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Plön Das sagt ein Ölanbieter aus Ascheberg
Lokales Plön Das sagt ein Ölanbieter aus Ascheberg
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12:51 30.10.2019
Von Jonas Bickel
Heizölanbieter Michael Runge ist vom Gesetzesentwurf der Bundesregierung nicht begeistert Quelle: Jonas Bickel
Ascheberg

"Auf lange Sicht ist das natürlich unser Todesstoß". Michael Runge macht sich keine Illusionen. Er leitet den Heizölhandel "J. Runge" in Ascheberg. Große Tanks mit Öl und Diesel stehen auf dem Hof des Betriebs in Ascheberg. Hinter dem Haus, in dem Runge und die Verwaltung sitzen, warten zwei Tankwagen mit jeweils einem Anhänger auf ihren Einsatz. Seit 36 Jahren verkaufen die Runges von Ascheberg aus Heizöl nach ganz Schleswig-Holstein. Zwanzig Mitarbeiter, insgesamt sechs Tankwagen und viel Tradition: All das hat mittelfristig wohl ein Ende.

Keine neuen Ölheizungen ab 2026

Das liegt auch am neuen Gesetzesentwurf der Bundesregierung zu ÖlheizungenDieser sieht vor, dass ab 2026 keine neuen Ölheizungen mehr in deutsche Haushalte eingebaut werden dürfen. Nur in wenigen Ausnahmen ist dies weiterhin möglich. Außerdem wird Heizungsbesitzern ein Zuschuss in Höhe von 40 Prozent zugesichert, wenn sie auf klimaschonende Alternativen wechseln.

"Das ist ein viel zu radikaler Wechsel", sagt Michael Runge. Er ist seit 2003 in der Firma, die sein Schwiegervater Jürgen Runge gründete. Dieser ist mittlerweile in Rente, Michael Runge leitet das Heizölunternehmen seit fünf Jahren. Weg vom Heizöl? Für Runge kommt der Schritt zu früh. Er kritisiert, dass viele Alternativen zum Heizöl zu unausgereift und die langfristigen Folgen noch nicht abzuschätzen seien. Der Gesetzesentwurf aus Berlin? "Der wurde vermutlich nur gemacht, um die Bevölkerung zu beruhigen".

Michael Runge: Immer weniger Kunden

Laut einer Untersuchung des Energieverbands BDEW wird nach wie vor in knapp 21 Prozent von insgesamt 1,4 Millionen Wohnungen in Schleswig-Holstein mit Öl geheizt. Erdgas versorgt jede zweite Wohnung in Schleswig-Holstein mit Wärme. Andere Heizarten wie Fernwärme, Pellets oder Elektro-Wärmepumpen folgen hinter Gas und Öl.

Doch Runge merkt schon seit einigen Jahren, dass Ölheizungen in Deutschland unbeliebter werden. Das Problem: In Neubauten werden fast keine Ölheizungen mehr installiert. Das bedeutet für Runge, dass sein Kundenstamm nicht wächst - sondern kontinuierlich abnimmt. "Wir befinden uns in einem Verdrängungswettbewerb", sagt Runge. Dadurch, dass keine neuen Kunden dazukommen, nehmen sich die Anbieter ihren Kunden gegenseitig weg. Dabei werden die Großen noch größer, die Kleinen können beim Preiskampf irgendwann nicht mehr mithalten. 

Lesen Sie auch: Deshalb ist das Einbauverbot für Ölheizungen umstritten

Heizöl aus Ascheberg: "Wir machen weiter"

Mit dem neuen Gesetz könnte dieser Verdrängungswettbewerb verstärkt werden. "Durch so eine  Entscheidung machen wir uns selbst kaputt", kritisiert Runge die Bundesregierung. Der Anteil Deutschlands am Klimawandel sei global gesehen zu klein, um alles umzuwerfen. "Wenn China und die USA nicht mitmachen, bringt das sowieso fast nichts".

Wie geht es weiter mit dem Runge-Betrieb in Ascheberg? Jürgen Runge, Schwiegervater von Michael und Gründer des Familienunternehmens gibt eine Schätzung ab. "Unseren Betrieb gibt es noch eine Generation lang", sagt er. Denn noch können Ölheizungen gebaut werden, der Kundenstamm ist groß genug. Außerdem hat sich Michael Runge ein zweites Standbein aufgebaut: Sechs Kieslaster fahren für ihn durch Schleswig-Holstein. Durch höhere Kraftstoffpreise wird es aber auch in diesem Sektor schwieriger. Trotzdem blickt Michael Runge positiv in die Zukunft: "Das wichtigste ist: Wir machen weiter".

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