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Plön Gegenwind für CDU-Kandidaten Kalinka
Lokales Plön Gegenwind für CDU-Kandidaten Kalinka
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19:20 23.05.2018
Von Hans-Jürgen Schekahn
Foto: Die Wahl von Werner Kalinka (CDU) zum Plöner Kreispräsidenten ist fraglich.
Die Wahl von Werner Kalinka (CDU) zum Plöner Kreispräsidenten ist fraglich. Quelle: cdu
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Plön

Bei der Wahl des Kreispräsidenten gilt der Grundsatz: Er muss mehr Ja- als Nein-Stimmen bekommen. SPD, Grüne, Linke und KWG bringen es zusammen auf 28 Abgeordnete. Der Plöner Kreistag zählt nach der Wahl 56 Sitze. Werner Kalinka könnte im besten Fall also auf Stimmengleichheit kommen, wenn die vier Fraktionen denn komplett zur Sitzung antreten und geschlossen abstimmen.

Kritik an der früheren Personalentscheidung

Die CDU hatte kurz nach der Kommunalwahl bekannt gegeben, Werner Kalinka als Kreispräsidenten zu nominieren. Der bisherige Amtsinhaber Peter Sönnichsen (CDU) war in seiner Fraktion mit dem Wunsch gescheitert, in eine weitere Amtszeit zu gehen. SPD, Grüne, Linke und KWG bedauerten, dass die CDU schon mit einem Personalvorschlag an die Öffentlichkeit getreten ist, ohne das Gespräch mit den anderen Fraktionen zu suchen.

Der Schritt der Fraktionen und die öffentliche Ankündigung, mit Nein zu stimmen, sind in der Geschichte der Kreistage ungewöhnlich. Traditionell stellt die stärkste Fraktion den Kreispräsidenten, der üblicherweise auch von einer großen Mehrheit getragen wird. Kalinka gilt in den anderen Fraktionen als stark polarisierend und wenig kompromissbereit.

"Kalinka erfüllt die Vorraussetzungen nicht"

Die vier Fraktionen erwarten von einem Kreispräsidenten, dass er sein Amt  in neutraler,  parteiübergreifender und ausgleichender Weise wahrnimmt, so die Mitteilung, die von den Fraktionsvorsitzenden Lutz Schlünsen (SPD), Axel Hilker (Grüne), Bernd Friedrich (Linke) und Klaus Blöcker (KWG) unterzeichnet ist. Weiter heißt es da: "Der von der CDU als Kreispräsident vorgeschlagene Abgeordnete Werner Kalinka erfüllt aus einhelliger Sicht unserer Fraktionen diese  Voraussetzungen nicht in dem erforderlichen Maß. Wir werden daher seiner Wahl nicht zustimmen können und mit unseren Fraktionen geschlossen mit Nein votieren."  Man begrüße es, wenn die CDU sich um einen Wahlvorschlag bemühte, der fraktionsübergreifend mehrheitsfähig ist. Für Gespräche stehe man zur Verfügung.

Werner Kalinka (66) gehört  dem Plöner Kreistag seit 1974 mit mehreren Unterbrechungen an.  Zwischen 2003 und 2008 bekleidete er schon einmal das Amt des Kreispräsidenten. Er ist Landtagsabgeordneter und Kreisvorsitzender seiner Partei.

Hans-Jürgen Schekahn 23.05.2018
Merle Schaack 23.05.2018
Hans-Jürgen Schekahn 23.05.2018