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Plön Seit zehn Jahren Hilfe für Frauen
Lokales Plön Seit zehn Jahren Hilfe für Frauen
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18:30 22.03.2018
Von Anja Rüstmann
Ulrike Torges ist seit Anfang 2008 ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte in Plön. Einmal wöchentlich bietet sie im Rathaus eine Sprechstunde an. Quelle: Anja Rüstmann
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Plön

Das macht sie 55-Jährige aus Godau inzwischen seit zehn Jahren, mit Engagement und Herzblut, für eine Aufwandsentschädigung. Bis 2006 hat sich die Stadt eine hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte geleistet. Dann wurden die Voraussetzungen geändert: bis 15000 Einwohner ist der Posten ehrenamtlich zu besetzen. Zwölf Stunden Arbeit steckt Ulrike Torges durchschnittlich in diese Arbeit, zumal sie auf Landesebene auch als Sprecherin der Gleichstellungsbeauftragten fungiert.

Viel Zeit nimmt die Arbeit in der Verwaltung ein. Ulrike Torges ist bei Einstellungsgesprächen dabei, berät die Kollegen von Kinderbetreuung bis Fortbildung und arbeitet mit dem Personalrat zusammen. „Bei Neueinstellungen habe ich eine Art Kontrollfunktion“, sagt sie. Tatsächlich ist es so, dass bei der Stadtverwaltung mehr Frauen als Männer arbeiten.

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Ihre (hauptamtliche) Vorgängerin kümmerte sich bei der Suche nach neuen Straßennamen in Stadtheide, dass Frauen Pate standen. Angsträume in Plön sind längst benannt. Ulrike Torges hat mit der Kirche schon mal ein Frauenfrühstück organisiert, Frauenfilme gezeigt und versucht, mit der Familienbildungsstätte Selbstverteidigung anzubieten – „da war aber kein Bedarf“, es kamen nicht genügend Teilnehmerinnen zusammen. Sie organisierte gerade mit den Landfrauen die Veranstaltung zum Frauentag, hält Vorträge über 100 Jahre Frauenwahlrecht, war bei der Ehrenamtsmesse dabei. Auch Dichterlesungen könnte sie sich vorstellen, „ich brauche dann aber Kooperationspartner“, erklärt sie. Für Ideen ist sie offen.

Melden sich Plönerinnen mit Problemen bei ihr, hört sie ihnen zunächst einmal zu. „Frauen wollen sich wahrgenommen fühlen“, erzählt sie. Manchmal hilft es schon, wenn die Besucherin oder Anruferin das Herz ausschütten kann. Ulrike Torges darf keine Rechtsberatungen machen, aber sie kennt die richtigen Ansprechpartner, verweist an Mieterbund, Behörden, die Minijob-Zentrale. In Notfällen begleitet sie die Frauen auch, mal zum Jobcenter, auch schon zum Amtsgericht. „Eigentlich ist es eine Mittlerfunktion“, sagt sie über ihre Tätigkeit.

Ulrike Torges bietet donnerstags von 10 bis 12 Uhr im Rathaus, Zimmer 4 (Erdgeschoss) eine offene Sprechstunde an, ist unter Tel. 04522/505-722 oder per Mail an ulrike.torges@ploen.de erreichbar.

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