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Plön Unterstützung für Kühe auf der Weide
Lokales Plön Unterstützung für Kühe auf der Weide
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06:00 06.06.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Der Landwirtschaftskammer Peter Levsen Johannsen (rechts) zeigt Arno Krause (Pro Weideland) den Versuchsstall in Futterkamp, von dem aus Kühe auf die Weide gehen können. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
Blekendorf

Kammer-Geschäftsführer Peter Levsen Johannsen unterzeichnete die Weideland-Charta und folgt damit dem Kieler Landwirtschaftsministerium, das schon Mitglied ist. Unterschrieben haben weiter Naturschutzverbände und landwirtschaftliche Organisationen in Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein. Sie wollen die Weidehaltung fördern.

Der Sommer störte Weidemilchversuch

Derzeit läuft ein dazu passender Versuch im Lehr- und Versuchszentrum in Futterkamp. 36 Kühe dürfen jederzeit ihren Stall verlassen und auf eine Weide zum Fressen gehen. Im Stall selbst warten dazu wie bisher auch die Futtertröge. Zum Vergleich steht eine Gruppe nur im Stall. Der Versuch startete im vergangenen Jahr, ergab aber wegen der übergroßen Trockenheit nur spärliche Aussagen zum Vergleich beider Haltungsformen. Das Gras vertrocknete auch in Futterkamp im Laufe der Monate. Die Kühe hatten nur das Futter im Stall.

Weniger Milch, aber etwas gesünder

Der Fachbereichsleiter Rinderhaltung, Ole Lamp, stellte nur unter Vorbehalt einige Ergebnisse vor. Wie zu erwarten, sank die Milchproduktion der Tiere von der Weide. Dafür scheint der Gang über die Gräser die Tiergesundheit zu fördern, wie erste Daten vermuten lassen. Zum Beispiel gab es weniger kahle Stellen im Fell. Ole Lamp: „Sie gehen gern auf die Weide“. Aber auch die Kühe flohen im vergangenen Sommer mit hohen Temperaturen vor der Hitze. Jenseits der 20 Grad standen sie lieber im kühlen Stall.

Das Lehr- und Versuchszentrum setzt den Versuch in diesem Jahr fort. Die Bedingungen für die Tiere sind sehr gut zumindest an der Weidefront. Ole Lamp: „Uns wächst das Gras über die Ohren“.

Weidehaltung kostet Zeit

Geschäftsführer Johannsen kennt aus eigener Jugend ein Problem der Weidehaltung: die Mehrarbeit. In den 60er-Jahren hielt ihn sein Vater zweimal am Tag an, die Tiere von der Weide zum Melken zu holen. Ein mühsamer Job. „Das kostet Zeit.“

Weniger Milchertrag pro Kuh und Mehrkosten durch Mehrarbeit machen die Weidemilch teurer als andere Sorten. Die Produkte unter dem Label „Pro Weideland“ würden die Verbraucher aber mit einer höheren Preisbereitschaft honorieren, so Johannsen. Auf diesem Wege rechne sich die Weidehaltung wieder. „Letztlich muss die Wirtschaftlichkeit für Landwirte gesichert werden.“ Dazu trage „Pro Weideland“ bei. Das dürfte den Ausschlag für den Beitritt der Landwirtschaftskammer gegeben haben.

Kein Ausspielen von Weide gegen Stall

Johannsen unterstreicht, dass der Beitritt zum Bündnis nicht bedeute, dass die Landwirtschaftskammer nur auf diese Wirtschaftsform setzt. „Wir wollen Weide nicht gegen Stall ausspielen.“ Beides habe seinen Platz.

Damit eine Milch dieses Label tragen kann, muss der Landwirt Kriterien erfüllen. Die Milchkühe müssen an mindestens 120 Tagen für mindestens sechs Stunden auf die Weide. Und die Fütterung – Gras auf der Weide gibt es nicht das ganze Jahr – muss ohne gentechnisch veränderte Pflanzen erfolgen. 

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