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Rendsburg Sicherheit geht vor Schönheit
Lokales Rendsburg Sicherheit geht vor Schönheit
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06:00 27.03.2019
Von Beate König
Bauleiter Michael Schott (links) und Mitarbeiter Jörg Stange regeln an der Emkendorfer Allee den Verkehr, während der Häcksler gefällte Bäume zerkleinert. Quelle: Beate König
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Emkendorf

Die schöne Allee zwischen Stolzbrook bei der Kreisstraße 30 und dem Liethberg an der Landesstraße 48 ist bei Touristen beliebtes Ausflugsziel. Seit 1937 ist sie als ausgewiesenes Naturdenkmal im Denkmalbuch des Landes Schleswig-Holstein eingetragen.

Was seit Februar auf den ersten Blick wie ein willkürliches Kettensägen-Massaker wirkt, ist eine Schutzmaßnahme, die 50.000 Euro kostet. Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) ist verpflichtet, die Verkehrssicherheit in der Allee zu gewährleisten. Dazu gehört, dass vorsorglich das Umstürzen von Bäumen und das Abbrechen morscher Äste verhindert wird. Der Hintergrund ist ernst: 2016 starb ein Pkw-Fahrer auf der L 48 bei Bossee durch einen Baum, der auf sein Auto stürzte.

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Keine Standfestigkeit mehr

Jedes Jahr werden die bis zu 200 Jahre alten Kastanien, Linden und Ahornbäume am Straßenrand vom Institut für Baumpflege aus Hamburg, kontrolliert. Das Gutachten gibt das Ausmaß der Pflegearbeiten an den Kronen, Ästen und Stämmen exakt vor.
In diesem Jahr stellte der Gutachter bei 21 Bäumen einen massiven Befall durch Bakterien oder Viren fest, berichtete Michael Schott, Bauleiter der Firma Alfred Kath aus Hamdorf, die mit der Baumpflege in der Allee beauftragt wurde. „Die Standfestigkeit war nicht mehr gegeben“, berichtete Schott. Kastanien waren durch Pseudomonas-Bakterien befallen.

Abschluss Ende April

Zu den rund 380 Einzelaufträgen zählt das Entfernen von Totholz, Sicherung der Baumkronen und Pflegeschnitte. Spätestens Ende April sollen die Pflege-Arbeiten abgeschlossen sein.
Eine naturschutzrechtliche Genehmigung von Pflege- und Sanierungsarbeiten an den Bäumen sei nach dem Straßen- und Wegegesetz des Landes Schleswig-Holstein nicht vorgesehen, erläutert Dagmar Barkmann vom LBV. Für das Einkürzen von Kronen und das Fällen von Bäumen werde dagegen die Genehmigung des Denkmalschutzes gebraucht. Der LBV band die Untere Naturschutzbehörde (UNB) ein.

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