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Plön 400 Euro Beute - drei Jahre Gefängnis
Lokales Plön 400 Euro Beute - drei Jahre Gefängnis
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20:25 07.11.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Ein Schöffengericht in Plön sühnte den Überfall auf einen Friseursalon in Lütjenburg mit einer langen Haftstrafe. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
Plön

Der Angeklagte überfiel im August 2018 das Geschäft. Er trug eine Maske und zielte mit einer Gasdruckpistole auf die Angestellten. „Überfall. Geld her“ rief er dabei mehrmals. Sein heute 19-jähriger Komplize versteckte dabei sein Gesicht unter einer Kapuze und steckte die Beute aus der Kasse in einen Rücksack. Mit 400 Euro entkamen die beiden Räuber. 

"Er hat die ganze Zeit die Waffe auf mich gerichtet"

Die Zuschauer im Gerichtssaal verfolgten mit Betroffenheit die Aussagen der Mitarbeiterinnen des Friseursalons Gisela. Mehr als ein Jahr nach dem Überfall leiden sie noch unter den Folgen. Eine 45-jährige Friseurin, die den Tätern gegenüber stand, ging vor der Verhandlung zu einem Arzt, um sich Beruhigungsmittel verschreiben zu lassen. Sie hat bis heute Angst, wenn sie jemanden mit Kapuze sieht. „Es ist nicht einfach, hier zu sein“, sagte die Frau, die sich schützend an ihrer Tasche festhielt. „Er hat die ganze Zeit die Waffe auf mich gerichtet.“ Ihre Aussage musste unterbrochen werden, weil sie einen Weinkrampf erlitt.

Foto der Tätermaske löste Weinkrampf aus

Eine zweite Mitarbeiterin sagte zu Beginn noch, dass sie die ganze Sache gut verarbeitet habe. Die 50-Jährige hatte am Tag des Überfalls eigentlich frei, schaute aber bei ihren Kolleginnen vorbei. Sie trat den Tätern entgegen und gab die Tageseinnahmen heraus. „Bloß weg mit dem Geld. Bloß weg mit den Leuten aus unserem Laden“, habe sie sich gedacht. Nach dem Überfall bekam sie einen Hörsturz. Als sie die Tatortbilder anschaute, erlitt auch sie überraschend einen Weinkrampf. Der Anblick der schwarzen Maske, die der Täter trug, brachte ihr den Augenblick des Überfalls zurück. 

Friseurin zog nach dem Überfall weg

Eine dritte Angestellte, die über eine Hintertür geflohen war, zog unter anderem wegen des Überfalls aus Lütjenburg weg. „Ich habe mich danach in der Stadt nicht mehr wohlgefühlt.“

Komplize sagte gegen  den Angeklagten aus

Den Ausschlag für die Verurteilung gab die Aussage des zweiten Täters. Er war bereits zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Er schilderte, wie der Überfall vor sich ging. „Es gab keinen richtigen Plan. Wir sind einfach losgegangen.“ Auf die mehrfache Frage des Richters, ob der Angeklagte sein Mittäter gewesen sei, antwortete er: „Ich weiß doch wohl, mit wem ich Scheiße baue und mit wem nicht.“ Als Motiv für seine Tat nannte er Schulden in Höhe von 600 Euro. Der Richter entlockte ihm, dass ein Drogendealer aus Lütjenburg ihn unter Druck gesetzt habe, das Geld zurückzuzahlen.

Täter plauderte über den Überfall

Die Polizei kam den Tätern auf die Spur, weil der jüngere Komplize mehreren Bekannten von der Tat erzählte. Einer von ihnen rief anonym im Friseursalon an und offenbarte den Namen des 19-Jährigen. Die Polizei überführte ihn auch anhand von Chatverläufen.

Verteidiger forderte Freispruch

Der Verteidiger forderte in seinem Plädoyer trotz der eindeutigen Aussage einen Freispruch für seinen Mandanten, der die Aussage verweigerte und die siebenstündige Verhandlung regungslos verfolgte. Der Jurist witterte eine Verschwörung gegen seinen Mandanten. Der Mittäter sei von Unbekannten unter Druck gesetzt worden, ihn zu belasten. Beweise dafür brachte er nicht vor.

Das Schöffengericht folgte dem nicht. Es gebe „null Anhaltspunkte“ dafür, dass die Aussage erfunden sei. Der Richter in seiner Urteilsbegründung: „Warum war es der Angeklagte? Weil es erwiesen ist.“ 

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