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Plön Frost schmälert Weinernte in Grebin
Lokales Plön Frost schmälert Weinernte in Grebin
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07:00 23.09.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Winter Steffen Montigny ist mit der Qualität des Grebiner Weins, Jahrgang 2019, hochzufrieden, mit der Menge weniger.
Grebin

Die Lage macht den Unterschied. In Altmühlen wachsen die Reben umgeben von Wald und Knicks. Hier steht die Kälte. „Das Grün an den Rebstöcken verträgt keinen Frost.“ Zwar erholt sich die Pflanze wieder und treibt neu aus aus dem sogenannten „Beiauge“. An diesen neuen Trieben finden sich aber kaum Früchte. So in Altmühlen dieses Jahr.

Mühlenberg - einer der schönsten Weinberge

Am Mühlenberg ist die Situation anders. Die kalte Luft kann sanft abfließen. Das Wasser des Schierensees am Fuß des Hügels dient als Heizreserve und strahlt selbst im Winter ein wenig Wärme aus. Der Mühlenberg mit der Mühle Wagria, der See, die Weiden mit Shetland-Ponys, die Hügellandschaft, die Reben. Für Montigny ist der Grebiner Weinberg einer der schönsten, die er kennt. 

Jahrgang 2019 in "Super-Qualität"

Mit der Menge der geernteten Trauben ist Montigny wegen der Frostschäden nicht so zufrieden. Mit dem Rebensaft schon. „Die Qualität ist super.“ Er erwartet einen Oechsle-Grad von 90 bis 95. Oechsle steht für das Mostgewicht und bezeichnet den Anteil der gelösten Stoffe (meist Zucker) im Traubensaft. Die Süße dieses Jahr reicht, um auf einen Alkoholgehalt von zwölf bis 12,5 Prozent im Wein zu kommen. Gekeltert werden die Trauben im Weingut Montignys in Bretzenheim in Rheinland-Pfalz. Der Wein kommt unter dem Namen „So mookt wi dat“ in Schleswig-Holstein in den Handel unter anderem bei Famila und Markant. 

Vor zehn Jahren begann der Weinbau im Norden

Schleswig-Holstein trägt sein zehn Jahren offiziell den Titel „Weinanbaugebiet“. Damals schenkte Rheinland-Pfalz dem nördlichsten Bundesland zehn Hektar Weinanbaurechte. Das ist in der EU streng reglementiert. Nicht jeder darf einfach so Wein anbauen und ihn verkaufen. 

Montigny erwarb in Grebin insgesamt zwei Hektar und setzte im Beisein staunender Reporter seine Rebstöcke. Für einen Normal-Schleswig-Holsteiner war Weinbau im Land ein Wunder. Für den Winzer Montigny nicht. Die Durchschnittstemperaturen an seinen Standorten in Grebin liegen nicht viel tiefer als in den Referenzorten für den Weinbau. Dennoch: Im Süden war schon vier Wochen die Solaris-Ernte.

In Schleswig-Holstein ist es länger hell

SchleswigHolstein verfügt aber über einen Standortvorteil. Die Sonne scheint pro Tag eine Stunde länger als in der Heimat Motignys in Rheinland-Pfalz. „Licht bringt Entwicklung in die Weinrebe.“ 

Tropentage bekommen den Rebstöcken nicht

Montigny spürt den Klimawandel in seinen Weinbergen. Die Ernte setzt heute durchschnittlich vier Wochen früher ein als in der Kindheit des heute 59-jährigen Winzers. Den Rebstöcken darf aber nicht zu heiß werden. Bei zu hohen Temperaturen stellen sie ihre Arbeit an den Trauben ein. Tropentage mit über 30 Grad schmecken dem Wein genauso wenig wie dem Menschen.

Mehr Weinfelder im Norden?

Schleswig-Holstein könnte als Weinanbaugebiet wachsen. Die EU stellt den norddeutschen Winzern zusätzliche 25 Hektar in den nächsten fünf Jahren in Aussicht – wenn denn entsprechende Anträge gestellt werden. Montigny selbst hat einen weiteren Hektar im Raum Grebin beantragt. Vorsichtshalber. Ob er dort wirklich Weinstöcke anpflanzt, ist noch nicht entschieden. Wichtig ist für ihn die Qualität von „So mookt wi dat“ auf dem jetzigen hohen Niveau zu halten. Für Neues müsse man auch Zeit haben. 

Es gibt Menschen, die legen ihre Autos tiefer. Das ging beim neuen Hilfsgerätelöschfahrzeug (HLF) der Grebiner Feuerwehr nicht. In freiwilligen Dienststunden legten die Männer und Frauen dafür ihr Gerätehaus um 25 Zentimeter tiefer, damit der Neue auch in die Garage passt.

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