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Plön Neuer Antrag für Tempo 30 auf der B76
Lokales Plön Neuer Antrag für Tempo 30 auf der B76
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07:55 19.02.2020
Von Jördis Merle Früchtenicht
Die Plöner SPD möchte weiterhin Tempo 30 auf der Rautenbergstraße (B76) in Höhe der Breitenauschule und eines Kindergartens einführen, wie SPD-Ratsherr Ingo Buth erläutert. Quelle: Jördis Früchtenicht/Screenshot Google Maps
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Plön

Während Autos und Lastwagen auf der Rautenbergstraße an ihm vorbeirauschen, erklärt der Plöner Ratsherr Ingo Buth (SPD), warum er hier Tempo 30 einführen will: „Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass die Situation für Kinder gefährlich sein kann.“

Die SPD-Fraktion stellt am Mittwochabend, 19. Februar 2020, im Ausschuss für Stadtentwicklung und Planung erneut einen Antrag, um ihrem Wunsch nach Tempo 30 auf dem Abschnitt der B76 von der Einmündung Schillener Straße bis zur Einmündung Bruhnsstraße Nachdruck zu verleihen. In dem Streckenabschnitt befinden sich die Breitenauschule und die Kindertagesstätte „Seeblüte“. 

Im vergangenen September hatten die Plöner Stadtpolitiker in dem Ausschuss auf einen SPD-Antrag hin einstimmig beschlossen, die Verwaltung zu beauftragen, auf dem Streckenabschnitt ein Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde zu erwirken.

Ortsbesuch 2019: Verkehrssicherheit nicht gefährdet

Darauf folgte Ende Oktober 2019 ein Ortsbesuch, Bürgermeister Lars Winter traf sich mit Vertretern der Verkehrsaufsicht des Kreises, der Polizei, dem Ordnungsamt und dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) an der B76. Ein Ergebnis des Ortstermins ist laut Verwaltungsvorlage der Stadt, dass die Verkehrssicherheit mit den aktuell erlaubten 50 Kilometern pro Stunde nicht gefährdet ist. Zudem wurde nochmal festgestellt, dass weder die Eingänge der Schule noch der Kita direkt an der Bundesstraße liegen.

Das lässt die SPD-Fraktion als Argument nicht gelten. „Der Schulweg liegt wie der Weg zum Kindergarten an der Bundesstraße“, erläutert Buth. Auch werde nicht berücksichtigt, dass die Bushaltestelle der Grundschule direkt an der B76 liege. „Bei Tempo 30 werden nicht nur die Bremswege kürzer, auch die Unfallfolgen sind deutlich weniger drastisch.“

Lesen Sie auch:Rathauschef Winter hat neue Idee für B76

Ingo Buth (SPD): "Man braucht keine Minute länger."

Ein weiteres Ergebnis des Ortsbesuchs: Laut Erfahrungen des LBV solle Tempo 30 für einen kontinuierlichen Verkehrsfluss eher hinderlich sein. Das sei durch keine nachvollziehbare Untersuchung belegt, heißt es im Entwurf des SPD-Antrags. „Ich habe einen Selbstversuch gemacht. Wer auf dem Abschnitt mit Tempo 30 fährt, braucht keine Minute länger als mit Tempo 50“, so Buth.

Die Kreisverwaltung sieht allerdings weiterhin keine Chance auf Tempo 30: „Insbesondere Beschränkungen und Verbote des fließenden Verkehrs dürfen nur angeordnet werden, wenn aufgrund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht, die das allgemeine Risiko einer Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit erheblich übersteigt“, heißt es aus der Kreisverwaltung. Eine akute Verkehrsgefährdung sehe man nicht.

Plöner Grüne argumentieren mit Lärmschutz

Während die SPD in ihrem Antrag mit der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer argumentiert, wollen die Grünen den Beschlussvorschlag, Tempo 30 auf dem B76-Abschnitt zu erwirken, um einen Punkt ergänzen: Lärmschutz.

Ratsfrau Stephanie Meyer (Grüne) blickt nach Eckernförde, wo ein Anwohner per Lärmschutzklage Tempo 30 auf einer innerörtlichen Bundesstraße durchgesetzt hatte. Ein entsprechendes Urteil des Oberverwaltungsgerichts Schleswig ist für Meyer die Argumentationsgrundlage.

Die Grünen wollen die Geschwindigkeitsbeschränkung in einem längeren Bereich als die SPD: von der Einmündung der Schillener Straße bis zur Eutiner Straße. Denn für das westliche Ende der Rautenbergstraße habe der LBV den Lärmpegel in einer Planfeststellungsunterlage berechnet, so Meyer. Daher lasse sich ein neues Lärmberechnungsgutachten für die B76 vermeiden, meint die Ratsfrau.

Während Grüne und SPD für Tempo 30 sind, heißt es im Beschlussvorschlag der Verwaltungsvorlage, die Stadt Plön möge auf eine Antragsstellung verzichten. Welchen Beschluss der Ausschuss heute Abend fällt, ist unklar. Buth will so oder so am Ball bleiben: „Auch wenn wir mit unseren Absichten nicht durchkommen, werden wir das Thema Sicherheit vor Schulen weiter verfolgen.“

Unsere Themenseite zur B76 finden Sie hier.

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