habe“, sagt Aymen mit einem Augenzwinkern. So könne er verhindern, dass es etwas Zerbrechliches trifft.

Einige Berufe kommen nicht infrage

Aymen weiß, dass er auffällt. „Ich weiß, dass diese ständigen Geräusche für meine Mitmenschen anstrengend sein müssen“, sagt er. Auch bei der Berufswahl macht er sich deshalb Gedanken. „Ich wollte mal ein Praktikum auf einem Bauernhof machen. Dann fiel mir ein, dass meine Anwesenheit Stress für die Tiere bedeuten würde.

Ebenso wie einen passenden Beruf wünscht er sich, dass in Zukunft auch Nicht-Behinderte ihm in der Öffentlichkeit vermehrt ohne Vorbehalte begegnen. „Gerade in öffentlichen Verkehrsmitteln höre ich oft: ,Kannst du nicht mal aufhören mit dem Scheiß?’ Dann frage ich mich, wie die Leute darauf kommen, dass ich mich freiwillig so benehme“, sagt er.

Was er sich stattdessen wünscht? „Die Leute sollten mich nicht angreifen, sondern auf mich zugehen und fragen, was ich habe. Dann erkläre ich es gerne.“

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