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Plön Geflügel muss im Stall bleiben
Lokales Plön Geflügel muss im Stall bleiben
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06:52 09.11.2016
Von Heike Stüben
Die Mitarbeiter der Stadtwerke Plön wie Matthias Braasch suchen derzeit auch die schwer zugänglichen Ufer der Seen ab, um angeschwemmte Kadaver verendeter Reiherenten im Spülsaum zu finden und einzusammeln. Quelle: Dirk Schneider
Plön

Landesweit gilt für alles Hausgeflügel die Stallpflicht. Im Kreis Plön gibt es zusätzliche Sperrbezirke. Dort darf kein Geflügel mehr hinein oder hinaus. Seit Freitag werden immer mehr tote Wildvögel im Kreis Plön entdeckt. Im Umweltministerium geht man von mehreren Hundert Tieren aus, die der Geflügelpest in einer ersten Welle zum Opfer gefallen sind. Habeck rechnet mit weiteren Wellen: „Das akute Krankheitsgeschehen ist in seiner Ausprägung besorgniserregend und Anlass für extrem hohe Wachsamkeit. Schlimm genug, dass Wildvögel verenden. Wir müssen ein Übergreifen auf die Geflügelbestände verhindern, und das wird schwer genug.“

Gefügel darf nicht nach draußen

Deshalb müssen alle 12 500 Geflügelhalter im Land ihre fünf Millionen Tiere ausschließlich in Ställen oder besonders gesicherten Volieren halten. Diese Aufstallung macht besonders Gänsehaltern Probleme, weil Gänse draußen leben und nicht überall ausreichend Ställe vorhanden sind. Diese Halter müssen die Weihnachtsgänse entweder vorzeitig schlachten oder eine Ausnahme beantragen. Diese wird aber nur unter hohen Auflagen erteilt. Die zweite Maßnahme betrifft vorerst nur Geflügelhalter im Kreis Plön. Rund um die Fundstellen der verendeten Wildvögel werden Sperrbezirke eingerichtet. Dort gilt nicht nur das Aufstallungsgebot, sondern auch ein Handelsverbot für die Tiere. Das Verbot gilt im Umkreis von drei Kilometern zunächst 21 Tage lang, im Umkreis von weiteren sieben Kilometern für 15 Tage. Bisher sind davon 120 Betriebe betroffen. Kreisveterinär Dr. Michael Görgen rechnet aber mit einer schnellen Ausweitung. Dann könnte der gesamte Kreis Plön bis hin nach Kiel betroffen sein. Allein im Kreis Plön halten 2500 gewerbliche und Hobbygeflügelzüchter eine Million Tiere.

Geflügelpest und Vogelgrippe

Vogelgrippe-Erreger H5N8Das Vogelgrippe-Virus H5N8 kann in unterschiedlich gefährlicher Form auftreten. Ein hochpathogenes Influenzavirus H5N8 wurde nach Auskunft des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) erstmals Anfang 2014 in Südkorea bei Geflügel und Wildvögeln nachgewiesen. Dort habe es diverse Ausbrüche gegeben, mehrere Millionen Vögel seien sicherheitshalber getötet worden. Im Zuge der Ausbrüche seien infizierte Wildenten entdeckt worden, die aber weniger stark erkranken. Das Virus tauchte auch in China und Japan auf. Seit November 2014 wurden solche H5N8-Viren in mehreren Geflügelbetrieben in Deutschland und anderen europäischen Ländern entdeckt. Infektionen von Menschen mit den Viren sind laut FLI bislang weltweit nicht nachgewiesen worden. Eine Ansteckung über infizierte Lebensmittel ist nach Auskunft des Bundesinstituts für Risikobewertung „theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich“. H5N8-Viren war schon früher entdeckt worden, etwa 1983 in Irland.

„Mir ist bewusst, dass das ein harter Eingriff für Geflügelhalter ist. Aber ein Ausbruch hätte noch gravierendere Folgen: Erkrankt nur ein Tier an der Geflügelpest, muss der gesamte Bestand gekeult werden“, erklärte Habeck. Der Verband Deutscher Geflügelzücher begrüßt die Maßnahmen: „Angesichts des hochpathogenen Virus mit tödlichem Verlauf ist das sinnvoll. Wir erwarten aber eine ständige Überprüfung und Anpassung der Maßnahmen“, sagte der Landesgeschäftsführer Nicolai Wree. Eier aus Freilandhaltung dürfen nach der Aufstallung noch zwölf Wochen unter dem Label verkauft werden, danach zu einem geringeren Preis als Eier aus Bodenhaltung.

Vogelgrippe nahe deutsch-polnischer Grenze nachgewiesen

Auch an der deutsch-polnischen Grenze in der Nähe von Stettin (Szczecin) ist die Vogelgrippe ausgebrochen. Bei fünf Enten und einer Möwe sei der Erreger des Subtyps H5N8 nachgewiesen worden, teilte das Veterinär-Inspektorat in Polen am Dienstag mit. Demnach waren vergangene Woche in der Ortschaft Lubczyna am Dammscher See (Jezioro Dabie) etwa 70 tote Wildvögel aufgefunden worden. Das Virus ist vor allem für Wasservögel gefährlich, wie es hieß. Das polnische Veterinäramt schloss einen Zusammenhang zu den jüngst entdeckten Vogelgrippe-Fällen in Deutschland nicht aus. Die Ausbreitung des Virus sei durch die Wanderung der Zugvögel nicht zu kontrollieren.

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