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Plön Mahnwache gegen Tierversuche
Lokales Plön Mahnwache gegen Tierversuche
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19:37 01.11.2019
Von Dirk Schneider
Stephanie Keller, Judith Haßler, Angela Wehmeier und Christine Hansen hoffen, dass der öffentliche Druck durch Mahnwache und Demonstrationen derart wächst, dass die Tierversuche auf Gut Löhndorf eingestellt werden. Quelle: Dirk Schneider
Wankendorf

„Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass solche Experimente auch hier mitten unter uns in Schleswig-Holstein gemacht werden und die Menschen in der Region wachrütteln“, sagt Stephanie Keller. Die Erzieherin aus Flensburg ist schon viele Jahre im Tierschutz aktiv und hatte die Mahnwache organisiert. Dies sei bereits das zweite Treffen vor Ort. Eine erste Demonstration habe sie spontan am vergangenen Sonnabend als Reaktion auf die Presseberichte angeschoben, in denen über skandalöse Zustände in dem Versuchslabor in Mienenbüttel im niedersächsischen Landkreis Harburg berichtet worden sei. „Da muss man sich doch die Frage stellen, ob solche Missstände auch in den anderen Einrichtungen des Unternehmens festgestellt werden“, so Keller.

Eine nicht angemeldete Prüfung des Kreisveterinäramts, die am 24. Oktober durchgeführt worden sei, hat laut Aussage der Behörden zwar keine Beanstandungen ergeben, räumt Keller ein. Auf Gut Löhndorf werden Mäuse, Ratten, Kaninchen, Meerschweinchen und Minipigs für Versuchszwecke gehalten. Die Experimente mit Hunden und Affen wurden in Wankendorf vor einigen Jahren eingestellt. Aber letztlich gehe es um die Kernfrage, ob Tiere für zweifelhafte Forschungsergebnisse gefoltert und geopfert werden müssten.

Demonstranten fordern mehr Transparenz

Tests für neue Kosmetika und Pflanzenschutzmittel seien für sie keine ausreichende Rechtfertigung, erklärt Christine Hansen. Die Wankendorfer Kommunalpolitikerin (Grüne) demonstrierte schon vor zwei Jahren für die Schließung der lokalen LPT-Niederlassung. Zugleich sei es höchste Zeit, dass Deutschland zumindest die geltenden EU-Richtlinien umsetze, die für die Forschung in Tierschutz gelten würden. „Da hinken wir meilenweit hinter anderen Staaten hinterher.“ Vor allem fordere sie mehr Transparenz, was vermutlich auch einen Einfluss auf die Akzeptanz haben werde. „Wir wissen ja gar nicht, was in diesem hermetisch abgeriegelten Betrieb mit den Tieren geschieht.“ Aus ihrer Sicht wäre dies auch ein Thema für die Gemeindevertretung.

Bettina Schlüter bedauert, dass die Existenz dieses Tierversuchslabors in Wankendorf aktiv totgeschwiegen werde. „Ich selbst habe bis vor zwei Wochen gedacht, dass diese Einrichtung längst geschlossen ist“, erinnert sich die Wankendorferin an eine Protestserie vor vielen Jahren. Umso erschütterter nehme sie nun zur Kenntnis, dass diese Außenstelle noch existiere. Um die Proteste zu unterstützen habe sie Flyer und Plakate in Wankendorfer Geschäften ausgelegt und aufgehängt. „Kaum war ich weg, waren diese weggeräumt und abgenommen. Viele Menschen wollen ihre Komfortzone offensichtlich nicht verlassen“, bedauert sie, dass sich bislang nur fünf Bürger aus Wankendorf und Umgebung an der Mahnwache beteiligen würden.

Weitere Aktionen gegen Tierversuche sollen folgen

Aber diese könne sich ja noch weiter entwickeln, hofft Stephanie Keller auf wachsenden Zuspruch. So wolle sie die Mahnwachen fortsetzen und plane zudem einige Informationsstände und Demonstrationszüge. „Es soll zumindest keiner sagen können, dass er nicht gewusst hat, was hier geschieht“, sagt die Kielerin Judith Hassler. Es gehe auch darum, ein deutliches Zeichen für den Tierschutz zu setzen.

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Fotostrecke: Mahnwache gegen Tierversuche

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