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Plön knik e. V. stellt seine Arbeit ein
Lokales Plön knik e. V. stellt seine Arbeit ein
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18:00 27.12.2013
Von Andrea Seliger
Die Galloways halten die Weidelandschaft offen und werden dort auch weiterhin grasen – unabhängig vom Bestehen des Vereins knik. Quelle: sel
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Schwentinental

Ende der 80er-Jahre war das Thema Umwelt überall präsent. „Wir wollten den Naturschutz im Kreis Plön professionalisieren“, erklärt Schwarze die Idee bei der Gründung des Vereins, der mit vollem Namen „Koordination Natur im Kreis“ heißt. Denn ehrenamtliches Engagement habe seine Grenzen – es habe aber öffentliche Fördermittel für diverse Maßnahmen gegeben, die die örtlichen Organisationen für notwendig erachteten.

 „Es herrschte Aufbruchstimmung“, erinnert sich auch Walter Ehlers, seit 1990 Geschäftsführer des knik. Für die Anschubfinanzierung der Vereinsarbeit sorgte damals eine Erbschaft von zwei Damen aus Kiel, der Kreis finanzierte die Umwelt- und Abfallberatung. Zeitweise gab es vier feste Angestellte und vier Zivildienstleistende gleichzeitig sowie eine Gruppe von bis zu 15 schwer vermittelbaren Jugendlichen, die über das Programm Arbeit und Umwelt praktische Landschaftspflege leisteten. Heinz Schwarze war damals Leiter des Plöner Arbeitsamtes und ist überzeugt davon, dass dies ein sinnvolles Programm war: „Die haben einiges gelernt“. Bis zu 160 Personen seien gleichzeitig bei verschiedenen Trägern im Einsatz gewesen. Sie setzten Knicks auf den Stock, mähten Wiesen, pflegten Gewässer oder reparierten Zäune.

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 Im Jahr 1993 konnte der knik sogar ein eigenes Haus im Schwentinepark beziehen, zu 90 Prozent aus Landesmitteln finanziert, den Rest hatte die Gemeinde Raisdorf beigesteuert. Kurz zuvor hatte der Verein auch den Landesnaturschutzpreis gewonnen. Projekte wie Froschland und Weidelandschaft Schwentinetal wurden angestoßen, sogar Flächen erworben. In Rudi Hahn, damals büroleitender Beamter der Gemeinde Raisdorf, hatte der knik einen wohlwollenden Fürsprecher, der schon den früheren Umweltbeirat begleitet hatte. Nach seiner Pensionierung 2006 trat Hahn dem Verein bei.

 Doch die Zeit der üppig fließenden Mittel für den Naturschutz hielt nicht an: Und als sich der Kreis aus der Umweltberatung zurückzog, brach auch für den letzten verbliebenen Angestellten des Vereins, Walter Ehlers, ein Teil der Finanzierung weg. „Jedes Jahr musste man sich etwas Neues einfallen lassen, was die Umweltlotterie Bingo finanziert“, berichtet Rudi Hahn von dem Versuch, weiter Geld aufzutreiben. Auch die Stadt Schwentinental sprang ein. Doch es fehlte nicht nur an Geld, sondern auch an interessierten jungen Leuten, die sich für den Naturschutz einsetzen wollen, so Heinz Schwarze. Am 1. Januar beginnt für Walter Ehlers nun offiziell der Ruhestand.

 Der Verein muss allerdings noch bis zum 15. April bestehen bleiben, denn einiges ist noch zu regeln. Schwarze und Hahn sind die offiziellen Liquidatoren. So ist zwar bereits geklärt, dass die drei Flächen des knik in Schwentinental, Pohnsdorf und Dannau der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein als Geschenk übertragen werden sollen. Und das Projekt Froschland soll in die Obhut des Komitees gegen Vogelmord (in dem Heinz Schwarze ebenfalls Vorsitzender ist) übergehen. Beidem muss das Land aber noch zustimmen. Diverse Abrechnungen können erst im kommenden Jahr erfolgen. Zur weiteren Abwicklung will Ehlers noch jeweils donnerstags von 10 bis 14 Uhr im Haus sein. Die Weidelandschaft Schwentine soll künftig von den Grundstückseigentümern selbst (Komitee gegen Vogelmord, Stiftung Naturschutz und Stadt Schwentinental) gepflegt werden.

 „Die Koordinationsfunktion hat nur zum Teil geklappt“, sagt Heinz Schwarze im Rückblick. Denn dies sei bei den anderen Gruppierungen weniger gefragt gewesen. Trotzdem ist er zufrieden: „Wir haben als Verein und als Personen Spuren hinterlassen, die nicht mehr weggewischt werden können“. So werde niemand mehr die Teiche zuschütten und ein Haus drauf bauen. Auch gesamtgesellschaftlich habe sich etwas bewegt: „Ein Umweltamt gab es früher nicht“.

 Walter Ehlers ist vor allem für die Begegnung mit den Menschen dankbar – für die Zivis und FSJ-ler ebenso wie für die Kindergärten und Schulklassen, mit denen er unterwegs war. „Die weggehen zu sehen mit einem Herz in den Augen – einen schöneren Lohn kann es nicht geben“, meint er. Wie sehr seine Arbeit geschätzt wurde, zeigt sich auch daran, dass die Stadt auf Umweltbildung nicht mehr verzichten möchte und eine Nachfolgeorganisation gesucht hat.

 Ab dem 1. Januar wird der BUND die Abfallberatung und die Umweltbildung in Schwentinental übernehmen. Erste Kontakte gab es bereits: „Mit Josch Geertz haben wir den jungen engagierten Menschen, der die Arbeit weiterführt“, freut sich Ehlers.