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Plön Klärschlamm wird zu einem Problem
Lokales Plön Klärschlamm wird zu einem Problem
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11:09 14.09.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Tröndels Bügermeister Volker Schütte-Felsche fürchtet Kosten von 150.000 Euro für das Abpumpen des Klärschlamms allein aus dem vorderen Teich. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
Tröndel

1500 Kubikmeter Klärschlamm ruhen im ersten Teich der Anlage, die insgesamt aus vier Teichen besteht. Das ergab eine Schlammpegelmessung. Wenn die Masse ein Drittel des Teiches einnimmt, besteht Handlungsbedarf. Das Abwasser wird ansonsten nicht mehr ordnungsgemäß gereinigt.

Kostenschätzung ist ein Schock

In Tröndel ist der Pegel fast erreicht, berichtet Bürgermeister Volker Schütte-Felsche. Das Institut, das die Proben zog, gab der Gemeinde gleich eine Kostenschätzung für die Entsorgung mit auf den Weg: 150.000 Euro. Das traf den kleinen Ort wie ein Schock. Die Gemeinde hat zwar wie vorgeschrieben Rücklagen für diesen Fall gebildet. In der Kasse sind aber nur 60.000 Euro. Falls die Rechnung am Ende wirklich so hoch ausfällt, steigen die Abwassergebühren zwangsläufig. 

Kosten könnten weiter steigen

Bürgermeister Schütte-Felsche fürchtet für die Zukunft noch höhere Kosten. In Fachkreisen werde erwartet, dass der Klärschlamm in Zukunft nicht mehr auf die Felder aufgebracht werden darf, sondern verbrannt werden muss, so der Bürgermeister. Eine deutlich teurere Variante. Hintergrund ist eine strengere Düngemittelverordnung.

Engpass bei der Verbrennung

Doch damit noch nicht genug. Es gibt nicht genug Verbrennungsanlagen in Schleswig-Holstein. „In der Übergangszeit bis zur Fertigstellung der Monoverbrennungsanlagen könnte es bedingt durch die Neuregelungen im Düngerecht zu Entsorgungsengpässen kommen“, heißt es beim Klärschlammbeirat, der aus Vertretern des Landes Schleswig-Holstein, der Kommunen und Verbände besteht. Dort sucht man nun nach „alternativen Entsorgungskonzepten“. 

Geht der Schlamm in den Süden?

Tröndels Bürgermeister schätzt, dass ein Transport von Klärschlamm aus dem Norden in Richtung Süden der Republik einsetzt, um die Massen überhaupt loszuwerden. Bis nach Nordrhein-Westfalen, wo noch Kapazitäten frei sind.

Die Entschlammung des Klärteiches in Tröndel beginnt nächstes Jahr. Die Masse darf dieses Mal noch auf Felder aufgebracht werden, nachdem sie trocken ist.

Dannau hat das gleiche Problem

Das gleiche Problem kommt auf die Gemeinde Dannau zu. Hier warten zwei kleine Teiche darauf, dass sie vom Klärschlamm befreit werden. Bürgermeister Roland Feichtner schätzt die Kosten auf stolze 120.000 bis 130.000 Euro. Auch hier reicht die Rücklage von 60.000 Euro nicht aus. Erst vor fünf Jahren gab das kleine Dannau 120.000 Euro aus, um zwei andere Teiche zu entschlammen. Feichtner sieht noch einen anderen Kostentreiber beim Abwasser. Es gibt nicht mehr viele Firmen, die die Entsorgung von Klärschlamm übernehmen. Wenig Konkurrenz bedeutet höhere Preise.

Fast eine Verdoppelung der Gebühren für Privathaushalte

Schon im Juni wurde es im Amt Lütjenburg klar, dass Klärschlamm zu einem finanziellen Problem wird. Die rund 700 Besitzer von privaten Hauskläranlagen auf dem flachen Land müssen sich auf einen fast doppelt so hohen Preis für die Abfuhr einstellen. Nach einer Ausschreibung erhöhte der Entsorger Remondis die Gebühren für einen durchschnittlichen Haushalt von 250 auf rund 440 Euro. Ähnliche Erhöhungen dürften auf alle anderen in den nächsten Jahren auch zukommen.

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