Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Plön Immer weniger spenden für Kriegsgräber
Lokales Plön Immer weniger spenden für Kriegsgräber
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:38 04.11.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Sie bitten um Spenden für die Kriegsgräberfürsorge (von links): Plöns Bürgermeister Lars Winter, der stellvertretende Landrat Thomas Hansen, Volksbund-Vorsitzender Peter Sönnichsen, Plöns Bürgervorsteherin Mechtilde Gräfin von Waldersee und der Kommandeur der MUS, Kapitän zur See Matthias Kähler. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
Plön

Der Kreisgeschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Horst Freitag, rechnet damit, dass die Aufgaben seines Verbandes nicht mehr wie bisher größtenteils von Spenden getragen werden kann. Seit einiger Zeit lasse sich der Rückgang an den Jahresergebnissen erkennen. Danach gehören vor allem die älteren Jahrgänge zu denjenigen, die einen Betrag geben. 

Auftakt zur Spendensammlung in Plön

Den Auftakt der Aktion machte eine Spendensammlung von Prominenten auf dem Plöner Marktplatz mit Bürgermeister Lars Winter und dem stellvertretenden Landrat Thomas Hansen an der Spitze. In den nächsten Wochen gehen 60 Soldaten der Marineunteroffizierschule aus Plön mit der türkisfarbenen Spendendose los, 30 Soldaten vom Standort Todendorf und rund ein Dutzend Mitglieder der Reservistenkameradschaft aus Preetz. Privatleute würde Horst Freitag gerne als Sammler sehen, doch es melden sich kaum welche.

Sammelergebnis 2018: 6730 Euro

Es wird auch nicht flächendeckend im Kreis Plön gesammelt, sondern nur in den Schwerpunkten, Plön, Preetz, Lütjenburg und Schönberg. Im vergangenen Jahr kamen im Kreis Plön 6730 Euro zusammen.

Wer Europa verstehen will, soll Kriegsgräber anschauen

Der Kommandeur der Marineunteroffizierschule, Kapitän zur See Matthias Kähler, hält die Pflege der Kriegsgräber für ein wichtiges Signal. „Sie sind ein starkes Ausrufezeichen für das Wort Frieden“, sagte Kähler zum Auftakt der Sammlung. Er empfinde die Grabpflege nicht als „dumpfe Heldenverehrung“. Wer Europa und die grässlichen Kriege, die die Länder geführt haben, verstehen will, der solle sich überall die Kriegsgräber anschauen.

Ein Dutzend Tote nach Tieffliegerangriff

Die Spendengelder fließen hauptsächlich in die Pflege deutscher Grabstätten im Ausland. Aber der Volksbund unterstützt auch die örtlichen Friedhofsverwaltungen bei der Unterhaltung von Soldatengräbern im Inland. Im Kreis Plön gibt es 545 Kriegsgräber an 15 Orten. Dazu gehört der Kadettenfriedhof auf der Prinzeninsel in Plön, auf dem 14 Soldaten aus dem Ersten und 38 Soldaten und Nachrichtenhelferinnen aus dem Zweiten Weltkrieg ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Auf gut einem Dutzend Grabsteinen ist als Todesdatum der 3. Mai 1945 vermerkt. Fünf Tage vor dem Kriegsende. Die Toten von diesem Tag sind britischen Tieffliegerangriffen in der Region um Plön zum Opfer gefallen. 

In Lütjenburg liegen Kriegsgefangene aus dem Kral

In Lütjenburg erinnern auf dem Friedhof lange Reihen von Feldsteinen mit Namen an tote deutsche Soldaten. Die allermeisten von ihnen sind aber nicht im Krieg gefallen. Die Sterbedaten liegen weit hinter dem Kriegsende und reichen sogar bis ins Jahr 1946. Sie dürften eines natürlichen Todes in Kriegsgefangenschaft gestorben sein. Teile der heutigen Kreise Plön und Ostholstein waren damals ein riesiges Kriegsgefangenenlager, in dessen Grenzen sich die Soldaten frei bewegen konnten. Offiziell hieß die Region Sperrgebiet F, im Volksmund fand sich der Begriff „Kral“. In den ersten Monaten nach Kriegsende waren hier  schätzungsweise bis zu 750 000 Soldaten hier interniert.

Volksbund betreut 2,3 Millionen Grabstätten

Der Volksbund betreut rund 2,3 Millionen Gräber deutscher Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft weltweit. die 1919 gegründete Bürgerinitiative feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges bestehen. Sie ist heute eine international vernetzte Organisation.

Der Freitag fiel ins Wasser. Kälte und Regen ließen den ersten Tag des Lichtermeerspektakels im Hohwachter Kurpark zu einem Flop werden. Erst am Sonnabend blieb es trocken und Hunderte Zuschauer schauten sich an, was man mit Licht und Figuren alles machen kann.

Hans-Jürgen Schekahn 03.11.2019

Der DLRG-Ortsverein Plön hat sich dieses Mal selbst gerettet. Nach Querelen um rigiden Führungsstil und mangelnde Sicherheit bei der Schwimmausbildung steht seit Sonnabend ein neuer Vorstand. Jörg Faber (53) aus Stolpe löst den zurückgetretenen Heiko Reimann im Amt des Vorsitzenden ab.

Hans-Jürgen Schekahn 02.11.2019

Die Rahmenbedingungen hätten besser sein können: Das 13. Preetzer Candlelight-Shopping am Freitagabend litt unter Dauernieselregen. Trotzdem folgten hunderte Besucher dem Kerzenschein und den roten Teppichen für erste weihnachtliche Einkäufe. Straßenmusik sorgten für Stimmung an den Feuerkörben.

Signe Hoppe 02.11.2019