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Plön Zwei Investoren für das Lübsche Tor
Lokales Plön Zwei Investoren für das Lübsche Tor
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00:28 28.08.2014
Von Hans-Jürgen Schekahn
Mark Meyer (links) und Carsten Nemitz bieten 165000 Euro für das Lübsche Tor. Es entscheidet sich in einer Woche, ob die beiden Unternehmer den Zuschlag im Zwangsversteigerungsverfahren erhalten. Quelle: Schekahn
Plön

Konkretes schwebt dem 51-Jährigen Nemitz und seinem 25-jährigen Partner Meyer noch nicht vor. Nur so viel: Als erstes müsse der Name Lübsches Tor verschwinden, weil der durch die lange Zeit des Leerstandes und die vielen Versteigerungstermine belastet sei. Fest steht auch: Es entstehen keine Seniorenwohnungen, wie sie Nemitz (Eigentümer von Seniorenheimen in Ascheberg und Dersau) an anderer Stellen immer wieder bauen lässt. Das Gebäude mit seiner großen Nutzfläche, die weitgehend seit Jahren leer steht, wollen die beiden gewerblich nutzen. Die Investoren geben sich selbstbewusst. Nemitz: „Wir wollen mit unserem Engagement die Innenstadt Plön stärken.“ Vielleicht ergibt sich schneller etwas als gedacht. Ein Besichtigungstermin mit dem Leiter des Plöner Jobcenters ist anvisiert. Die Behörde sucht gemeinsam mit der Arbeitsagentur neue Büroräume.

 20 Zuschauer verfolgten gestern die Zwangsversteigerung im Saal C des Plöner Amtsgerichts. 20 Minuten mussten sie warten, bis Meyer und Nemitz ihr erstes Angebot über 130000 Euro bei der Rechtspflegerin abgaben. Danach wurde es noch spannend. Die Stadt Plön trat in diesem Termin als betreibende Gläubigerin auf. Im Wesentlichen will sie rund 100000 Euro Rückstände eintreiben, die als Beiträge für den Ausbau der Lübecker Straße angefallen sind. Beim ersten Angebot wäre Plön aber auf einen Teil seiner Forderungen sitzengeblieben, weil das Gerichts zunächst seine eigenen Kosten in Höhe von rund 60000 Euro in Abzug gebracht hätte. Der Vertreter der Stadt signalisierte Nemitz und Meyer klar und deutlich, das er 130000 Euro für zu wenig hielt und seine Zustimmung zu einem Zuschlag verweigern würde. Die Investoren legten nach und steigerten sich auf 165000 Euro. Der Stadtvertreter nickte dazu sehr freundlich, weil Plön sich nun auf Einnahmen über 100000 Euro freuen kann.

 Die letzte Entscheidung fällt am 1. September. Die Rechtspflegerin will bis dahin zumindest versuchen, eine Stellungnahme der dänischen Eigentümer zu erhalten, die bis 2008 über das Lübsches Tor verfügten. Das Firmenkonstrukt war zuletzt aber nicht mehr auffindbar und schickte auch keinen Vertreter zu den Gerichtsterminen. Angesichts mangelnder weiterer Interessenten stehen die Chancen nicht schlecht, dass Nemitz und Meyer neue Eigentümer werden.

 Carsten Nemitz kündigte am Rande der Sitzung an, den Sitz aller seiner Unternehmungen nach Plön zu verlegen. Er plant derzeit große Wohnkomplexe am Gerberhof und am Schwanensee in Plön.

 Das Lübsche Tor eröffnete 1983. Nach einigen guten Jahren strichen der erste Kaufhausbetreiber (Kaufring) und ein Supermarkt im Untergeschoss die Segel. Die Umwandlung in einem Einkaufspassage funktionierte auch nicht. Das Lübsche Tor leerte sich mehr und mehr. 2008 erfolgte der erste Antrag auf eine Zwangsversteigerung.