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Plön Aus Trödel Vossi wird Bücher Broder
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16:00 02.07.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Normalerweise stapeln sich die Schätze im Trödelmarkt von Tanja Voß ganz eng beieinander. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
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Lütjenburg

„Das hat genau unseren Vorstellungen entsprochen“, sagt Motiv-Aufnahmeleiter Tobias von Schönermark. Für jede Szene in dem neuen ZDF-Krimi-Zweiteiler mit Heino Ferch und Barbara Auer suchte er den passenden Ort aus. Der Trödelladen von Tanja Voß war bereits im Vorgänger-Krimi zur Buchhandlung „Broder“ umgebaut worden. Das Gebäude, die Nachbarschaft und die in Teilen denkmalgeschützte Niederstraße seien ein wichtiger optischer Bestandteil des fiktiven Nordholms. Der Ort, in dem Ferch als Simon Kessler und Auer als Hella Christensen ermitteln. Der Blick auf die Michaeliskirche, die Backsteinbauten und die Kurve mit dem Kopfsteinpflaster davor. Aus Sicht eines Motiv-Aufnahmeleiters: „Einfach toll“. Wenn es das Gebäude in der Niederstraße nicht gegeben hätte, das Team hätte es sich genauso nachgebaut.

Eine Woche schleppen und richten

Der Aufwand ist enorm. Eine Woche schleppten die Mitarbeiter die Möbel für den Buchladen herein, richteten die Räume her. Hunderte echte Bücher schoben sie in die Regale. Exakt in Reihe. Eine Woche dauerte die Verwandlung. Für zwei Tage Innenaufnahmen und einen Tag Filmdreh in der Niederstraße. Von Schönermark: „Alles muss gut vorbereitet sein, damit es beim Dreh auch klappt.“ 

"Gelb gehört nicht ins Farbkonzept"

Dem Zufall blieb nichts überlassen. Einen Durchgang zwischen den Häusern versteckte das Drehteam hinter einer täuschend echt aussehenden Kunstwand. Selbst die Farbe eines großen Bleistifts, der Werbung für ein Atelier im Nachbarhaus macht, passte sich dem Drehbuch an. Der ursprünglich gelbe Stift trägt nun die Farbe Blau. Der Motiv-Aufnahmeleiter: „Gelb gehörte nicht zum Farbkonzept.“ 

Tobias von Schönermark liebt seinen Beruf. Er ist für die Drehorte verantwortlich. „Ich fahre mit dem Drehbuch durch die Lande und suche nach den passenden Örtlichkeiten.“ Wo könne man das schon.

Leidenschaft für Flohmärkte

Seit 2015 kauft und verkauft Tanja Voß in den Räumen in der Niederstraße alles, was es auf jedem guten Flohmarkt zu sehen gibt. Wer zwischen den Regalen hindurchgeht, muss aufpassen, dass er keine Tasse oder ein Glas herunterstößt. Ihre Leidenschaft für Trödel entflammte auf einem Flohmarkt in Raisdorf. Damals war sie 18 Jahre alt. 2008 machte sie aus ihrem Hobby einen Beruf und meldete ein Gewerbe an. Ihre Kunden nennen sie liebevoll „Trödel Vossi“. In dem Verkauf von gebrauchten, aber noch funktionstüchtigen Sachen sieht sie einen Nachhaltigkeitseffekt. Ihr Kunden würden es lieben, in den Schätzen in den Regalen zu stöbern.

Gemeinsames Foto mit Heino Ferch

Tanja Voß findet die Filmaufnahmen in Lütjenburg spannend. Fast an jedem Drehtag in der Stadt schaute sie zu, wie die Arbeiten abliefen. Sie plauderte ein wenig mit dem Schauspieler Rainer Bock. Heino Ferch traf sie, als er allein in ihrem zum Buchladen umgebauten Trödelladen saß. Er dürfte wohl keine Vorstellungen gehabt haben, wie es vorher hier aussah. Gerne sei der Schauspieler bereit gewesen, für ein gemeinsames Foto mit ihr in der Filmkulisse zu posieren. „Ferch ist immer nett und freundlich“, urteilte Voß über den bekannten Mimen.

Buchkäufer steht ahnungslos vor der Filmkulisse

Wie gut das ZDF Filmkulissen und insbesondere fiktive Buchläden bauen kann, beweist eine kleine Anekdote, die Tanja Voß über die Dreharbeiten erzählt. Ein Mitarbeiter des Filmteams, der offenbar wenig mit den Filmszenen in der Niederstraße zu tun hatte, stand vor dem imaginären, aber täuschend echt aussehenden Geschäft und wollte tatsächlich ein Buch kaufen. Eine Anwohnerin verwies ihn freundlicherweise zur einzig echten Buchhandlung auf den Lüjenburger Marktplatz.

Im neuen ZDF-Krimi verwandelt sich das Geschäft von Tanja Voß in einen betont aufgeräumten Buchladen.
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