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Rendsburg Beschlüsse Jugendlicher werden umgesetzt
Lokales Rendsburg Beschlüsse Jugendlicher werden umgesetzt
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06:00 27.07.2019
Von Beate König
Mit Mitteln des Jugendkreistags soll Naturschutz betrieben werden - Blühstreifen wie am Stadtsee könnten so finanziert werden. Quelle: Beate König
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Rendsburg

Für Jugendliche aus weiterführenden Schulen wird seit 1993 vom Kreispräsidenten einmal jährlich das Planspiel Jugendkreistag angeboten. Bislang blieb die politische Übungsarbeit der Schüler im Saal und in den Besprechungsräumen des Kreistags immer graue Theorie: Auch heiß diskutierte und in brennenden Reden verteidigte Anträge wurden nicht umgesetzt. Die Schüler sollten im konsequenzfreien Raum des Planspiels die Abläufe kennen lernen.

Mit dem Amtsantritt der neuen Kreispräsidentin Juliane Rumpf wurde der Eintages-Ausflug der Acht-, Neunt- und Zehntklässler in die komplexe Welt demokratischer Entscheidungswege in diesem Jahr 2019 erstmals mit einem Etat unterfüttert. Die Schüler bekamen die Verantwortung zugesprochen, mit 20 000 Euro sinnvolle konkrete Projekte zu planen.
Die beim Jugendkreistag gefassten Beschlüsse für Projekte wurden zunächst in den Fachausschüssen des Kreistags beraten, mit dem „Ja“ des Hauptausschusses können sie jetzt umgesetzt werden.

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Geplant ist, dass von einem Antrag gleichzeitig Menschen und Natur profitieren. Für 13 000 Euro sollen öffentliche Plätze, Sportplätze und Treffpunkte mit Blumen und Bäumen verschönert werden, sodass sie für Menschen attraktiv sind. Gleichzeitig sollen die Pflanzen als Bienenweiden dienen. Mit den Mitteln sollen auch regelmäßige Sport- und Musikangebote finanziert werden.

Der Umweltschutzgedanke steckt auch im zweiten Antrag, für 2000 Euro mehr Müllbehälter aufzustellen. Dem stimmte der Hauptausschuss mit der Einschränkung zu, dass die Behälter auf kreiseigenen Grundstücken installiert werden. Bei Anträgen zur Verbesserung des ÖPNV wurde auf das im Entstehen begriffene neue Buslinienkonzept des Kreises verwiesen.

241 Schüler entschieden über einen 20 000 Euro-Etat

241 Schüler aus Gemeinschaftsschulen, Gymnasien und berufsbildenden Schulen hatten an zwei Tagen im März im staatsbürgerlichen Bildungsprojekt handfest Anträge ausdiskutiert.
Politiker aus sechs Kreistagsfraktionen führten die Schüler in Gruppen zunächst an die Abläufe der politischen Entscheidungsfindung heran: Zuerst wurde ein Projekt-Bereich bestimmt, dann ein erster Antrag formuliert, in dem die geplante Ausgabe erläutert und begründet wurde.

Nach der Vorstellung aller Anträge im Jugendkreistag gingen die Sprecher der Eintagesfraktionen bei interfraktionellen Gesprächen auf Mehrheitensuche. Sie versuchten gleichzeitig, ihre Ideen den anderen Parteien überzeugend zu verkaufen und die Anträge so umzuschreiben, das sie Mehrheiten im Plenum fanden.

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Beate König 26.07.2019
RND - Redaktionsnetzwerk Deutschland 26.07.2019
Sven Janssen 26.07.2019