Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Plön Wehrführer Marco Evers tritt zurück
Lokales Plön Wehrführer Marco Evers tritt zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:09 08.11.2019
Von Astrid Schmidt
Wehrführer Marco Evers kann sich mit dem Standort für das neue Feuerwehrgerätehaus nicht abfinden. Er tritt zurück, weil er die Verantwortung für längere Ausrückzeiten nicht übernehmen will. Quelle: Astrid Schmidt
Wendtorf

„Die Kameraden der Feuerwehr haben in den vergangenen Monaten mehrfach zum Ausdruck gebracht, dass es gegen unsere Überzeugung ist, das Feuerwehrhaus außerhalb des Dorfes zu errichten. Ich als Wehrführer trage die Verantwortung für den Brandschutz in der Gemeinde. Dieser ist meiner Meinung nach gefährdet. Ich möchte die Verantwortung nicht dafür übernehmen, wenn es zu Personenschäden kommt, weil die Feuerwehr zu spät am Einsatzort erscheint“, begründete Evers seinen Rücktritt.

Der Wehrführer hatte sich zu Jahresbeginn noch einmal zur Wahl gestellt, nachdem sein Stellvertreter bereits abgelehnt hatte, vor dem Hintergrund der prekären Situation noch einmal eine Amtszeit anzutreten. Doch nun sei auch für ihn keine andere Entscheidung mehr möglich, sagte er auf Nachfrage. „Eine Feuerwehr gehört in den Ort und nicht an den Rand. Wir sind gerade eine richtig gute Truppe, aber ich befürchte nun den Rückgang der Dienstbeteiligung und auch Austritte. Ein weiteres Mitglied habe bereits die Feuerwehr verlassen. Die Gemeinde hat nun drei Monate Zeit, Evers als Ehrenbeamten zu entlassen.

Bis zur Standortentscheidung war es ein langer Weg

Zur Historie: 2014 ergab die Prüfung der Feuerwehrunfallkasse, dass die Feuerwehr in Wendtorf ein neues Gerätehaus braucht, das den aktuellen Anforderungen entspricht. Durchfahrthöhen, Stellplätze für die Einsatzkräfte und vieles mehr lässt sich am alten Standort nicht umsetzen. Es war ein langer Weg, bis eine Entscheidung zum Standort für ein neues Gerätehaus gefunden war.

Bürgermeister Claus Heller hatte die Sache schließlich angepackt. Klar war: Es sollte eine gemeindeeigene Fläche sein. Das Gebiet am Kurpark, das die Feuerwehr zunächst favorisiert hatte, war der Wohnbebauung vorbehalten. Mit dem Verkauf der Grundstücke, so hatte der Bürgermeister erklärt, müsse man den Bau des Gerätehauses finanzieren. Die Gemeinde hatte sich unter verschiedenen Varianten am Ende für den Standort am Sportplatz am Rand der Gemeinde ausgesprochen. Es stand sogar eine Bürgerbefragung im Raum. Denn die Feuerwehr wollte gern ihr Haus zentral im Ort behalten. Ausrückzeiten, Hilfsfristen, Erreichbarkeit durch die Aktiven waren für die Wehr Argumente gegen den Sportplatz.

Mediation beim Kreisfeuerwehrverband

Gemeinde und Feuerwehr hatten lange gerungen, saßen am Ende beim Kreisfeuerwehrverband in einer Mediation mehrfach an einem Tisch. Zur Einigkeit trug das jedoch nicht bei. Im Sommer war dann eine Lärmschutzuntersuchung der beiden Standorte in Auftrag gegeben worden. Fazit: Der zuletzt von der Feuerwehr gewünschte Standort hinter der Bushaltestelle am Kurpark, an dem vier Grundstücke betroffen wären, ist aufgrund der festgelegten Schallschutzwerte nicht eignet. Am 29. Oktober fiel die einstimmige Entscheidung für den Standort Sportplatz, eine Vertreterin hatte sich enthalten.
Es gehe beim Lärm unter anderem um das Schlagen der Fahrzeugtüren in der Nacht von 22 bis 6 Uhr, wenn die Einsatzkräfte mit dem Pkw ankommen, erläuterte Jürgen Bandowski auf Nachfrage. Der ehemalige Amtswehrführer und langjährige Aktive war einer der wenigen Feuerwehrmitglieder, die zur Präsentation des Gutachtens im Amt Probstei dabei waren. Der Wehrführer Marco Evers konnte das nicht, wie er sagte. „Der Termin war für vormittags 10 Uhr vereinbart. Da arbeiten die meisten von uns. Ich hätte mir einen anderen Umgang miteinander gewünscht“, beklagte Evers.

Aus Sicht der Gemeinde sei aufgrund der Untersuchungsergebnisse keine andere Entscheidung möglich gewesen. Er habe noch keine Gemeinde erlebt, die vor einem solchen Bauvorhaben so viele Gutachten eingeholt und Gespräche geführt habe, wie Wendtorf, erklärte Amtsdirektor Sönke Körber auf Nachfrage. Die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Grünberg erklärte, man habe die Anwohner nicht mit einem Lärmschutzwall belasten wollen und sich auch deshalb für den Alternativstandort entschieden.

Mehr aus dem Kreis Plön lesen Sie hier.

Der Kreis Plön hat zwei Orchester mit dem Kinder- und Jugendkulturpreis ausgezeichnet. Die Preisträger sind die Junge Camerata Academica Sant Llorenc aus Preetz und das Streichorchester des Gymnasiums Schloss Plön (GSP). Die Ensembles gestalteten die Feierstunde als abwechslungsreiches Konzert.

Dirk Schneider 08.11.2019

Schulden bei einem Drogendealer in Lütjenburg sind offenbar der Grund für einen Raubüberfall auf einen Friseursalon in Lütjenburg. Das Schöffengericht Plön schickte den 23-Jährigen Haupttäter für drei Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Sein Verteidiger hatte noch auf Freispruch plädiert.

Hans-Jürgen Schekahn 07.11.2019

Der Start ist geglückt: 55 Haushalte in Rastorfer Passau (Gemeinde Rastorf) müssten sich an ein Nahwärmenetz anschließen, damit es wirtschaftlich ist. Über 30 traten bereits in der Gründungsversammlung der Genossenschaft Wärmenetz Rastorf bei. Gespeist werden soll das Netz von einer Biogasanlage.

Silke Rönnau 07.11.2019