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Plön Zu teuer: Aus für die Schwentinebrücke
Lokales Plön Zu teuer: Aus für die Schwentinebrücke
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20:23 05.11.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Ein Neubau der seit Ende 2017 gesperrten, völlig maroden Fußgängerbrücke über die Schwentine ist bei der derzeitigen Finanzlage der Stadt nicht zu realisieren. Quelle: Sibylle Haberstumpf
Schwentinental

„Wir können uns diese Brücke nicht leisten.“ Das ist das nüchterne Fazit, das der Finanzausschuss der Stadt Schwentinental zieht. Im Klartext heißt das: Die marode Fußgängerbrücke über die Schwentine am Wildpark Raisdorf wird nicht wie geplant erneuert – auch wenn viele Bürger, Stadtvertreter aller Fraktionen und Bürgermeister Michael Stremlau (parteilos) es sich gewünscht hätten. Aus Holz sollte Aluminium mit glasfaserverstärktem Kunststoff werden. Doch statt Neubau heißt es nun Abriss. Der noch vorhandene Oberbau des alten Brückenkörpers wird zurückgebaut, nur die Stahlträger bleiben stehen.

Beliebter Verbindungspunkt bleibt gekappt

Es ist der Rückzug von einem Brückenprojekt, das sonst wohl rund eine halbe Million Euro verschlungen hätte. Und das wird der Lokalpolitik einfach zu teuer. Denn dass der Haushalt 2020 klamm wird, mahnte der Bürgermeister im Vorfeld schon einmal an; er nannte nur noch keine Zahlen. Für Volker Sindt (SPD) ist daher klar: „Wir sind bis an die Grenzen angespannt bei der Erfüllung unserer Pflichtaufgaben bei unseren Kindergärten, Schulen und Feuerwehren.“ Im Vergleich damit sei die Brücke eher als „nice to have“ zu verbuchen. „Mammutaufgaben liegen vor uns, es wäre fahrlässig, zurzeit rund 500.000 Euro dafür zu investieren“, unterstreicht auch Jan Voigt von der FDP.

Mit der Entscheidung gegen einen Neubau bleibt allerdings ein beliebter Verbindungspunkt gekappt, bedauert Dörte Stange von den Grünen. Spaziergänger, Radfahrer, Jogger, Hundebesitzer, Schulkinder oder Besucher des Schwentineparks müssen weiter auf Umwege ausweichen. Seit Ende 2017 ist die Brücke gesperrt. Ihr Holz ist verrottet, repariert werden kann sie nicht. Zum Problem wurden vor allem Umwelt- und Artenschutzfragen: Die Brücke liegt nicht nur im Wald, sondern auch im FFH-Schutzgebiet (Flora-Fauna-Habitat). „Die Naturschutzauflagen sind komplizierter und teurer geworden“, erklärt Sindt.

Brücke war Dauerthema in den Sitzungen der Stadtvertretung

„Das Projekt ist eine Blackbox, wir können die genauen Kosten nicht abschätzen“, sagt Christopher Schaarschmidt (WIR) mit einem Blick auf die aktuellen Kostenschätzungen. In dem Dokument der Verwaltung sind gleich an mehreren Stellen exklusive Posten ausgewiesen – Kosten also, die zum Gesamtpreis hinzukommen, aber noch nicht berechnet werden können. Was etwa den Abtransport der alten Teile betreffe, so Schaarschmidt, seien noch Fragen offen. Die Kosten wären auch davon abhängig, ob eine Baustraße angelegt werden müsste, die direkt an den Fluß heranreicht. Dafür wäre schweres Gerät nötig – und damit ein erheblicher Eingriff in die Natur.

Die Neugestaltung der Brücke war Dauerthema in den Sitzungen der Stadtvertretung. Die Grünen-Fraktion hatte Ideen eingebracht wie eine Hängebrücke, und immer wieder kamen neue Kostenfaktoren auf. Er wolle nicht, dass Schwentinental mit diesem Hin und Her um die Brücke im Satiremagazin „extra 3“ lande – oder gar im Schwarzbuch der Steuerzahler wegen Verschwendung öffentlicher Gelder, sagt Norbert Scholtis (CDU), Vorsitzender im Finanzausschuss.

Für immer beerdigt ist die Brücke nicht. Sollten sich die Finanzen wieder entspannen, könnte das Bauprojekt noch einmal aufleben. Für das kommende Haushaltsjahr soll die Stadt nun zumindest nötige baubiologische Untersuchungen und Begleitmaßnahmen prüfen – die Ergebnisse soll sie den politischen Gremien vorlegen.

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