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Plön Kleines Gotteshaus mit großer Wirkung
Lokales Plön Kleines Gotteshaus mit großer Wirkung
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06:00 28.05.2019
Von Silke Rönnau
Priörin Erika von Bülow sowie Hans Gronow (Mitte) und Albrecht Schmidt vom Kapellenverein laden zu einem Besuch in die Waldkapelle Neuwühren (Gemeinde Pohnsdorf) ein. Quelle: Silke Rönnau
Neuwühren

Bei den Wahlen im vergangenen Jahr wurde Albrecht Schmidt zum neuen Vorsitzenden des Kapellenvereins gewählt. Er war vor seinem Ruhestand 30 Jahre als Pastor in Kroog tätig und will sich nun für das kleine Gotteshaus einsetzen. „Es hat einen großen seelsorgerischen Wert“, sagt er. Fast jeden Tag gebe es neue Eintragungen im Gästebuch. Viele Besucher wollten ihr Herz ausschütten oder einfach mal Ruhe finden. „Es liegt ja auch traumhaft“, schwärmt er.

Gottesdienste früher im Wohnzimmer gefeiert

Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden in Neuwühren zahlreiche Vertriebene und Flüchtlinge Unterkunft. Die ersten Gottesdienste wurden in einem Privathaus im Wohnzimmer gefeiert. Dann kam man auf den Gedanken, das nicht mehr benutzte Spritzenhaus in einen Andachtsraum zu verwandeln. Der damalige Pastor Theodor Pinn wurde zum geistlichen Vater der Kapelle. Er blickt noch heute von einem vom Kieler Künstler Heinrich Basedow gemalten Bild auf die Besucher.

Die noch heute vorhandene Balkendecke gehörte schon zum ursprünglichen Spritzenhaus. Sie inspirierte die Gründer der Kapelle zu dem romanischen Stil, der mit Rundbogen und Rechteck frühchristliche Formen aufnimmt. Grundstück und Gebäude gehören dem Adeligen Kloster zu Preetz. 1980 wurde in einem Vertrag geregelt, dass sich der Verein um die Unterhaltung kümmert. 

Spenden benötigt für die Sanierung

„Früher wurde die Kapelle noch von der Nordelbischen Kirche gefördert, inzwischen finanziert sich das alles ausschließlich über Spenden“, wirbt Schmidt für weitere Zuwendungen. Denn die beiden Nebenräume – in einem ist auch die Orgel untergebracht – müssten wegen der feuchten Wände dringend renoviert werden. Das Dach sei bereits vom Kloster erneuert worden, bedankt er sich. Und seit dem vergangenen Jahr gebe es auch eine elektrische Heizung, die für wohlige Wärme sorge. 

Ebenfalls 2018 wurden neue Sitzkissen für die kleinen Bänke angeschafft. Rund 30 Personen finden hier Platz. „Wir haben aber mit zusätzlichen Stühlen auch schon mit 60 Menschen hier gesessen“, erinnert sich Schmidt lachend.

Taufe im vorbeifließenden Bach

Jeden ersten Sonntag im Monat zwischen Ostern und Erntedank wird ab 15 Uhr ein Gottesdienst gefeiert. Aber auch für Taufen und Hochzeiten wird die Waldkapelle gerne genutzt. Viele Kinder wurden in der vorbeifließenden Wilsau getauft.

Priörin Erika von Bülow blättert im Gästebuch, das auf einem aus einem Baumstamm gefertigten Pult liegt. Manche tragen dort ihren Dank an Gott ein, weil sie gerade von einer schweren Krankheit geheilt wurden. Andere nehmen mit ein paar Zeilen Abschied von ihrem Wellensittich oder freuen sich einfach über die kleine Oase der Stille. „Es gibt traurige, aber auch sehr schöne Geschichten“, erzählt Hans Gronow, der in der Nachbarschaft wohnt und für den Verein jeden Tag nach dem Rechten schaut.

Vom Spritzenhaus zur Waldkapelle

1953: Weihe des 1882 gebauten Spritzenhauses zum Gotteshaus durch den Kieler Propst Hans Asmussen.

1957: Einweihung einer gusseisernen Gedenktafel für die Neuwührener Kriegsopfer, sie trägt zehn Namen und die Daten der Luftangriffe auf Neuwühren.

1960: Bauliche Erweiterung um den heutigen Chorraum, Anbau einer kleinen Sakristei und Einbau der bunten Glasfenster von Heinrich Basedow. Die Kapelle erhält zu dieser Zeit das heutige Kruzifix über dem Altar und die Lichterkrone, beides von Basedow gestaltet.

1960: Errichtung eines hölzernen Vorbaus aus einem alten Garagentor vom Waldhof.

1965 bis 67: Zunehmender Verfall der Kapelle.

1967: Gründung des Kapellenvereins.

1973: Östlicher Anbau.

1976: Baubeginn für den westlichen Erweiterungsbau, den heutigen Orgel-Raum, der die Sakristei ersetzt.

1979: Errichtung eines Vorbaus in massiver Bauweise.

Waldkapelle "Zum ewigen Troste" in Neuwühren
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