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Rendsburg Windkraftkritiker informiert in Mühbrook
Lokales Rendsburg Windkraftkritiker informiert in Mühbrook
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06:54 19.11.2018
Von Frank Scheer
120 Zuhörer waren zu einer Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative WindVerstand gekommen. Der Referent Gerhard Artinger diskutiert hier mit dem Bürger Helmut Pottschull. Quelle: Frank Scheer
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Mühbrook

Gerhard Artinger listet in seinem Vortrag mehrere Fehlentwicklungen auf. Aus seiner Sicht müsste der Gesetzgeber die Überregulierung- und Subventionen, sowie das Privileg für Windräder im Baugesetzbuch streichen. Zum Thema Infraschall forderte er, die für Gutachten ausschlaggebende TA Lärm zu reformieren. „Die tiefen Frequenzbereiche, die die meiste Energie erhalten, werden bislang nicht erfasst.“

Aus Sicht von Artinger würden 1,4 statt der vorgesehenen zwei Prozent Fläche ausreichen, um die Energiewende zu schaffen. Bleibt es bei zwei Prozent, seien 53 Prozent von Schleswig-Holstein von Windkraft betroffen.

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Windräder können bis 230 Meter hoch sein

Zwischen Mühbrook, Schönbek, Loop und Einfelder See ist eines der vielen neuen Vorranggebiete im Land für Windräder vorgesehen. Gegenüber der Ursprungsplanung von 2017 ist die Fläche von 101 auf 47 Hektar reduziert worden. Statt sieben bis zwölf Windräder können fünf bis sieben Anlagen gebaut werden. „Die dürften dann aber eine Höhe von 200 bis 230 Meter statt 150 bis 200 Meter haben“, so Dirk Serverloh, Sprecher der Initiative WindVerstand.

Weitere Kritikpunkte: Das Land habe in der ersten Anhörung nur wenige Bürgeranmerkungen berücksichtigt und aus bisherigen Tabu- nur noch Abwägungskriterien gemacht. „Der Radius für Rotmilanbrutplätze ist von 1500 auf 1000 Meter gesenkt worden.“

Appell, sich an der Anhörung zu beteiligen

Serverloh rät allen Gegnern, weiter Druck auf die Kreis-, Landes- und Bundespolitiker auszuüben. Listen mit den Kontaktadressen hatte die Initiative vorbereitet und ausgelegt. Zudem sollten sich möglichst viele Bürger an der zweiten Anhörungsrunde bis 3. Januar beteiligen.

Kritisch sieht nicht nur er, dass das Land diesmal eine Software bei der Sichtung der Eingaben einsetzen wolle. „Das ist bürgerunfreundlich – ein Programm sucht nach Keywords.“ Severloh wies auch darauf hin, dass alle Betroffenen beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Flintbek eine Beteiligung im Genehmigungsverfahren fordern können. Anträge verteilte Susanne Mieth von der Initiative.

Weitere informationen zum Anhörungsverfahren und zu den Eignungsraum https://bolapla-sh.de

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