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Plön Zeitumstellung ist hier kein Thema
Lokales Plön Zeitumstellung ist hier kein Thema
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18:30 23.03.2018
Von Anja Rüstmann
Die Turmuhr der Johanniskirche hat nur einen Zeiger - und die Zeigerspitze ist eine Hand. Quelle: Anja Rüstmann
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Plön

 Die historische Uhr zeigt die Lebenszeit, „die Zeit, die uns vom Schöpfer anvertraut ist“, sagt Pastor i.R. Friedrich Wackernagel. Zeit hat an dieser Uhr eine völlig andere Qualität. Der Zeiger sagt „Una ex his tibi“ – eine von diesen (Stunden) ist deine: nämlich die Todesstunde. Bei genauem Blick kann man trotzdem die ungefähre Uhrzeit erkennen, zurzeit steht die Uhr auf 16.45 Uhr, schätzungsweise. Wackernagel, Vorsitzender des Fördervereins Johanniskirche, erklärt warum. Die Steueruhr in einem kleinen Nebenraum der Kirche blockiert, ihre Zeiger berühren sich. Deshalb musste sie abgeklemmt werden. Normalerweise wird zur Zeitumstellung im März und Oktober hier per Hand ein Hebel umgelegt, und die Uhr rückt eine Stunde vor oder zurück.

Wie alt die Ein-Zeiger-Uhr ist, weiß Wackernagel nicht. Gebaut wurde die  Kirche 1685. „Es ist eher unwahrscheinlich, dass die Uhr auch so alt ist.“ Aber sie dürfte älter sein, als die Jahreszahl 1821 auf dem Zifferblatt vermuten lässt. „Da hat der Kirchenvorstand die Uhr aufarbeiten lassen“, sagt Wackernagel. Erst vor wenigen Jahren wurde die Uhr grundlegend restauriert, da wurden Zeiger und Ziffern vergoldet.

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„Die Turmuhr ist etwas ganz Besonderes, Ein-Zeiger-Uhren gibt es nicht mehr viele“, berichtet Wackernagel. Im 18. Jahrhundert waren sie verbreiteter und hingen an Klöstern und Kirchen. An der Johanniskirche zeigt ein Zeigefinger die Stunden an. Die Hand stelle die Hand Gottes dar, berichtete einst Anneliese Bläse. Sie wolle daran erinnern, dass man nicht ewig lebt. Auf der Zeiger-Rückseite prangt der Mond. Der Stern in der Mitte steht für die Sonne.  „Damit zeigt uns die Uhr, dass Gott der Herr der Zeit ist, der Herr der Welt und der Schöpfung“, so Wackernagel zur geistlichen Dimension.

In den 1970er-Jahren ist der besondere Zeiger einmal gestohlen worden. „Böse Buben haben ihn damals abmontiert“, erinnert sich Wackernagel, Kunstschmied und Gürtlermeister Bläse musste ihn neu anfertigen. Seitdem dreht er aber ungestört seine Runden.

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