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Rendsburg Ein Haus mit guten Aussichten
Lokales Rendsburg Ein Haus mit guten Aussichten
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07:06 20.08.2019
Von Florian Sötje
Die Jugendherberge Westensee feiert 35jähriges Bestehen. Quelle: Florian Sötje
Westensee

Bei der Frage nach den Vorzügen der Jugendherberge Westensee gibt es keine zwei Meinungen. "Sie liegt sehr schön und ruhig, mit einem tollen Ausblick auf den Westensee", sagt Katharina Pauly vom zuständigen Landesverband Nordmark, dem die Einrichtungen zwischen Nord- und Ostsee angehören. "Über die Lage kann sich wahrlich niemand beschweren. Die ist einmalig. Schöner geht es nicht", stimmt Daniela Weigel, Leiterin der Jugendherberge, zu.

Herberge Westensee macht das Programm, nicht die Lehrer

Und diese Lage ist auch das Kapital der Herberge. Denn nach ihr richtet sich das Programm. Programm? Wer seine letzte Klassenfahrt vor längerer Zeit angetreten hat, erinnert sich vielleicht noch an den einen oder anderen Ausflug, viel Zeit zum freien Spielen oder eine Besichtigung. Doch für die Organisation waren doch die Lehrer verantwortlich?! Seit ein paar Jahren macht die Herberge das Programm.

"Früher gab es Mittag- und Abendessen, und die Lehrer haben dazwischen selbst etwas gemacht", erzählt Daniela Weigel, die seit 18 Jahren die Herberge in Westensee leitet. Seit knapp sechs Jahren stellt sie selbst ein Programm aus verschiedenen Aktivitäten zusammen. Dafür arbeitet sie mit zwei pädagogischen Teamleitern zusammen. "Ich setze das Programm dann in die Welt, und die Lehrer buchen das", erklärt Weigel.

Viele Klassen kommen wegen des Schwerpunkts Erlebnispädagogik

Dabei ist ein Schwerpunkt auf dem Gebiet der Erlebnispädagogik entstanden. So bauen Schüler gemeinsam ein Floß, mit anschließender Fahrt auf dem Westensee. Sie lösen Kooperationsaufgaben im angrenzenden Naturpark oder gehen auf eine Orientierungstour zum Tüteberg. Der Vorteil für die Lehrer: Sie können sich bei den Aufgaben für ihre Schüler zurückziehen und die Gruppe beobachten. "Die Lehrer begleiten die Gruppe, sehen die Kinder von außen", sagt Weigel.

Daher erfreut sich ihr Programm besonders zum Schuljahresbeginn großer Beliebtheit. Wenn siebter oder achter Jahrgang einer Schule neu zusammen gewürfelt wurde, liegt ein Augenmerk auf der Förderung des Zusammenhalts innerhalb der neuen Klassenstruktur. Das Programm entwickelte Weigel vor knapp sechs Jahren. Es brauchte eine gewisse Anlaufzeit. "Jetzt boomt es. Dieses und vergangenes Jahr wurde es sehr gut gebucht", sagt Weigel.

Immer mehr Familien entdecken die Jugendherbergen für sich

Das zeigt sich auch in den Zahlen. Der Anteil der Schulklassen an der Gesamtbelegung in Westensee beträgt 46,4 Prozent (Landesdurchschnitt 44,1). Dahinter rangieren die Seminargruppen (37,1 Prozent). Die Jugendherberge ist besonders bei Chören und Big Bands beliebt, denn vor neun Jahren bekam die Einrichtung im Zuge eines Umbaus einen neuen Akustikraum. Acht Prozent der Besucher sind Familien. Im Landesverband-Schnitt sind es sogar 18,5 Prozent. "Prinzipiell gibt es schon den Trend, dass Familien zunehmend die Jugendherbergen für sich entdecken", sagt Katharina Pauly vom Landesverband Nordmark.

Ansprüche der Besucher sind gestiegen

Und was hat sich im Laufe der Jahre noch geändert in den Jugendherbergen? Die Leute seien anspruchsvoller geworden was Einrichtung und Ausstattung der Zimmer angeht, sagt Leiterin Weigel. Zudem habe sich die Differenzierung beim Essen verstärkt, sagt sie. "Differenzierung gab es schon immer, aber die Intoleranzen und Allergien haben sich drastisch vermehrt", sagt Weigel.

Für ein Mittagessen stünden teilweise acht verschiedene Töpfe auf dem Herd. Für Koch Marc Stieper ist das eine Herausforderung, aber kein Problem. Er ist hier seit 2010 Koch, leistete schon 2004 in Westensee seinen Zivildienst. "Die Arbeit in der Küche macht nach wie vor Spaß, und wir haben ein tolles Team", sagt Stieper.

Team in Westensee ist über Jahre eingespielt

Das unterstreicht Daniela Weigel. "Meine Mitarbeiter sind Gold wert. Das Team ist über Jahre zusammengewachsen. Das bringt Stabilität", sagt sie. Elf Mitarbeiter sind in der Jugendherberge beschäftigt - von Küche über Garten und Haustechnik bis zur Reinigung. Daniela Weigel behält den Überblick, reagiert auf Wünsche und Anregungen. "Flexibel und schnell handeln und gucken, was möglich ist", sagt sie. Die 18 Jahre im Haus seien so schnell vergangen. Und mit den Planungen befindet sich die Herbergsleiterin bereits im Jahr 2021. "Die Schulen buchen so ein bis anderthalb Jahre im Voraus", erzählt Weigel. "Langeweile gibt es nicht in meinem Sprachschatz", sagt sie und lacht.

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Die Jugendherberge Westensee besticht durch ihre natürliche Umgebung.

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